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Dominic Boeer: Biografie, Karriere und 399 Folgen als Lars Pöhlmann bei SOKO Wismar

Emilia Emil9 Min. Lesezeit

Dominic Boeer ist der Schauspieler, der in der ZDF-Krimiserie SOKO Wismar den Kriminalhauptkommissar Lars Pöhlmann spielt – und das mit 399 Folgen länger als fast jeder andere im aktuellen Ensemble. Nur Jan Reuter, gespielt von Udo Kroschwald, ist noch länger dabei. Boeers Weg nach Wismar führte über das Theater in Lippstadt, die Daily Soap Gute Zeiten, schlechte Zeiten und die ZDF-Serie Fünf Sterne. Dazwischen liegen ein Ausstieg, eine vierjährige Pause und eine Rückkehr, die in der Serie eine eigene Geschichte bekam. Diese Biografie fasst Leben, Karriere, Buch und Privatleben zusammen.

Realistische Illustration: Ein Polizist steht von hinten vor einem Fenster mit Blick auf den Hafen von Wismar
Realistische Illustration eines Polizisten mit Blick auf den Hafen von Wismar. Es existiert kein frei lizenziertes Foto von Dominic Boeer, daher steht diese Illustration stellvertretend für seine Rolle als Lars Pöhlmann.
In diesem Artikel
  1. Steckbrief
  2. Kindheit und Theateranfänge in Lippstadt
  3. Studium, Radio und Schauspielausbildung
  4. Der Durchbruch im Fernsehen: GZSZ und Fünf Sterne
  5. SOKO Wismar: Lars Pöhlmann
  6. Weitere Rollen in Film und Fernsehen
  7. Autor: Buch, Satire und Lehre
  8. Privatleben
  9. Filmografie (Auswahl)
  10. Häufige Fragen
  11. Quellen
  12. Weiterlesen auf Sharp Magazine

Steckbrief

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MerkmalAngabe
NameDominic Boeer
Geboren4. August 1978 in Warstein (Nordrhein-Westfalen)
Alter48 Jahre (Stand: November 2026)
BerufSchauspieler, Autor
Bekannt alsLars Pöhlmann in SOKO Wismar (Kriminalhauptkommissar)
SOKO Wismar2007–2011 und seit 2015, 399 Folgen
Weitere SerienGute Zeiten, schlechte Zeiten (Jonas Vossberg), Fünf Sterne (Tom Brahe), Die Draufgänger (Carl Berger)
Größe187 cm
SprachenDeutsch, Englisch, Französisch und Spanisch (Grundkenntnisse)
DialekteRuhrpott, Berlinisch, Westfälisch, Kölsch
WohnortBerlin
BuchVegetarier essen meinem Essen das Essen weg (2014, Piper)
FamilieEin Sohn (* 2010)

Kindheit und Theateranfänge in Lippstadt

Geboren wurde Boeer am 4. August 1978 in Warstein, einer Stadt im Sauerland. Aufgewachsen ist er in Lippstadt, wo er schon als Kind den Weg auf die Bühne fand. Mit acht Jahren stand er am Stadttheater Lippstadt in „Das Dschungelbuch“ auf der Bühne – als Mogli. Der frühe Einstieg ins Theater war kein Zufall: Boeer war schon als Junge von der Bühne fasziniert, und das Stadttheater in seiner Heimatstadt gab ihm die erste Gelegenheit, vor Publikum zu spielen.

Als Jugendlicher entdeckte er eine zweite Leidenschaft: Elvis Presley. Mit 18 Jahren schrieb er selbst ein Musical über den King of Rock ’n’ Roll – „Trouble with Elvis“ – und spielte darin auch die Hauptrolle, wieder am Stadttheater Lippstadt. Das Stück war mehr als ein Jugendprojekt: Es zeigte schon früh, dass Boeer nicht nur spielen, sondern auch schreiben und gestalten wollte. Diese doppelte Begabung – Schauspiel und Autorenschaft – prägt seine Karriere bis heute.

Stadttheater Lippstadt, wo Dominic Boeer als Kind auf der Bühne stand
Das Stadttheater Lippstadt: Hier stand Boeer mit acht Jahren als Mogli auf der Bühne und spielte mit 18 die Hauptrolle in seinem Elvis-Musical „Trouble with Elvis“. Foto: Heiner Kriener, Lippstadt / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Studium, Radio und Schauspielausbildung

Nach der Schule entschied sich Boeer zunächst für ein Studium: An der Universität Köln belegte er Politikwissenschaft und Politische Kommunikation. Parallel dazu sammelte er praktische Medienerfahrung: Er arbeitete als Moderator beim Lokalsender Hellweg Radio in Soest. Die Kombination aus Studium und Radioarbeit zeigt ein frühes Interesse an Kommunikation – ein Thema, das ihn später auch als Dozent und Autor begleiten sollte.

Die Schauspielerei gab er dabei nie auf. Seine Ausbildung erhielt er unter anderem bei amerikanischen Schauspielcoaches – finanziert durch die Filmförderungsanstalt Berlin. Diese ungewöhnliche Finanzierung und die Arbeit mit Coaches aus den USA prägten seinen Zugang zum Spiel: Boeer lernte sein Handwerk nicht an einer klassischen deutschen Schauspielschule, sondern in einem praxisnahen, international ausgerichteten Training.

Der Durchbruch im Fernsehen: GZSZ und Fünf Sterne

Der Lehrer Jonas Vossberg machte Dominic Boeer 2003 erstmals einem Millionenpublikum bekannt. In der RTL-Daily-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ spielte er den Lehrer über zwei Jahre, bis 2005. Die Rolle war sein erster großer Fernsehauftritt und der Einstieg in die deutsche Serienlandschaft. Für einen jungen Schauspieler war GZSZ ein Sprungbrett: Die Serie erreicht täglich ein großes Publikum, und die Figur des Lehrers gab Boeer eine feste, wiederkehrende Rolle.

Direkt im Anschluss wechselte Boeer zum ZDF: In der Serie „Fünf Sterne“ übernahm er von 2005 bis 2007 die Rolle des Tom Brahe. Auch hier blieb er über mehrere Jahre Teil des Ensembles. Zwischen den Serienauftritten führte ihn 2006 ein Kinoprojekt nach Kanada: In „Das Konklave“ stand er für seine erste internationale Filmproduktion vor der Kamera. Der Schritt ins Kino und ins Ausland markierte eine neue Stufe: Boeer war nun nicht mehr nur ein Seriengesicht, sondern auch im Film zu sehen.

Haupteingang des Filmstudios Babelsberg in Potsdam
Der Haupteingang des Filmstudios Babelsberg in Potsdam. Hier wird unter anderem „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ produziert – die Serie, mit der Boeer 2003 einem Millionenpublikum bekannt wurde. Foto: Hans1919 / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

SOKO Wismar: Lars Pöhlmann

Als Dominic Boeer 2007 nach Wismar kam, übernahm seine Figur die Stelle von Olav Hinzmann, gespielt von Kai Maertens. Als Polizeihauptmeister Lars Pöhlmann wurde er Teil des Ermittlerteams in der ZDF-Krimiserie, die in der Hansestadt an der Ostsee spielt. Die Drehorte in Wismar geben der Serie ihr unverwechselbares Gesicht – und Pöhlmann wurde schnell zu einer ihrer prägenden Figuren.

Vier Jahre lang ermittelte Pöhlmann an der Seite von Jan Reuter und dem Rest des Teams. 2011 war dann Schluss – zumindest vorerst: In der zehnten Folge der achten Staffel wurde Pöhlmann ohne weitere Erklärung durch Kai Timmermann ersetzt, gespielt von Mathias Junge. Die Serie gab keinen Grund für den Wechsel an, und auch Boeer selbst verließ die Produktion. Für die Zuschauer war der Abschied abrupt: Eine Figur, die vier Jahre zum Team gehört hatte, war plötzlich weg.

Die Pause nutzte Boeer für andere Projekte. Schon 2010 hatte er den Pilotfilm zur RTL-Actionserie „Die Draufgänger“ gedreht; ab 2012 spielte er in der Serie den Carl Berger. Jörg Schüttauf stand ihm dabei als Kollege zur Seite. Die Serie lief in acht Folgen. Daneben drehte er Kinofilme und übernahm Gastrollen in anderen Serien – die Zeit ohne SOKO Wismar war also keine Pause vom Schauspiel, sondern eine Phase mit anderen Rollen.

2015 kehrte Pöhlmann zurück – und die Serie gab der Rückkehr eine eigene Geschichte. In der 13. Folge der elften Staffel („Undercover“) kam Lars Pöhlmann von einer Ausbildung bei Interpol nach Wismar zurück und übernahm als Kriminaloberkommissar den Platz von Nils Theede. Zunächst war er nur für einen einzigen Fall in der Stadt; schon bald darauf sagte er zu, dauerhaft zurückzukehren und die Stelle anzunehmen. Seitdem gehört er wieder fest zum Team – inzwischen im Rang eines Kriminalhauptkommissars.

Mit 399 Folgen ist Boeer nach Udo Kroschwald als Jan Reuter (529 Folgen) das dienstälteste aktuelle Ensemblemitglied der Serie. Zum aktuellen Team gehört auch Yassen Atanassov als Theodor Petkov; im Laufe der Jahre stand Boeer zudem mit Gustavs Gailus als Eddi Jansons vor der Kamera. Auch in den neuen Folgen gehört Pöhlmann weiter zum festen Team. Außerhalb von Wismar tauchte die Figur ebenfalls auf: 2022 gastierte Boeer als Pöhlmann in einer Folge von SOKO Stuttgart („Das Pfandhaus“), wo er aushilfsweise den Stuttgarter Kollegen Joachim Stoll vertrat.

Schon 2010 war Boeer in einer Folge von SOKO Stuttgart zu sehen – damals allerdings in einer ganz anderen Rolle: als Karsten Radke. Die Episode „Tödliche Falle“ hatte mit Pöhlmann nichts zu tun. Erst 2022 kehrte er als seine Wismarer Figur in die Stuttgarter Serie zurück. Die beiden Auftritte zeigen, wie eng die SOKO-Welt vernetzt ist: Ein Schauspieler kann in einer Schwester-Serie erst einen Fremden spielen und Jahre später als seine eigene Figur wiederkommen.

Das Wassertor in Wismar am Alten Hafen
Das Wassertor in Wismar am Alten Hafen. In der Hansestadt spielt SOKO Wismar – und hier ermittelt Lars Pöhlmann seit 2007, mit einer vierjährigen Pause, in 399 Folgen. Foto: Niteshift / Wikimedia Commons (CC BY 3.0)

Weitere Rollen in Film und Fernsehen

Neben SOKO Wismar blieb Boeer in vielen anderen Produktionen präsent. 2013 war ein besonders dichtes Jahr: Er spielte in der internationalen Serie „Crossing Lines“, in den Kinofilmen „Männerhort“ und „Buddy“ sowie in einem „Tatort“ („Allmächtig“) und einem „Polizeiruf 110“ („Der verlorene Sohn“). Auch in Serien wie „Dr. Klein“ (2014–2017), „Der Knastarzt“, „Notruf Hafenkante“ und „Heldt“ übernahm er Rollen.

Später folgten unter anderem „Akte Ex“ (2016), „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ (2018) und die Kinofilme „Das Begräbnis“ und „Liebesdings“ (beide 2022). 2026 war er in einer Folge von „In aller Freundschaft“ („Ein wahrer Freund“) zu sehen. Die Liste zeigt: Boeer ist ein vielbeschäftigter Seriendarsteller, der zwischen Krimi, Drama und Komödie wechselt – ohne dass eine einzelne Rolle außer Pöhlmann sein Bild dauerhaft geprägt hätte.

Für seine Rollen bringt Boeer auch sprachliche Vielseitigkeit mit: Neben Deutsch spricht er fließend Englisch und hat Grundkenntnisse in Französisch und Spanisch. Dazu kommen mehrere Dialekte – Ruhrpott spricht er als Muttersprache, außerdem Berlinisch, Westfälisch und Kölsch. Diese Bandbreite hilft ihm, Figuren aus unterschiedlichen Regionen glaubwürdig zu spielen.

Autor: Buch, Satire und Lehre

Neben der Schauspielerei schreibt Dominic Boeer auch Bücher. Sein erstes Buch legte Boeer 2014 vor. Es erschien im Piper-Verlag und ist eine Satire, die er gemeinsam mit Samira El Ouassil verfasste: „Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg. Warum man sich nicht jeden Spaß verderben lassen sollte“. Das Buch nimmt mit Humor die Debatte um Ernährung und Lebensstil aufs Korn. Schon vorher hatten Boeer und El Ouassil gemeinsam die Serie „Karriere in Konformistan“ auf dem Blog „Die Achse des Guten“ veröffentlicht (2012–2014).

Schreiben und Lehren gehören für Boeer zusammen: Er verfasste Konzepte für einen CDU-Politiker und unterrichtet Medienkommunikation an der ISM in Dortmund. Bei der Bundestagswahl 2025 stellte er sich hinter Friedrich Merz.

Privatleben

Boeer lebt in Berlin. Mit der australischen Tänzerin, Choreografin und Ernährungsberaterin Alexandra Hipwell hat er einen Sohn, der 2010 geboren wurde. Boeer erzieht den Jungen allein. Im Podcast „Echte Papas“ erzählte er im April 2026, dass er sich von der Mutter trennte, als der Sohn drei Jahre alt war, und eine Zeit lang alleinerziehend war. Der Sohn war zum Zeitpunkt des Gesprächs 15 Jahre alt.

Blick über Warstein vom Piusberg aus
Warstein im Sauerland, von oben gesehen: Hier wurde Boeer 1978 geboren. Aufgewachsen ist er in Lippstadt, heute lebt er in Berlin. Foto: Th. Zimmermann (THWZ) / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)

Filmografie (Auswahl)

Auf kleinen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich verschieben.

JahrTitelRolle / Anmerkung
2003Bookies–
2003Die Camper–
2003St. Angela–
2003Der Ermittler–
2003Medicopter 117 – Jedes Leben zählt–
2003/2004Ritas WeltFolge „Gigantentreffen“; im Abspann fälschlich als „Domenic Boeer“
2003–2005Gute Zeiten, schlechte ZeitenJonas Vossberg
2005–2007Fünf SterneTom Brahe
2006Das KonklaveKinofilm
2007/2011Doctor’s Diary–
2007–2011, seit 2015SOKO WismarLars Pöhlmann (399 Folgen)
2008/2009Die Dreisten Drei–
2010SOKO StuttgartFolge „Tödliche Falle“ (Karsten Radke)
2010Küstenwache–
2010/2012Die DraufgängerCarl Berger (Pilotfilm 2010, Serie 2012, 8 Folgen)
2013Crossing Lines–
2013MännerhortKinofilm
2013BuddyKinofilm
2013TatortFolge „Allmächtig“
2013Polizeiruf 110Folge „Der verlorene Sohn“
2013HeldtFolge „Totalschaden“
2014Der Knastarzt2 Folgen
2014Notruf HafenkanteFolge „Bataillon d’Amour“
2014–2017Dr. Klein–
2016Akte ExFolge „Die letzten Tage“
2018In aller Freundschaft – Die jungen ÄrzteFolge „Entscheidungsfragen“
2022SOKO StuttgartFolge „Das Pfandhaus“ (als Lars Pöhlmann)
2022Das Begräbnis–
2022Liebesdings–
2026In aller FreundschaftFolge „Ein wahrer Freund“

Häufige Fragen

Wann und wo wurde Boeer geboren?

Dominic Boeer wurde am 4. August 1978 in Warstein geboren. Er ist 48 Jahre alt (Stand: November 2026) und lebt in Berlin.

Welche Rolle spielt Dominic Boeer bei SOKO Wismar?

Boeer spielt den Kriminalhauptkommissar Lars Pöhlmann. Er war von 2007 bis 2011 dabei, verließ die Serie und kehrte 2015 zurück. Bis heute hat er 399 Folgen gedreht.

Warum verließ Lars Pöhlmann SOKO Wismar 2011?

Die Serie ließ Pöhlmann in Staffel 8, Folge 10, ohne jede Begründung von Kai Timmermann ablösen. Einen Grund nannte sie nicht. Boeer nutzte die Zeit unter anderem für die RTL-Serie „Die Draufgänger“.

Wann kehrte Lars Pöhlmann zurück?

2015, in der 13. Folge der elften Staffel. Pöhlmann kam von einer Ausbildung bei Interpol zurück und übernahm den Platz von Nils Theede. Erst sollte er nur einen Fall lösen – dann blieb er dauerhaft.

Hat Boeer ein Buch geschrieben?

Ja – 2014, zusammen mit Samira El Ouassil. Der Piper-Verlag brachte die Satire „Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg. Warum man sich nicht jeden Spaß verderben lassen sollte“ heraus.

Wo lebt Boeer?

Boeer lebt in Berlin. Geboren wurde er in Warstein, aufgewachsen ist er in Lippstadt.

Quellen

Weiterlesen auf Sharp Magazine

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