Carlo Masala: Biografie, Podcast „Sicherheitshalber“ und Privatleben

In diesem Artikel
- Carlo Masala im Steckbrief
- Ist Carlo Masala verheiratet?
- Woher kommt Carlo Masala? Seine Herkunft und Kindheit
- Wie wurde Carlo Masala Professor für Sicherheits- und Verteidigungspolitik?
- Warum kennt man Carlo Masala aus dem Fernsehen?
- Was ist der Podcast „Sicherheitshalber“?
- Welche Bücher hat Carlo Masala geschrieben?
- Wofür steht Carlo Masala wissenschaftlich?
- Häufige Fragen zu Carlo Masala
- Weiterlesen auf Sharp Magazine
- Quellen und weiterführende Links
Carlo Masala, Professor für Sicherheits- und Verteidigungspolitik an der Universität der Bundeswehr München, zählt zu den bekanntesten Sicherheitsexperten Deutschlands. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 ordnet er in Talkshows, Nachrichtensendungen und seinem Podcast „Sicherheitshalber“ das Weltgeschehen ein. Seine klare Sprache, sein italienischer Migrationshintergrund und seine Biografie als Sohn eines Gastarbeiters machen ihn zu einer ungewöhnlichen Figur in der deutschen Wissenschaftslandschaft. Dieses Porträt stellt seinen beruflichen Werdegang vor und unterscheidet belegte biografische Angaben von unbestätigten Aussagen zum Privatleben.
Carlo Masala im Steckbrief
Ist Carlo Masala verheiratet?
In der für dieses Porträt geprüften Biografie der Universität der Bundeswehr München wird Carlo Masalas Familienstand nicht angegeben. Eine Ehe oder die Identität einer Partnerin lässt sich damit nicht bestätigen. Unbelegte Angaben werden hier nicht als Tatsachen dargestellt.
Woher kommt Carlo Masala? Seine Herkunft und Kindheit
Carlo Antonio Masala wurde am 27. März 1968 in Köln geboren — als Kind einer österreichischen Verkäuferin und eines italienischen Gastarbeiters. Sein Vater arbeitete zunächst in Dortmund im Bergbau, später in Köln bei Felten & Guilleaume. Masala wuchs als Italiener in Deutschland auf, im Kölner Stadtbezirk Chorweiler — zunächst im Stadtteil Seeberg, später im Stadtteil Pesch. Als Kind lebte er zudem einige Jahre auf Sardinien.
In einem ausführlichen Interview bei „Jung & Naiv“ im September 2022 erzählte Masala, dass er in seiner Kindheit und Jugend rassistische Ausgrenzung erfahren habe — etwa durch Mitschüler und durch Beamte des Polizeipräsidiums Köln. Diese Erfahrungen prägten ihn, wie er selbst sagt. Er spricht sowohl Deutsch als auch Italienisch fließend und hat zudem Kenntnisse der sardischen Sprache.
Seine doppelte kulturelle Prägung — deutsch aufgewachsen, italienisch verwurzelt — prägt Masala bis heute. In Interviews wechselt er mühelos zwischen beiden Sprachen, und seine sardischen Kenntnisse verraten die enge Bindung an die Heimat seines Vaters. Dass er als Kind eines Gastarbeiters aus Chorweiler heute zu den bekanntesten Sicherheitsexperten des Landes zählt, macht seine Biografie zu einer ungewöhnlichen Erfolgsgeschichte der deutschen Wissenschaft — und erklärt vielleicht auch, warum er so entschieden für klare, für alle verständliche Sprache eintritt.
Ein bemerkenswerter Wendepunkt in seiner Biografie: In seinem 29. Lebensjahr erwarb Masala die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung — als Voraussetzung für die uneingeschränkte Ernennbarkeit zum Beamten. Dafür musste er die italienische Staatsbürgerschaft aufgeben, da Deutschland damals bei Einbürgerungen grundsätzlich keine Mehrstaatigkeit zuließ. Heute lebt Carlo Masala in Leipzig.
Wie wurde Carlo Masala Professor für Sicherheits- und Verteidigungspolitik?
Sein akademischer Weg begann bescheiden und führte ihn über Stationen in ganz Europa: Von 1988 bis 1992 studierte Masala Politikwissenschaft sowie Deutsche und Romanische Philologie an der Universität zu Köln und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1992 schloss er mit dem Magister ab und arbeitete anschließend zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Köln.
Im Jahr 1996 wurde er bei Werner Link am Institut für Politische Wissenschaften und Europäische Fragen mit einer Dissertation über die deutsch-italienischen Beziehungen zum Dr. phil. promoviert. Ein Jahr später wurde er Senior Fellow am Bonner Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI). Ab 1998 war er Akademischer Rat am Forschungsinstitut für Politische Wissenschaften und Europäische Fragen der Universität zu Köln, und im Dezember 2002 habilitierte er sich im Fach Politische Wissenschaft mit einer Arbeit über die sogenannte Südbedrohung der europäischen Sicherheit.
Danach ging es in großen Schritten weiter: 2003 übernahm er eine Lehrstuhlvertretung am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München, Anfang 2004 wechselte er als Forschungsberater an das NATO Defense College in Rom, wo er von 2006 bis 2007 stellvertretender Direktor der Abteilung für akademische Forschung war. Im Juli 2007 übernahm er die Professur für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München. Die Hochschule führt seine Professur heute unter der Bezeichnung Sicherheits- und Verteidigungspolitik. 2011 wurde er Dekan der Fakultät Staats- und Sozialwissenschaften; 2016 lehnte er einen Ruf an die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt ab.
Warum kennt man Carlo Masala aus dem Fernsehen?
Einem breiten Publikum wurde Carlo Masala seit 2022 bekannt — durch seine regelmäßigen Auftritte im deutschen Fernsehen als Experte für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Ob in Nachrichtensendungen, politischen Talkshows wie „hart aber fair“ oder bei Maybrit Illner: Masala erklärt militärische Entwicklungen, ordnet Strategien ein und spricht unbequeme Wahrheiten aus. Als Lars Klingbeil bei Maybrit Illner die Sicherheit der Ukraine als deutsche „Staatsräson“ diskutieren wollte, hielt Masala dagegen: „Ich würde den Begriff mit Blick auf die Ukraine komplett ablehnen“ — er fessele Deutschland selbst und impliziere Verpflichtungen, die niemand bereit sei zu tragen.
Seine Fernsehbekanntheit ruht auf einer langen wissenschaftlichen Karriere, die er sich vor den Kameras erarbeitet hatte. Schon vor 2022 war er in der Fachwelt als Experte für bewaffnete Konflikte bekannt — als Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft (2015 bis 2017) und als Autor zahlreicher Fachpublikationen. Porträts wie „Der Realist“ in der Zeit (März 2022), ein langes Interview in „Freiheit Deluxe“ bei hr2-kultur (Oktober 2022) und die Folge 591 von „Jung & Naiv“ (September 2022) machten ihn auch außerhalb der Talkshows einem größeren Publikum bekannt. Von März bis November 2022 war er zudem regelmäßig im Stern-Podcast „Ukraine – die Lage“ zum russischen Überfall zu hören.
Was Masala als TV-Experten auszeichnet, ist seine Sprache: direkt, bildhaft, ohne akademisches Fachchinesisch. Er spricht von „Kriegstüchtigkeit“, von der „Zeitenwende“ als unerledigter Aufgabe und von der Notwendigkeit, in Szenarien zu denken, statt sich von Wunschdenken leiten zu lassen. Auch unbequeme Möglichkeiten — etwa russische Eskalationsschritte gegen NATO-Staaten — spricht er offen an, weil er überzeugt ist: Wer Bedrohungen nicht benenne, könne sich auch nicht auf sie vorbereiten. Diese Haltung — Analyse statt Beruhigung — ist zum Markenzeichen seiner öffentlichen Auftritte geworden.

Was ist der Podcast „Sicherheitshalber“?
Seit Juli 2018 diskutiert Carlo Masala gemeinsam mit Thomas Wiegold vom Blog augengeradeaus.net, Frank Sauer (ebenfalls Universität der Bundeswehr München) und Ulrike Franke (European Council on Foreign Relations) im deutschsprachigen Podcast „Sicherheitshalber“ über Fragen der Sicherheitspolitik. Das Format gilt als einer der wichtigsten deutschsprachigen Podcasts zu internationaler Sicherheit — fachlich tief, aber bewusst verständlich.
Die Reichweite des Formats wächst stetig: Laut einer phoenix-Pressemitteilung vom Oktober 2026 übertrug der Sender eine Live-Ausgabe von „Sicherheitshalber“ aus dem WDR Funkhaus in Köln unter dem Titel „Militärisch überlegen — Krieg verloren. Warum militärische Stärke nicht reicht“ — die Diskussion lief auch in den Mediatheken von ARD und ZDF. Der Erfolg erklärt sich aus der Mischung der Beteiligten: der Journalist Wiegold mit seinem Bundeswehr-Blog, die Europa-Expertin Franke und die beiden Münchner Wissenschaftler Masala und Sauer. Gemeinsam schaffen sie es, komplexe sicherheitspolitische Zusammenhänge so zu erklären, dass auch Laien folgen können — ohne die Fachlichkeit zu verwässern.

Welche Bücher hat Carlo Masala geschrieben?
Masala ist auch ein produktiver Autor. Sein Buch „Wenn Russland gewinnt. Ein Szenario“ (C. H. Beck, München 2025) entwirft ein hypothetisches Zukunftsszenario, in dem Russland die estnische Stadt Narva besetzt — ein Grenzfall, der die Solidität von Artikel 5 der NATO auf die Probe stellt. Das sogenannte Narva-Szenario, das auch andere Analysten diskutiert haben, wurde zum vielzitierten Denkspiel über die Frage, wie leicht ein Bündnis erschüttert werden kann, wenn politisches Zögern gefährlicher wird als militärische Konfrontation. Masala schrieb das Buch als Warnung an den Westen — und als Argument für europäische Aufrüstung und Abschreckung.
Davor erschienen: „Warum die Welt keinen Frieden findet“ (Christian Brandstätter Verlag, Wien 2024), „Bedingt abwehrbereit. Deutschlands Schwäche in der Zeitenwende“ (C. H. Beck, 2023) und „Weltunordnung“ (C. H. Beck, erstmals 2016, aktualisierte Auflage 2022). Dazu kommen zahlreiche herausgegebene Sammelbände, darunter das „Handbuch der internationalen Politik“ (2010) und das „Handbuch internationale Beziehungen“ (2017). Seine Rezensionen und Gastbeiträge erscheinen regelmäßig in überregionalen Zeitungen; eine Presseschau seiner Auftritte führt unter anderem der Perlentaucher.

Wofür steht Carlo Masala wissenschaftlich?
Wissenschaftlich wird Masala dem Neorealismus in den Theorien der Internationalen Beziehungen zugeordnet: Im Mittelpunkt stehen Macht, Interessen, Sicherheit, Bündnisse und die Handlungsmöglichkeiten von Staaten. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Internationalen Politik und Außenpolitik, der Sicherheitspolitik, den transatlantischen Beziehungen sowie den aktuellen Entwicklungen im Mittelmeerraum.
An der Universität der Bundeswehr München leitet er das Metis-Institut für Strategie und Vorausschau, das dem Bundesministerium der Verteidigung Beratungsleistungen anbietet. Seit Oktober 2020 ist er zudem Projektleiter des Kompetenzzentrums Krisenfrüherkennung — eines Forschungsprojekts, das krisenhafte Entwicklungen weltweit frühzeitig identifizieren soll. Von 2022 bis 2025 war er sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags „Lehren aus Afghanistan“.
Für seine wissenschaftliche Arbeit und sein Engagement in der öffentlichen Vermittlung sicherheitspolitischer Themen erhielt er am 9. Juni 2023 die Lichtenberg-Medaille der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Seit 2024 ist er ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und Vorstandsmitglied der CDU-nahen Hermann-Ehlers-Stiftung; seit 2025 gehört er zudem dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken an.

Häufige Fragen zu Carlo Masala
Wie alt ist Carlo Masala?
Carlo Masala wurde am 27. März 1968 in Köln geboren und ist damit 58 Jahre alt (Stand: Oktober 2026).
Ist Carlo Masala verheiratet?
Die geprüfte Universitätsbiografie nennt keinen Familienstand. Eine verlässlich belegte Aussage über eine Ehe liegt diesem Porträt daher nicht zugrunde.
Hat Carlo Masala Kinder?
Die geprüfte Universitätsbiografie enthält keine Angaben zu Kindern. Aus ihrem Schweigen lässt sich keine Aussage über seine familiäre Situation ableiten.
Ist Carlo Masala Soldat?
Nein. Carlo Masala ist Politikwissenschaftler und Hochschullehrer; seine Professur an der Universität der Bundeswehr macht ihn nicht automatisch zum Berufssoldaten. Seine Expertise beruht auf politikwissenschaftlicher Forschung, Lehre und sicherheitspolitischer Arbeit.
Wo arbeitet Carlo Masala?
Er ist Professor für Sicherheits- und Verteidigungspolitik an der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften der Universität der Bundeswehr München, wo er seit Juli 2007 lehrt. Zusätzlich leitet er dort das Metis-Institut für Strategie und Vorausschau.
Was bedeutet der Neorealismus bei Carlo Masala?
Der Neorealismus ist eine Theorie der Internationalen Beziehungen, die Staaten als rationale Akteure in einem anarchischen internationalen System versteht. Bei Masala bedeutet das: Im Zentrum seiner Analysen stehen Machtverhältnisse, Sicherheitsinteressen, Bündnisse und Abschreckung — weniger Ideale oder moralische Appelle. Diese Perspektive prägt auch seine Bücher und seine Einordnungen des Ukraine-Kriegs.
Weiterlesen auf Sharp Magazine
- Boris Pistorius: Verteidigungspolitik
- Kaja Kallas: Sicherheitspolitik in Europa
- Friedrich Merz: Der Bundeskanzler im Porträt
- Robert Habeck: Politische Karriere
- Matthias Deiß: Politischer Journalismus
- Heidi Reichinnek: Politische Positionen
Quellen und weiterführende Links
- Carlo Masala — de.wikipedia.org
- Prof. Dr. Carlo Masala — Referentenprofil
- Carlo Masala: Sicherheitsexperte, Autor und Keynote Speaker — ngo-online.de
- Lebenslauf von Carlo Masala (PDF) — bundesbank.de
- CV Prof. Dr. Carlo Masala (PDF) — europarl.europa.eu
- Militärexperte bei Maybrit Illner — 1und1.de
- Rednerprofil mit Werdegang, Veröffentlichungen und Auszeichnungen (PDF)



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