Joseph Quinn: Filme und Serien – vom Stranger-Things-Star zu Johnny Storm
Joseph Quinn ist ein britisch-irischer Schauspieler, der innerhalb weniger Jahre vom britischen Fernsehen in die größten Film-Franchises der Welt aufgestiegen ist. Geboren wurde er am 26. Januar 1994 in London. Einem breiten Publikum wurde er 2022 als Eddie Munson in der vierten Staffel von Stranger Things bekannt. Danach folgten Hauptrollen in A Quiet Place: Day One und Gladiator II, 2025 der Einstieg ins Marvel-Universum als Johnny Storm – und mit Avengers: Doomsday sowie vier Beatles-Filmen stehen bereits die nächsten Großprojekte an.

In diesem Artikel
Dieser Überblick ordnet seine Karriere: von der Schauspielschule LAMDA und ersten Fernsehrollen über den Durchbruch bei Netflix bis zu seinen Kinofilmen und den angekündigten Projekten. Dazu kommen eine vollständige Filmografie in Tabellenform und Antworten auf die häufigsten Fragen.
Wie begann Quinns Karriere auf Bühne und im Fernsehen?
Quinn besuchte von 2007 bis 2012 die Emanuel School in London und studierte anschließend an der London Academy of Music and Dramatic Art (LAMDA), die er 2015 abschloss. Die Bühne lag ihm gewissermaßen im Blut: Sein Vater Anthony leitet an der LAMDA den Bereich Film- und Audioperformance.
Nach dem Abschluss stand Quinn zunächst auf der Theaterbühne. 2016 spielte er Morris in Deathwatch am Print Room in London, 2017 folgte Dean in Wish List am Royal Court Theatre – eine Rolle, für die er bei den Manchester Theatre Awards als bester Schauspieler in einer Studio-Produktion ausgezeichnet wurde. Im selben Jahr war er als Luke in Mosquitoes am National Theatre zu sehen.
Parallel dazu baute er seine Fernsehkarriere auf. Nach einem ersten Auftritt in Postcode (2011) übernahm er 2015 die Hauptrolle des Arthur Havisham in der BBC-Serie Dickensian, die er in 19 Folgen spielte. Es folgten Ralph in der Comedyserie Timewasters, ein Kurzauftritt als Stark-Soldat Koner in Game of Thrones (Staffel 7, Folge „The Spoils of War“) sowie die Miniserien Howards End (2017, Leonard Bast), Les Misérables (2018, Enjolras) und Catherine the Great (2019, Zarewitsch Paul). 2020 spielte er Billy Knight in Strike und PC Dixon in Steve McQueens Small-Axe-Folge „Mangrove“.
Zwischen den Fernsehrollen drehte Quinn außerdem Kurzfilme: Instinct (2015, Dan), KIN (2017, Jamie) und The Hoist (2018, Hash). Die Branche nahm ihn früh wahr – 2018 wählte ihn das Fachmagazin Screen International zu einem der „Stars of Tomorrow“.
Womit gelang Quinn der Durchbruch?
Seinen internationalen Durchbruch feierte Joseph Quinn 2022 als Eddie Munson in der vierten Staffel von Stranger Things. Eddie ist der langhaarige Metal-Fan und Anführer des Dungeons-&-Dragons-Clubs Hellfire Club an der Hawkins High School, der nach dem Tod von Chrissy Cunningham fälschlich als Mörder gejagt wird. Gemeinsam mit Millie Bobby Brown, Sadie Sink und dem übrigen Ensemble trug er die bislang düsterste Staffel der Serie. Die Staffel erschien in zwei Teilen: die ersten sieben Folgen am 27. Mai 2022, die letzten beiden am 1. Juli 2022.
Im Finale „The Piggyback“ opfert sich Eddie: Er bleibt im Upside Down zurück, lockt die Demobats mit einem Gitarrensolo zu Metallicas „Master of Puppets“ von seinen Freunden weg und stirbt in den Armen von Dustin Henderson. Die Serienschöpfer Matt und Ross Duffer bestätigten später, dass Eddie tatsächlich tot ist. Quinn spielte das Solo nach eigenen Angaben selbst – die Szene wurde zu einem der meistgeteilten Momente der Staffel.
Der Erfolg veränderte Quinns Karriere schlagartig. Er gewann 2023 den MTV Movie & TV Award als bester Durchbruch-Darsteller und war für einen Saturn Award als bester Nebendarsteller in einer Streaming-Serie nominiert. Im August 2022 nahm ihn die Agentur CAA unter Vertrag, im Oktober desselben Jahres wurde er das Gesicht des Duftes Gris Dior, und das Magazin Variety zählte ihn zu den „10 Actors to Watch“.
Eddies Bogen – vom ängstlichen Außenseiter, der zunächst davonläuft, zum Helden, der bleibt – machte die Figur zum Fanliebling der Staffel. Sterbend sagt er zu Dustin, dass er diesmal nicht davongelaufen sei; später übergibt Dustin Eddies Onkel dessen Gitarrenplektrum und erklärt ihm, dass sein Neffe als Held gestorben sei.
Welche Kinofilme hat Quinn gedreht?
Im Kino machte Joseph Quinn 2024 mit zwei sehr unterschiedlichen Rollen auf sich aufmerksam. In A Quiet Place: Day One, dem Prequel der Horrorreihe, spielt er den Jurastudenten Eric, der in New York auf die Krebspatientin Samira (Lupita Nyong’o) trifft und sich ihr auf der Flucht vor den geräuschempfindlichen Kreaturen anschließt. Regie führte Michael Sarnoski. In Deutschland startete der Film am 27. Juni 2024, einen Tag vor den USA; die deutsche Stimme von Eric ist Nico Sablik.
Im selben Jahr verkörperte er in Ridley Scotts Gladiator II den jungen Kaiser Geta, der gemeinsam mit seinem Bruder Caracalla (Fred Hechinger) über Rom herrscht. An seiner Seite spielten Paul Mescal als Lucius, Pedro Pascal und Denzel Washington. Ursprünglich sollte Barry Keoghan den Caracalla übernehmen; er verließ das Projekt wegen Terminkonflikten und wurde durch Hechinger ersetzt. Der Film kam am 14. November 2024 in die deutschen Kinos, acht Tage vor den USA; Quinns deutsche Stimme ist Constantin von Jascheroff.
Davor hatte Quinn bereits in kleineren Produktionen überzeugt: Sein Spielfilmdebüt gab er 2018 als Grunauer in Julius Averys Horrorfilm Overlord. 2019 spielte er Tom in Claire Oakleys Psychothriller Make Up, 2023 den Michael in Luna Carmoons Drama Hoard, das in Venedig Premiere feierte. Für Hoard wurde er gemeinsam mit Saura Lightfoot-Leon für den British Independent Film Award als bestes gemeinsames Hauptdarsteller-Duo nominiert.
2025 folgte mit Warfare ein weiterer Stilwechsel: Im Kriegsfilm von Alex Garland und Ray Mendoza spielt Quinn den Navy SEAL Sam, dessen Figur auf den realen SEAL Joe Hildebrand zurückgeht. Der Film rekonstruiert einen Einsatz aus dem Irakkrieg im Jahr 2006 aus der Sicht der beteiligten Einheit. Er startete am 11. April 2025 in den USA und am 17. April 2025 in Deutschland; das Ensemble wurde 2025 mit dem British Independent Film Award für die beste Ensembleleistung ausgezeichnet.
Warfare erzählt den Einsatz in Echtzeit und fast ohne klassische Heldenpose: Die Kamera bleibt bei der Einheit, die in einem irakischen Wohnhaus unter Beschuss gerät. Neben Quinn spielen D’Pharaoh Woon-A-Tai, Will Poulter, Cosmo Jarvis und Kit Connor – Mendoza selbst erlebte den Einsatz als Navy SEAL und verarbeitete ihn gemeinsam mit Garland zum Drehbuch.
Auffällig ist die Bandbreite dieser Rollen: Innerhalb von zwei Jahren wechselte Quinn vom Horror-Prequel über das Historienepos und das Independent-Drama bis zum Kriegsfilm und zum Superhelden-Blockbuster – ohne sich auf ein Genre festzulegen. Genau diese Vielseitigkeit prägt auch seine nächsten Projekte, die erneut in völlig unterschiedliche Richtungen weisen.
Wen spielt Quinn im Marvel-Universum?
Ins Marvel-Universum kam Joseph Quinn im Februar 2024, als Marvel seine Besetzung als Johnny Storm bekannt gab. In The Fantastic Four: First Steps spielt er die Menschliche Fackel an der Seite von Pedro Pascal als Reed Richards, Vanessa Kirby als Sue Storm und Ebon Moss-Bachrach als Ben Grimm. Regie führte Matt Shakman. Der Film ist in einer retro-futuristischen Welt der 1960er-Jahre angesiedelt und steht eigenständig neben der bisherigen MCU-Zeitlinie.
In Deutschland startete der Film am 24. Juli 2025, einen Tag vor den USA. Er ist 115 Minuten lang und ab 12 Jahren freigegeben (FSK 12). Die Weltpremiere fand am 21. Juli 2025 in Los Angeles statt. Quinns deutsche Stimme ist Oscar Räuker; die Synchronisation entstand bei Interopa Film in Berlin.
Quinns Johnny Storm kehrt bereits im nächsten Avengers-Film zurück: In Avengers: Doomsday, der am 18. Dezember 2026 in die Kinos kommen soll, ist er erneut dabei. Marvel hatte ihn im März 2025 in einem viel beachteten Livestream als Teil des Ensembles bestätigt; Regie führen Anthony und Joe Russo. Auch für den Nachfolger Avengers: Secret Wars (angekündigt für 2027) ist seine Rückkehr vorgesehen.
Angekündigt wurde die neue Fantastischen Vier am 14. Februar 2024, als Marvel die vier Hauptdarsteller gemeinsam vorstellte. Auf der Comic-Con im Juli 2024 bestätigte das Studio zudem, dass das Quartett auch in den nächsten beiden Avengers-Filmen auftreten wird – Quinns Johnny Storm ist damit für Jahre im Marvel-Universum verankert.
Was kommt als Nächstes von Quinn?
Als Nächstes steht für Joseph Quinn eine der ungewöhnlichsten Rollen seiner Karriere an: In Sam Mendes‘ vierteiligem Beatles-Projekt The Beatles – A Four-Film Cinematic Event spielt er George Harrison. Jeder der vier Filme erzählt die Geschichte der Band aus der Sicht eines Mitglieds: Paul Mescal spielt Paul McCartney, Harris Dickinson John Lennon und Barry Keoghan Ringo Starr. Die Filme sollen im April 2028 in die Kinos kommen; die Dreharbeiten laufen bereits.
Das Projekt gilt als außergewöhnlich, weil Apple Corps und die Beatles-Erben erstmals die Lebensgeschichten und die Musik der Band für einen Spielfilm freigegeben haben. Vertrieben werden die Filme von Sony Pictures.
Wie groß die Aufmerksamkeit für das Projekt ist, zeigte sich im August 2026: Die vier Hauptdarsteller stellten während der Dreharbeiten in London den berühmten Zebrastreifen vom Abbey-Road-Cover nach – Quinn in der Rolle des George Harrison, an der Seite von Mescal, Dickinson und Keoghan.
Daneben befindet sich der Kurzfilm Down the Length in der Postproduktion; welche Rolle Quinn darin spielt, ist noch nicht bekannt. Auch in Videospielen lebt er weiter – allerdings nur als digitales Abbild: Johnny Storm erscheint in Fortnite (2025), Eddie Munson in Dead by Daylight (2026).
Welche Auszeichnungen hat Quinn erhalten?
Quinns Preise spiegeln seinen schnellen Aufstieg: 2017 gewann er für Wish List den Manchester Theatre Award als bester Schauspieler in einer Studio-Produktion. Für Stranger Things erhielt er 2023 den MTV Movie & TV Award als bester Durchbruch-Darsteller; zuvor war er für einen Saturn Award nominiert. Für Hoard folgte 2024 eine BIFA-Nominierung als bestes Hauptdarsteller-Duo, für Warfare gewann das Ensemble 2025 den BIFA als beste Ensembleleistung. 2022 kürte ihn außerdem British GQ zu einem der Männer des Jahres.
Fragen und Antworten
In welchen Filmen spielt Quinn mit?
Zu seinen wichtigsten Kinofilmen zählen Overlord (2018), Make Up (2019), Hoard (2023), A Quiet Place: Day One (2024), Gladiator II (2024), Warfare (2025) und The Fantastic Four: First Steps (2025). Hinzu kommen Avengers: Doomsday (2026) und die Beatles-Filme (April 2028). Die vollständige Liste mit allen Rollen steht in der Filmografie-Tabelle oben.
Wer ist Eddie Munson?
Eddie Munson ist Quinns Figur in der vierten Staffel von Stranger Things: der Anführer des Dungeons-&-Dragons-Clubs Hellfire Club, der nach einem Todesfall in Hawkins fälschlich als Mörder gejagt wird. Im Finale opfert er sich, indem er die Demobats mit einem Gitarrensolo ablenkt, und stirbt in Dustins Armen.
Wen spielt Quinn in Gladiator II?
Quinn spielt den jungen Kaiser Geta, der gemeinsam mit seinem Bruder Caracalla über Rom herrscht. Regie führte Ridley Scott; der Film startete am 14. November 2024 in den deutschen Kinos. Quinns deutsche Stimme ist Constantin von Jascheroff.
Ist Quinn in Avengers: Doomsday dabei?
Ja. Quinn kehrt als Johnny Storm, die Menschliche Fackel aus The Fantastic Four: First Steps, in Avengers: Doomsday zurück. Marvel bestätigte ihn im März 2025 als Teil des Ensembles. Der Film soll am 18. Dezember 2026 in die Kinos kommen; Regie führen Anthony und Joe Russo.
Wen spielt Quinn in den Beatles-Filmen?
Quinn spielt George Harrison in Sam Mendes‘ vierteiligem Projekt The Beatles – A Four-Film Cinematic Event. Jeder Film erzählt die Bandgeschichte aus der Sicht eines Mitglieds; Paul Mescal spielt Paul McCartney, Harris Dickinson John Lennon und Barry Keoghan Ringo Starr. Die Filme sollen im April 2028 erscheinen.
Wie alt ist Quinn?
Quinn wurde am 26. Januar 1994 in London geboren und ist damit 32 Jahre alt (Stand: November 2026).
Weiterlesen auf Sharp Magazine
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