Regina Ziegler tot mit 82 Jahren: Leben, Karriere und Vermächtnis
Die Filmproduzentin Regina Ziegler ist in der Nacht zum 1. November 2026 im Alter von 82 Jahren in einem Berliner Krankenhaus gestorben. Ihre Familie war bei ihr, wie mehrere Berichte übereinstimmend melden. Die Tochter Tanja Ziegler bestätigte den Tod gegenüber der „Bild“, ein Sprecher der Produktionsfirma Ziegler Film bestätigte ihn der Deutschen Presse-Agentur. Ziegler galt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des deutschen Films und Fernsehens und als Pionierin: 1973 gründete sie als erste Frau in Deutschland eine eigene Produktionsfirma und realisierte in mehr als 50 Jahren mehr als 500 Film- und Fernsehproduktionen.

In diesem Artikel
- Wie ist Regina Ziegler gestorben?
- Wer war Regina Ziegler?
- Wie gründete sie 1973 ihre eigene Firma?
- Welche Filme und Serien hat Regina Ziegler produziert?
- Wer gehörte zu ihrer Familie?
- Welche Preise hat Regina Ziegler gewonnen?
- Wie würdigen ZDF und ARD Regina Ziegler?
- Was wird aus Ziegler Film?
- Häufige Fragen zu Regina Ziegler
- Weiterlesen auf Sharp Magazine
Ziegler prägte das deutsche Kino und Fernsehen über Jahrzehnte hinweg, vom anspruchsvollen Autorenfilm bis zu erfolgreichen Fernsehserien. Sie arbeitete mit Regisseuren wie Rainer Werner Fassbinder, Volker Schlöndorff und Ulrich Schamoni und stand für ARD-Erfolge wie „Weissensee“ ebenso wie für ZDF-Reihen wie „Familie Bundschuh“ und „Kommissarin Heller“. Für ihr Lebenswerk wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Gründerpreis 2024.
Wie ist Regina Ziegler gestorben?
Ziegler starb in der Nacht von Samstag auf Sonntag, also vom 31. Oktober auf den 1. November 2026, unerwartet in einem Berliner Krankenhaus. Ihre Familie war bei ihr. Das bestätigte ihre Tochter Tanja Ziegler der „Bild“; ein Sprecher der Ziegler Film GmbH bestätigte den Tod der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.
Am Sonntagnachmittag veröffentlichten Tanja Ziegler und das Unternehmen Ziegler Film einen gemeinsamen Beitrag auf Instagram. Darin heißt es: „Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer müssen wir mitteilen, dass Regina Ziegler heute Morgen, am 1. November, verstorben ist. Mit ihr verlieren wir nicht nur die Gründerin von Ziegler Film, sondern auch eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die die deutsche Film- und Fernsehlandschaft über Jahrzehnte geprägt hat.“
Eine Todesursache wurde zunächst nicht bekannt gegeben. Angaben dazu lagen in den ersten Meldungen nicht vor. Auch zu einer möglichen Trauerfeier wurde zunächst nichts mitgeteilt.
Noch Anfang Oktober 2026 war Ziegler öffentlich zu sehen. Am 6. Oktober zeigte sie sich in Berlin bei der Premiere ihres Films „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“ von Volker Schlöndorff. Berichten zufolge war es ihr letzter öffentlicher Auftritt. Auf der Frankfurter Buchmesse wurde die Verfilmung von Jenny Erpenbecks Roman „Heimsuchung“ mit dem Preis für die beste Adaption 2026 ausgezeichnet. Von einem Ruhestand wollte die Produzentin bis zuletzt nichts wissen: Berichten zufolge sagte sie noch 2026: „Ich werde 100 und bis dahin will ich noch ganz viel produzieren!“
Wer war Regina Ziegler?
Regina Ziegler wurde am 8. März 1944 als Regina Krömer in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt geboren. Ihre Mutter war Journalistin und Filmkritikerin, ihr Vater Brunnenbauer. Am Ende des Zweiten Weltkrieges floh die Familie nach Obernkirchen ins Weserbergland, wo die Mutter als Lokalreporterin arbeitete. Nach dem Abitur 1964 ging Ziegler mit ihrem ersten Ehemann Hartmut Ziegler nach Berlin und begann ein Jurastudium, das sie nach einem Semester wieder abbrach.
Danach absolvierte sie eine Ausbildung zur Wirtschaftsdolmetscherin, arbeitete aber nie in diesem Beruf. Stattdessen wurde sie Produktionsassistentin beim Sender Freies Berlin. Anfang der 1970er Jahre arbeitete sie für Rosa von Praunheim, unter anderem als Produktionsleiterin für dessen Film „Berliner Bettwurst“, und sammelte so ihre ersten Erfahrungen in der Filmproduktion. Sie lebte in Berlin-Schlachtensee.
Die Liebe zum Film wurde ihr früh vermittelt: Ihre Mutter, Journalistin und Filmkritikerin, nahm sie schon als Kind mit zu Vorführungen. Diese frühen Kinobesuche prägten sie nachhaltig und führten sie schließlich selbst in die Filmbranche – zunächst als Produktionsassistentin, dann als Produktionsleiterin und schließlich als Gründerin einer eigenen Firma.
Wie gründete sie 1973 ihre eigene Firma?
1973 kündigte Ziegler ihre Festanstellung und gründete am 27. April ihre eigene Produktionsfirma, die Regina Ziegler Filmproduktion. Das Startkapital betrug 60 D-Mark, dazu kam Geld, das sie sich bei Freunden und Verwandten borgte. Sie war damit die erste Frau, die in Deutschland eine eigene Produktionsfirma gründete, und blieb nach eigenen Angaben viele Jahre die einzige Frau in der Branche.
Ihre erste Produktion war „Ich dachte, ich wäre tot“ von Wolf Gremm, zugleich dessen erste Spielfilmregie. Für den Film erhielt sie den Bundesfilmpreis. Zunächst konzentrierte sie sich auf die Förderung junger, wenig bekannter Regisseure. Später produzierte sie häufig für das Fernsehen. Im Jahr 2000 wurde das Unternehmen in die Ziegler Film GmbH & Co. KG umgewandelt; seitdem führte sie die Firma gemeinsam mit ihrer Tochter Tanja Ziegler, die im selben Jahr in das Unternehmen einstieg.
Welche Filme und Serien hat Regina Ziegler produziert?
Zieglers Werk reicht vom Autorenfilm bis zur publikumswirksamen Fernsehserie. Sie produzierte Filme von Ulrich Schamoni, Rosa von Praunheim, Helma Sanders-Brahms, Jeanine Meerapfel, Jean-Marie Straub und Andrzej Wajda ebenso wie Arbeiten mit Rainer Werner Fassbinder („Kamikaze 1989″) und Volker Schlöndorff („Rückkehr nach Montauk“). Für die ARD prägte sie unter anderem „Die große Flatter“, „Weissensee“, „Der Mann mit dem Fagott“, „Gladbeck“ und „Martha Liebermann – Ein gestohlenes Leben“. Für das ZDF produzierte sie erstmals 1979/80 den Spielfilm „Fabian“ nach dem Roman von Erich Kästner, später unter anderem „Die Wölfe“, „Die Holzbaronin“, „Die Toten von Hameln“ sowie die Reihen „Kommissarin Heller“, „Lena Lorenz“ und „Familie Bundschuh“.
Daneben produzierte sie über viele Jahre Krimireihen und Fernsehfilme für unterschiedliche Sender. Seit 2008 läuft die Krimireihe „Mordkommission Istanbul“, dazu kamen „Tatort“-Folgen wie „Oben und unten“ (2009) und „Großer schwarzer Vogel“ (2014) sowie Reihen wie „Dresden Mord“ und Filme wie „Bergfried“ (2016). Ihre frühen Kinofilme entstanden in Zusammenarbeit mit Regisseuren des Neuen Deutschen Films und jungen Talenten, die sie gezielt förderte. Diese Breite – vom Kinofilm über den Fernsehmehrteiler bis zur lang laufenden Reihe – machte Ziegler Film zu einem der dauerhaft aktiven unabhängigen Produktionshäuser in Deutschland.
Bei den Jahresangaben folgt die Tabelle der Filmografie bei Wikipedia; Unternehmensangaben weichen vereinzelt ab.
Die erste Staffel von „Weissensee“ gewann den Deutschen Fernsehpreis als beste Serie, der Zweiteiler „Der Mann mit dem Fagott“ wurde mit dem Deutschen Fernsehpreis als bester Mehrteiler und mit der österreichischen Romy als bestes Fernsehdrama ausgezeichnet. Bis zuletzt blieb Ziegler aktiv: 2024 produzierte sie „In Liebe, Eure Hilde“ unter der Regie von Andreas Dresen, 2026 folgte mit „Heimsuchung“ ihre letzte Kinoproduktion.
Wer gehörte zu ihrer Familie?
Zieglers erster Ehemann war Hartmut Ziegler, mit dem sie 1964 nach Berlin ging. Nach der Scheidung gründete sie 1973 ihre eigene Firma. Beim Sender Freies Berlin lernte sie den Regisseur Wolf Gremm kennen, dessen erste Spielfilmregie sie produzierte. Sie heiratete Gremm und produzierte wiederholt seine Filme, darunter „Fabian“. Gremm starb 2015 an Krebs.
Ihre Tochter aus erster Ehe, Tanja Ziegler, stieg im Jahr 2000 in das Unternehmen ein und führte es seitdem gemeinsam mit ihrer Mutter. Seit 2006 hält sie die Mehrheit der Anteile. Tanja Ziegler bestätigte den Tod ihrer Mutter gegenüber der „Bild“ und erinnerte am Sonntagmittag auf ihrem Instagram-Konto mit einem Bild an sie. Seit 2011 führte Regina Ziegler zudem gemeinsam mit ihrer Tochter das Berliner Programmkino Filmkunst 66.
Welche Preise hat Regina Ziegler gewonnen?
Die Liste ihrer Auszeichnungen ist lang und reicht vom Bundesfilmpreis für ihren ersten Spielfilm bis zu mehreren Preisen für ihr Lebenswerk. Sie erhielt unter anderem den Deutschen Filmpreis und den Grimme-Preis. 1998 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet, 2001 mit dem Verdienstorden des Landes Berlin, 2003 mit dem Berliner Bären und 2008 mit dem Goldenen Julius. 2009 folgte der International Emmy.
Für ihr Lebenswerk wurde sie 2012 mit einem Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin geehrt, 2016 mit der Platin-Romy der Akademie und 2018 mit dem Carl Laemmle Produzentenpreis. 2024 erhielt sie den Deutschen Gründerpreis für ihr Lebenswerk. Bereits 2005 war sie von der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ zur Honorarprofessorin für Film- und Fernsehproduktion ernannt worden, und im April 2006 ehrte sie das Museum of Modern Art in New York mit einer Retrospektive. Hinzu kommen die Berlinale Kamera und der American Cinema Foundation Award.
Wie würdigen ZDF und ARD Regina Ziegler?
Das ZDF würdigte Ziegler als langjährige und hoch geschätzte Partnerin. Intendant Norbert Himmler erklärte: „Mit ihrem kreativen und unternehmerischen Lebenswerk hat Regina Ziegler deutsche Film- und Fernsehgeschichte geschrieben.“ Programmdirektorin Nadine Bilke nannte sie ein großes Vorbild für Frauen in der Branche: „Als Deutschlands erste Filmproduzentin hat sie den Weg für uns alle geebnet. Ihre Tatkraft war ansteckend, ihre Lebensleistung inspirierend. Wir werden sie vermissen.“ Zum Nachruf des ZDF
Das ZDF stellte sein Programm zu Ehren Zieglers um und kündigte für Montag, den 2. November 2026, um 20:15 Uhr „Familie Bundschuh – Bundschuh gegen Bundschuh“ sowie um 0:15 Uhr „Fabian“ an. Im Laufe der Woche sollten zudem „Kommissarin Heller“ und „Die Holzbaronin“ wiederholt werden.
Auch die ARD trauerte um die Produzentin. ARD-Programmdirektorin Christine Strobl und Christoph Pellander, Geschäftsführer der ARD Degeto Film, würdigten sie als eine der prägendsten Persönlichkeiten des deutschen Films und Fernsehens, die Geschichten nicht nur erzählt, sondern möglich gemacht habe. Die ARD wies darauf hin, dass in der Mediathek unter anderem „Martha Liebermann – Ein gestohlenes Leben“ zu sehen ist. Zur Mitteilung der ARD Schauspielerin Marion Kracht verabschiedete sich mit einer persönlichen Botschaft: „Wir verlieren eine der ganz Großen“, schrieb sie unter einem Beitrag von Ziegler Film.
Die Nachricht vom Tod löste in der Film- und Fernsehbranche große Betroffenheit aus. Unter dem Trauerbeitrag von Ziegler Film sammelten sich schnell viele mitfühlende Kommentare, und zahlreiche Schauspielerinnen und Schauspieler würdigten die Produzentin in persönlichen Botschaften. Die einhellige Würdigung – von ARD und ZDF bis zu einzelnen Kolleginnen und Kollegen – zeigt, wie sehr Ziegler als Möglichmacherin von Geschichten geschätzt wurde.
Was wird aus Ziegler Film?
Seit dem Jahr 2000 führte Ziegler die Produktionsfirma gemeinsam mit ihrer Tochter Tanja Ziegler, die auch Geschäftsführerin ist. Ob und wie das Unternehmen nach dem Tod der Gründerin weitergeführt wird, war in den ersten Mitteilungen kein Thema. Die Filme und Serien aus mehr als 50 Jahren bleiben dagegen sichtbar: Neben den Wiederholungen im Fernsehen sind Werke wie „Martha Liebermann – Ein gestohlenes Leben“ in der ARD Mediathek abrufbar. Zur Website von Ziegler Film
Ziegler Film blieb über die Jahrzehnte ein unabhängiges, familiengeführtes und international tätiges Unternehmen. Tanja Ziegler ist als Geschäftsführerin seit langem in die Leitung eingebunden und verantwortete Projekte gemeinsam mit der Firmengründerin.
Weitere biografische Angaben und die vollständige Filmografie finden sich unter anderem bei Wikipedia.
Häufige Fragen zu Regina Ziegler
Woran ist Regina Ziegler gestorben?
Eine Todesursache wurde zunächst nicht bekannt gegeben. Bekannt ist nur, dass sie in der Nacht zum 1. November 2026 unerwartet in einem Berliner Krankenhaus starb und ihre Familie bei ihr war.
Wie alt wurde Regina Ziegler?
Sie wurde 82 Jahre alt. Ziegler wurde am 8. März 1944 in Quedlinburg geboren und starb am 1. November 2026 in Berlin.
Was war Regina Zieglers bekannteste Serie?
Ihre bekannteste Serie ist „Weissensee“ (ARD, 2010–2018), deren erste Staffel den Deutschen Fernsehpreis als beste Serie gewann. Daneben stehen die ZDF-Reihen „Familie Bundschuh“ und „Kommissarin Heller“ für ihren Fernseherfolg.
War Regina Ziegler verheiratet?
Ja. Ihr erster Ehemann war Hartmut Ziegler. Später heiratete sie den Regisseur Wolf Gremm, mit dem sie bis zu seinem Tod 2015 verheiratet war. Ihre Tochter Tanja Ziegler führt das Unternehmen Ziegler Film mit.
Was wird aus Ziegler Film nach ihrem Tod?
Das ist zunächst offen. Seit 2000 führte Ziegler die Firma gemeinsam mit ihrer Tochter Tanja Ziegler. Eine Nachfolgeregelung war in den ersten Mitteilungen nach dem Tod kein Thema.
Wo kann man Filme von Regina Ziegler sehen?
Die ARD wies darauf hin, dass in der Mediathek unter anderem „Martha Liebermann – Ein gestohlenes Leben“ abrufbar ist. Das ZDF zeigte am 2. November 2026 „Familie Bundschuh – Bundschuh gegen Bundschuh“ und „Fabian“ und kündigte weitere Wiederholungen an.
Weiterlesen auf Sharp Magazine
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