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Euphoria Ende erklärt: Rues Tod und das Serienfinale

Emilia Emil15 Min. Lesezeit

Achtung, Spoiler: Dieser Artikel verrät das komplette Ende von Euphoria. Wer das Finale noch nicht gesehen hat, sollte hier nicht weiterlesen.

Zendaya (Mitte) mit Mike Faist und Josh O'Connor beim Challengers-Interview 2024
Zendaya (Mitte) mit Mike Faist (links) und Josh O'Connor beim Challengers-Interview im April 2024. Foto: Sam Rubin / Wikimedia Commons, CC BY 3.0.
In diesem Artikel
  1. Stirbt Rue im Euphoria-Finale wirklich?
  2. Wie stirbt Rue?
  3. Was ist in Rues letzter Sequenz Traum – und was ist echt?
  4. Was passiert mit Ali?
  5. Wer stirbt im Finale – und wer überlebt?
  6. Wie enden Cassie, Maddy, Lexi und Jules?
  7. Was bedeutet die letzte Szene bei der Familie Miller?
  8. Warum endet Euphoria so?
  9. Wie wurde das Finale aufgenommen?
  10. Wo finden Betroffene Hilfe?
  11. Häufige Fragen zum Euphoria-Ende
  12. Weiterlesen auf Sharp Magazine

Das Euphoria Ende erklärt, warum Rues Geschichte nur so enden konnte – und was jede Figur in der letzten Folge erlebt. Die achte Folge der dritten Staffel, „In God We Trust“, lief am 31. Mai 2026 bei HBO und ist nicht nur ein Staffelfinale, sondern das Ende der gesamten Serie. HBO hat bestätigt, dass Staffel 3 die letzte ist – erst nach der Ausstrahlung wurde das offiziell.

Serienschöpfer Sam Levinson sagte im Podcast Popcast der New York Times, dass die Geschichte, die er erzählen wollte – eine Geschichte über Sucht und ihre Folgen – hier endet. Rue Bennett, gespielt von Zendaya, stirbt in der Mitte der 93-minütigen Folge. Was danach passiert – Alis Rache, Lauries Ende und die letzte Szene in Texas – ordnen wir hier Szene für Szene ein.

Die Serie begann 2019 als Highschool-Drama um eine drogenabhängige Teenagerin. Sieben Jahre und 26 Folgen später endet sie als Tragödie über Sucht, Rache und Glauben. Die dritte Staffel spielt fünf Jahre nach Staffel 2: Rue ist keine Schülerin mehr, sondern eine junge Erwachsene, die für zwei rivalisierende Drogenbosse arbeitet – und heimlich mit der Drogenfahndungsbehörde DEA zusammenarbeitet.

Stirbt Rue im Euphoria-Finale wirklich?

Ja. Rue Bennett stirbt im Serienfinale von Euphoria. Zendayas Figur nimmt Schmerzmittel, die ihr Boss Alamo Brown gegeben hat – und die mit Fentanyl versetzt sind. Ali findet sie am nächsten Morgen tot auf seinem Sofa. Es gibt kein Comeback, keine Täuschung und keinen Cliffhanger für eine vierte Staffel: HBO hat bestätigt, dass Staffel 3 die letzte ist, und Serienschöpfer Sam Levinson sagte im Podcast Popcast der New York Times, dass die Geschichte, die er erzählen wollte – eine Geschichte über Sucht und ihre Folgen – hier endet.

Dass Rue stirbt, war lange angedeutet worden. Zendaya sagte schon im April 2026 in der Drew Barrymore Show, sie glaube, dass Staffel 3 die letzte sei, und versprach den Fans einen Abschluss. Dass dieser Abschluss so hart ausfällt, hat Levinson bewusst so entschieden. Er sagte nach dem Finale: „It just felt like the honest ending. The honest ending is that people like Rue don’t make it.“ Auf Deutsch: Es fühlte sich wie das ehrliche Ende an; das ehrliche Ende ist, dass Menschen wie Rue es nicht schaffen.

Wie stirbt Rue?

Das Euphoria Ende erklärt Rues Tod als vorsätzliche Vergiftung, nicht als versehentliche Überdosis. Rue arbeitet in Staffel 3 für Alamo Brown, den Besitzer des Stripclubs Silver Slipper, und gleichzeitig für Laurie, eine ehemalige Lehrerin, die zur Drogenhändlerin wurde. Als Informantin der DEA hilft Rue, Lauries Drogenhandel zu beenden. Alamo erfährt durch eine unbedachte Bemerkung von Maddy, dass Rue mit der DEA zusammenarbeitet – und beschließt, sie zu beseitigen.

Nach ihrer Flucht aus Lauries Versteck kehrt Rue verletzt zu Alamo zurück. Er lobt sie, gibt ihr Geld, eine Woche frei und Schmerzmittel gegen ihre Verletzungen. Rue glaubt, es sei Percocet. Tatsächlich hat Alamo die Tabletten mit Fentanyl versetzt. Rue nimmt sie bei ihrem Mentor Ali Muhammad zu Hause – und stirbt in der Nacht daran. Ali prüft die Tabletten am nächsten Morgen mit einem Drogentest und findet Fentanyl. Dann ruft er Rues Mutter Leslie an und überbringt ihr die Nachricht.

Der Unterschied ist wichtig: Rue nimmt die Tabletten freiwillig, weil sie Schmerzen hat und glaubt, ein bekanntes Schmerzmittel zu nehmen. Sie wählt nicht bewusst eine tödliche Substanz. Alamo dagegen weiß genau, was er ihr gibt. Die Serie inszeniert den Tod als Überdosis – die Ursache ist ein gezielter Mord.

In der Geschichte stirbt Rue am 13. Oktober 2024. Das Datum lässt sich im Finale ablesen: Rue sieht im Fernsehen Nachrichten über den fünften Testflug des Raumschiffs Starship, der an diesem Tag stattfand. Dasselbe Datum trägt Ali später in sein Gedenkbuch ein.

Was ist in Rues letzter Sequenz Traum – und was ist echt?

Nach der Einnahme der Tabletten zeigt die Folge eine Sequenz, die zunächst wie eine Rettung wirkt: Rue erfährt aus den Nachrichten, dass Fezco aus dem Gefängnis ausgebrochen ist. Sie fährt los, um ihn abzuholen, wie sie es ihm einmal versprochen hat. Unterwegs sieht sie Rückblenden – ihre Freundschaft mit Fez, ihre erste Begegnung mit Jules, die Fahrt aus der Reha mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Gia. Schließlich steht sie in ihrem Elternhaus, wo ihre Mutter Leslie in der Küche sitzt und in der Bibel liest. Die beiden umarmen sich.

Nichts davon geschieht wirklich. Die Sequenz ist Rues Sterbevision: Sie stirbt auf Alis Sofa, während sie sich ein Wiedersehen mit den Menschen vorstellt, die sie verloren hat oder zu verlieren droht. Der Schnitt zurück in die Wirklichkeit zeigt Ali, der am Morgen aufwacht, ins Wohnzimmer geht – und Rues leblosen Körper findet.

Fezco selbst taucht im Finale nur in Archivaufnahmen auf. Angus Cloud, der Fezco in den ersten beiden Staffeln spielte, starb 2023 im Alter von 25 Jahren an einer versehentlichen Überdosis. Levinson nutzt altes Testmaterial von Cloud und Zendaya aus der ersten Staffel, um Fezco in Rues Vision erscheinen zu lassen – eine neue Szene mit Cloud gibt es nicht. Auch Gia, Rues jüngere Schwester, gespielt von Storm Reid, erscheint nur in Archivaufnahmen aus Staffel 1: Reid kehrte für Staffel 3 nicht zurück.

Die Vision hat eine Funktion: Sie zeigt, was Rue sich wünscht – Versöhnung mit ihrer Mutter, ein Wiedersehen mit Fez, Nähe zu Jules. Und sie zeigt, dass die Serie Rue keinen zweiten Anlauf gibt. Levinson sagte nach dem Finale, er habe die Geschichte für Angus Cloud erzählen wollen und für Menschen, denen keine zweite Chance gewährt wurde.

Was passiert mit Ali?

Das Euphoria Ende erklärt Alis Rache nicht als Heldentat, sondern als Verzweiflungstat eines Mannes, der zum zweiten Mal einen jungen Menschen verliert, den er zu retten versuchte. Ali Muhammad, gespielt von Colman Domingo, ist Rues Sponsor bei den Narcotics Anonymous und seit der ersten Staffel ihre wichtigste Stütze. Er findet Rue tot, testet die Tabletten, ruft ihre Mutter an – und schreibt Rues Namen in sein Buch der Süchtigen, die er begleitet und verloren hat.

Colman Domingo, der in Euphoria Ali Muhammad spielt – Euphoria Ende erklärt
Colman Domingo spricht bei einem Q&A zu Sing Sing auf der SXSW 2024. In Euphoria spielt er Ali Muhammad, Rues Mentor. Foto: Vbrunophotog / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Zwei Monate später sitzt Ali bei einem Treffen der Narcotics Anonymous und sagt, dies sei sein letztes Treffen. Er erklärt, dass jeder, der für tödliche Drogen verantwortlich sei, böse sei, und dass er nicht mehr an einen Glauben festhalten könne, während Kinder sterben, die keine zweite Chance bekommen. Danach bereitet er seine Rache vor: Er sägt den Lauf seiner Schrotflinte ab, zieht seine alte Armeeuniform an und fährt zum Silver Slipper, Alamos Stripclub.

Im Club stellt Ali zuerst den Manager G zur Rede und schießt auf ihn, als der lügt. Alamo nutzt Maddy als Schutzschild und fordert Ali zu einem Duell heraus: Geschossen wird, sobald eine Champagnerflasche, die über die Bar gerollt wird, auf den Boden fällt. Alamo schießt zu früh – doch Bishop, Alamos eigener Mann, hat die Patronen aus Alamos Revolver entfernt. Ali tötet Alamo. Bishop lässt danach die entfernten Patronen zu Boden fallen und sagt: „May God Have Mercy.“ Dann bringt er Maddy nach Hause.

Warum hilft Bishop Ali? Darsteller Darrell Britt-Gibson erklärte nach dem Finale, Bishop sei mit vielem, was Alamo tat, nicht einverstanden gewesen – doch was Alamo Rue antat, sei für ihn der letzte Tropfen gewesen. Alamo hatte Maddy zuvor noch eine Ehe und Kinder versprochen und ihr ein gemeinsames Familienleben in Aussicht gestellt: Er wolle endlich sein „amerikanisches Traumleben“ führen. Maddy versteht erst in diesem Moment, dass Alamo für Rues Tod verantwortlich ist.

Wer stirbt im Finale – und wer überlebt?

Auf kleinen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich verschieben.

FigurSchicksal im Finale
Rue Bennett (Zendaya)Stirbt an Fentanyl-Tabletten von Alamo
Laurie (Martha Kelly)Nimmt sich während der DEA-Razzia auf dem Dach ihres Hauses das Leben
Alamo Brown (Adewale Akinnuoye-Agbaje)Wird von Ali im Silver Slipper erschossen
G (Marshawn Lynch)Wird von Ali im Club niedergeschossen – ob er stirbt, bleibt offen
Nate Jacobs (Jacob Elordi)Starb bereits in Folge 7: von einer Klapperschlange gebissen, lebendig begraben
Maddy Perez (Alexa Demie)Überlebt; wird von Bishop nach Hause gebracht
Cassie Howard (Sydney Sweeney)Überlebt; lebt mit Maddy zusammen
Lexi Howard (Maude Apatow)Überlebt; liest die Bibel, die Rue gelesen hat
Jules Vaughn (Hunter Schafer)Überlebt; malt ein Porträt von Rue
Ali Muhammad (Colman Domingo)Überlebt; besucht die Familie Miller in Texas
Fezco (Angus Cloud)Lebt in der Geschichte weiter – erscheint nur in Archivaufnahmen
Wayne und FayeFliehen vor der DEA

Laurie stirbt während der Razzia, mit der die DEA ihren Drogenhandel beendet. Die Ermittler finden in dem Lieferwagen aus Mexiko nur eine tote Ratte: Der echte Fentanyl-Transport fährt in einem zweiten Wagen, den Bishop zu Alamos Villa bringt. Laurie, die eine Gefängnisstrafe fürchtet, nimmt sich auf dem Dach ihres Hauses das Leben. Ihre Crew wird festgenommen.

Nate Jacobs stirbt schon in der vorletzten Folge, „Rain or Shine“, die am 24. Mai 2026 lief. Der Kredithai Naz lässt ihn wegen seiner Schulden in einem Holzsarg lebendig begraben; eine Klapperschlange gerät in den Sarg und beißt ihn. Cassie und Maddy halten seinen Tod geheim: Lexi fragt später nach Nates „Verschwinden“, und Cassie tut so, als wisse sie nichts.

Wie enden Cassie, Maddy, Lexi und Jules?

Cassie Howard, gespielt von Sydney Sweeney, und ihre beste Freundin Maddy Perez versöhnen sich nach Nates Tod in einem Diner und ziehen zusammen in das Haus, das Cassie mit Nate bewohnte. Cassie baut es zu einer Pension für Influencerinnen um, die dort auch als Sexarbeiterinnen Geld verdienen. Sie bittet Lexi, als „Geschichtenerzählerin“ mitzuarbeiten – Lexi lehnt ab. Cassies letztes Bild zeigt sie allein in der Villa: Sie sitzt auf ihrem Bett, betrachtet ihr Hochzeitsporträt mit Nate und weint. Sweeney sagte nach dem Finale, sie sei beim Lesen von Cassies Ende in Tränen ausgebrochen.

Hunter Schafer bei der Berlinale 2024 – sie spielt Jules Vaughn in Euphoria
Hunter Schafer bei der 74. Berlinale im Februar 2024. In Euphoria spielt sie Jules Vaughn. Foto: Harald Krichel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Jules Vaughn, gespielt von Hunter Schafer, bekommt im Finale nur eine kurze Szene – und die ist still: Sie lebt in einem Penthouse, das ihrem Sugar Daddy Ellis gehört, einem verheirateten Mann, und malt weinend ein Porträt von Rue, die zu ertrinken scheint. Mehr sehen wir von Jules nicht. Ihr letzter Kontakt mit Rue war ein Streit; die Trauer bleibt unausgesprochen.

Maude Apatow bei der SXSW-Premiere von Blockers 2018 – sie spielt Lexi Howard in Euphoria
Maude Apatow bei der SXSW-Premiere von Blockers im März 2018. In Euphoria spielt sie Lexi Howard. Foto: Daniel Benavides / Wikimedia Commons, CC BY 2.0.

Lexi Howard, gespielt von Maude Apatow, trägt die Schuld mit sich herum, dass sie und Rue sich vor Rues Tod nicht mehr versöhnt haben. Sie fragt Cassie nach Nate und erfährt nichts. Und sie erzählt, dass ihr die Bibel geholfen habe, mit Rues Tod umzugehen: Sie hatte Rues Exemplar immer wieder gesehen, es lange ignoriert – und dann selbst angefangen, darin zu lesen.

Alexa Demie bei der Euphoria-Premiere 2026 in Hollywood – sie spielt Maddy Perez
Alexa Demie bei der Euphoria-Premiere 2026 in Hollywood. In Euphoria spielt sie Maddy Perez. Foto: Picikepocok22 / Wikimedia Commons, CC BY 4.0.

Maddy gerät am tiefsten in Alamos Welt: Um die Schulden von Nate und Cassie zu begleichen, gerät sie in Alamos Abhängigkeit. Im Finale bringt Bishop sie mit Bargeld zu Alamo in den Silver Slipper, wo Alamo ihr eine Ehe und Kinder verspricht. Erst als Ali im Club auftaucht und Alamo zur Rede stellt, versteht Maddy, dass Alamo Rue getötet hat. Nach dem Duell bringt Bishop sie nach Hause – frei von Alamos Kontrolle, aber ohne jede Gewissheit, was als Nächstes kommt.

Was bedeutet die letzte Szene bei der Familie Miller?

Das Euphoria Ende erklärt die letzte Szene als bewusste Gegenwelt zur Gewalt der Folge. Einen Monat nach dem Duell fährt Ali nach El Paso in Texas, zu der christlichen Familie, bei der Rue zu Beginn der dritten Staffel Unterschlupf gefunden hatte – in der Folge „Ándale“. Rue hatte den Hof als den friedlichsten Ort bezeichnet, den sie je erlebt hatte. Ali stellt sich mit seinem Geburtsnamen vor, Martin McQueen, und sagt, er sei Rues Vater. Er erzählt der Familie, dass Rue tot ist. Die Millers laden ihn zum Abendessen ein.

Vor dem Essen spricht Ali ein Gebet für Rue und stellt sich vor, wie sie lächelnd am Ende des Tisches sitzt. Ein Kind zeigt ihm die wundersame Geburt eines Kalbs – in der Folge angedeutet als Rues Wiedergeburt. Rues Stimme aus dem Off schließt die Serie mit den Worten: „May God bless us all.“ – Möge Gott uns alle segnen. Der Abspann läuft über einer amerikanischen Flagge über dem Hof der Millers.

Was die Szene genau bedeutet, lässt die Folge offen. Fest steht nur, was sie zeigt: Ali findet Frieden – und Rue lächelt. Nach sieben Jahren, drei Staffeln und 26 Folgen endet Euphoria nicht mit einem Knall, sondern mit einem Gebet.

Warum endet Euphoria so?

Levinson hatte für Rue ursprünglich ein anderes Ende geschrieben – während des Autorenstreiks 2023. Nach dem Tod von Angus Cloud stellte er die Staffel um und rückte die Fentanyl-Krise in den Mittelpunkt. Seine Begründung: Man könne heute keine Geschichte über Sucht erzählen, ohne die sehr realen Folgen zu zeigen. Die meisten Menschen bekämen keine zweite Chance. Fentanyl könne einen Menschen in einem Augenblick aus dem Leben reißen.

Dazu passt, was Levinson über Rückfälle sagt: Menschen würden rückfällig, machten Fehler, seien nicht bereit, clean zu werden – und heute stürben sie dabei, weil Fentanyl überall sei. Er sagte auch, er habe diese Geschichte für Angus Cloud erzählen wollen und für Menschen, denen keine zweite Chance gewährt wurde. Levinson hat öffentlich gemacht, dass er selbst von einer Sucht genesen ist; die Figur Ali basiert auf seinem eigenen früheren Sponsor.

Die Widmung ist im Finale spürbar: Levinson widmete seine Ansprache bei der Vorführung in New York dem verstorbenen Schauspieler und sagte, Cloud habe ein Licht gehabt, das einen ganzen Raum füllen konnte, und habe mehr Zeit verdient – ein längeres, erfüllteres Leben. Auch Zendaya, die Rue seit 2019 spielt und für die Rolle zweimal den Emmy als beste Hauptdarstellerin gewann, hat das Ende mitgetragen: Die Folge war ihre Einreichung bei den 78. Primetime Emmy Awards. Sie spielte ihre Stunts in der Eröffnungsszene – in der Rue von Harley mit einem Lasso eingefangen wird – selbst.

Wie wurde das Finale aufgenommen?

Auf kleinen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich verschieben.

FaktWert
FolgeStaffel 3, Folge 8 („In God We Trust“)
Erstausstrahlung31. Mai 2026 (HBO)
Laufzeit93 Minuten
Buch und RegieSam Levinson
Folgen insgesamt26 (3 Staffeln)
Zuschauer (linear, USA)461.000 (Nielsen)
Zuschauer (3 Tage, inkl. HBO Max)8,7 Millionen
Rotten Tomatoes29 % (7 Kritiken)

Das Finale war die meistgesehene lineare Ausstrahlung der dritten Staffel: 461.000 Zuschauerinnen und Zuschauer sahen die Folge live, in den ersten drei Tagen kamen mit HBO Max 8,7 Millionen zusammen – 44 Prozent mehr als die Premiere der zweiten Staffel. Mit 93 Minuten ist „In God We Trust“ die zweitlängste HBO-Folge aller Zeiten, gleichauf mit dem Finale von The Wire; nur der Pilot von Vinyl war länger.

Die Kritik fiel gemischt bis negativ aus. Rotten Tomatoes verzeichnet 29 Prozent positive Kritiken bei sieben Rezensionen. IndieWire schrieb, die Folge sei spektakulär gescheitert, eine ehrliche Darstellung davon zu geben, wie jemand wie Rue wahrscheinlich sterben würde. Variety nannte das Finale ein durcheinandergeworfenes Sammelsurium, das viel tat und wenig sagte. Der Guardian sprach von einem schlüpfrigen Epos biblischen Ausmaßes. Vulture vergab drei von fünf Sternen, der A.V. Club ein C+.

Gleichzeitig wurde das Finale für die Schauspielleistungen gelobt: TVLine kürte Colman Domingo für diese Folge zum „Performer of the Week“. Die Folge brachte der dritten Staffel vier ihrer sieben Emmy-Nominierungen ein – darunter Zendaya als beste Hauptdarstellerin und Domingo als bester Gastdarsteller.

Euphoria ist nicht das einzige Serienfinale, das Fragen hinterlässt: Auch die Enden von Severance, Silo, The Last of Us und Stranger Things haben wir Szene für Szene erklärt.

Wo finden Betroffene Hilfe?

Euphoria zeigt Sucht ohne Beschönigung – und ohne Ausweg für seine Hauptfigur. Wer selbst mit Drogen, Sucht oder einer Krise kämpft, muss damit nicht allein bleiben. In Deutschland gibt es kostenlose, anonyme Hilfe rund um die Uhr.

Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 sowie 116 123 – kostenlos, anonym, rund um die Uhr erreichbar, auch per Mail und Chat unter telefonseelsorge.de. Informationen und Beratung rund um Drogen gibt es unter drugcom.de, dem Drogenportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. In akuten Notfällen gilt die 112.

Häufige Fragen zum Euphoria-Ende

Euphoria Ende erklärt – die häufigsten Fragen und Antworten:

Stirbt Rue im Euphoria-Finale?

Ja. Rue Bennett stirbt in Folge 8 der dritten Staffel, „In God We Trust“. Sie nimmt Schmerzmittel, die Alamo Brown mit Fentanyl versetzt hat. Ali findet sie am nächsten Morgen tot auf seinem Sofa. Die Serie endet mit ihr – es gibt keine vierte Staffel.

Warum gibt Alamo Rue die vergifteten Tabletten?

Alamo erfährt durch Maddy, dass Rue mit der DEA zusammenarbeitet und seinen Drogenhandel verraten hat. Er gibt ihr die mit Fentanyl versetzten Tabletten, als sie verletzt zu ihm zurückkehrt – als Belohnung getarnt, in Wahrheit als Mord. Rue glaubt, es sei Percocet.

Ist Fezco im Finale wirklich aus dem Gefängnis ausgebrochen?

Nein. Fezcos Ausbruch ist Teil von Rues Sterbevision. In der Geschichte sitzt Fezco weiter im Gefängnis. Angus Cloud, der ihn spielte, starb 2023; im Finale erscheint Fezco nur in Archivaufnahmen aus der ersten Staffel.

Was passiert mit Ali nach Rues Tod?

Ali besucht ein letztes Treffen der Narcotics Anonymous, sagt sich vom Glauben los und rächt Rue: Er erschießt Alamo im Stripclub Silver Slipper, nachdem Bishop Alamos Waffe entladen hat. Einen Monat später besucht er die Familie Miller in Texas, stellt sich als Rues Vater Martin McQueen vor und betet mit ihnen.

Gibt es eine 4. Staffel von Euphoria?

Nein. HBO hat bestätigt, dass Staffel 3 die letzte ist. Serienschöpfer Sam Levinson sagte, die Geschichte über Sucht und ihre Folgen sei mit diesem Ende erzählt. Die Serie umfasst drei Staffeln und 26 Folgen.

Kehrt Kat in Staffel 3 zurück?

Nein. Kat Hernandez, gespielt von Barbie Ferreira, kehrt in Staffel 3 nicht zurück. Auch Gia, Rues Schwester, erscheint nur in Archivaufnahmen aus Staffel 1. Die dritte Staffel konzentriert sich auf Rue, Ali, Cassie, Maddy, Lexi, Jules, Laurie, Alamo und die neuen Figuren um Wayne und Bishop.

Das Euphoria Ende erklärt damit nicht nur ein Serienfinale, sondern auch, warum diese Serie keine zweite Chance für ihre Hauptfigur kannte: Rue stirbt, weil die Welt, in der sie lebt, keine Fehler mehr verzeiht – und weil Levinson diese Wahrheit nicht beschönigen wollte. Was bleibt, ist Alis Gebet am Tisch der Millers und Rues letzter Satz: „May God bless us all.“

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Emilia Emil schreibt für Sharp Magazine über Persönlichkeiten, Film und Kultur. Auf der Profilseite finden Sie die zugeordneten Beiträge sowie den Kontakt für Hinweise und Korrekturen.

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