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Eishockey Regeln: Spielfeld, Abseits, Strafen und Wertung

Emilia Emil16 Min. Lesezeit
Eishockeyspiel der DEL in Dresden
DEL-Spiel in Dresden: Sechs Spieler pro Team, ein Puck und ein Tor von 1,83 Metern Breite. Foto: Sandro Halank / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
In diesem Artikel
  1. Eishockey Regeln: Spielfeld, Abseits, Strafen und Wertung
  2. Was ist Eishockey?
  3. Wie groß ist das Eishockey-Spielfeld?
  4. Wie ist ein Eishockeyspiel aufgebaut?
  5. Wie funktioniert das Abseits?
  6. Was ist Icing?
  7. Wie laufen Bullys ab?
  8. Welche Strafen gibt es im Eishockey?
  9. Was darf der Torwart – und was nicht?
  10. Wie wird ein Spiel entschieden?
  11. Was prüft der Videobeweis?
  12. Was gilt in der Saison 2026/27?
  13. Häufige Fragen
  14. Fazit
  15. Weiterlesen auf Sharp Magazine

Eishockey Regeln: Spielfeld, Abseits, Strafen und Wertung

Stand: 5. November 2026.

Eishockey ist der schnellste Mannschaftssport der Welt: Sechs Spieler pro Team jagen auf Schlittschuhen einem Puck hinterher, der über 160 Stundenkilometer schnell werden kann, und schießen ihn in ein Tor, das nur 1,83 Meter breit ist. Wer nur auf die Tore schaut, versteht die Hälfte nicht. Die Eishockey Regeln bestimmen, wie groß das Spielfeld ist, wann ein Angriff Abseits ist, was ein Fehler kostet und wie ein Spiel entschieden wird, wenn es nach 60 Minuten unentschieden steht. Dieser Ratgeber erklärt alle wichtigen Regeln für die Saison 2026/27 – mit dem Regelwerk der IIHF und der DEL als Grundlage und den Unterschieden zur nordamerikanischen NHL, wo sie wirklich zählen.

Verantwortlich für das internationale Regelwerk ist die International Ice Hockey Federation (IIHF). Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) spielt nach IIHF-Regeln mit wenigen eigenen Anpassungen; die NHL in Nordamerika hat ein eigenes Regelbuch. Wo die Regelwerke voneinander abweichen – etwa bei der Schlägerei, bei der Verlängerung oder bei der Punktevergabe –, ist das in diesem Ratgeber ausdrücklich gekennzeichnet.

Was ist Eishockey?

Eishockey ist ein Mannschaftssport auf dem Eis, bei dem zwei Teams mit Schlägern versuchen, einen flachen Gummipuck ins gegnerische Tor zu schießen. Jede Mannschaft hat sechs Spieler auf dem Eis: fünf Feldspieler und einen Torwart. Gespielt wird in drei Dritteln zu je 20 Minuten reiner Spielzeit – die Uhr stoppt bei jeder Unterbrechung. Das Team mit den meisten Toren gewinnt.

Der Puck ist eine Scheibe aus vulkanisiertem Gummi mit 7,62 Zentimetern Durchmesser, 2,54 Zentimetern Dicke und einem Gewicht von 156 bis 170 Gramm. Er muss die Torlinie vollständig überqueren, damit ein Tor zählt. Ein Tor zählt auch dann, wenn der Puck von einem Schläger, einem Schlittschuh oder einem Körperteil abgelenkt wird – solange er nicht absichtlich mit der Hand oder dem Fuß ins Tor befördert oder mit einem hohen Stock über Schulterhöhe erzielt wurde.

Die Feldspieler teilen sich in vier Sturmreihen und drei Verteidigerpaare auf, die im Wechsel auf dem Eis stehen. Ein Wechsel ist jederzeit möglich, auch während das Spiel läuft – der eingewechselte Spieler darf das Eis erst betreten, wenn der ausgewechselte Spieler die Bank fast erreicht hat. Wer zu früh kommt, kassiert eine Bankstrafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis.

Wie groß ist das Eishockey-Spielfeld?

Das Spielfeld ist eine rechteckige Eisfläche mit abgerundeten Ecken, umgeben von einer Bande. Nach den Eishockey Regeln der IIHF misst ein Spielfeld für Weltmeisterschaften 60 Meter in der Länge und 30 Meter in der Breite; schmalere Flächen von 26 bis 30 Metern sind zugelassen. Die NHL spielt auf einem schmaleren Eis von 200 mal 85 Fuß, also etwa 61 mal 25,9 Metern. Auf dem breiteren europäischen Eis haben die Spieler mehr Platz an den Flanken, das Spiel wirkt dadurch weniger eng als in Nordamerika.

Auf kleinen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich verschieben.

Maß IIHF / DEL NHL
Spielfeld 60 m × 30 m (26–30 m Breite zugelassen) 200 × 85 Fuß (61 × 25,9 m)
Torlinie ab Bande 4 m 11 Fuß (3,4 m)
Blaue Linien (Abstand) 15 m 50 Fuß (15,2 m)
Tor 1,83 m breit, 1,22 m hoch 1,83 m breit, 1,22 m hoch
Anspielkreise Radius 4,5 m Radius 15 Fuß (4,57 m)
Torwart-Trapezoid Vorhanden, 6,80 m / 8,60 m Vorhanden, 22 Fuß / 28 Fuß (6,7 m / 8,5 m)

Zwei blaue Linien teilen das Eis in drei Zonen: die beiden Angriffs- beziehungsweise Verteidigungszonen an den Enden und die neutrale Zone in der Mitte. Die rote Mittellinie halbiert die neutrale Zone. Die Torlinie verläuft 4 Meter vor der Bande; hinter ihr liegt der Raum, in dem der Torwart den Puck spielen darf. Vor jedem Tor ist der hellblau markierte Torraum, in dem der Torwart vor Behinderung geschützt ist: Ein Angreifer darf sich dort nicht aufhalten, wenn er den Torwart behindert.

Auf dem Eis gibt es neun Anspielpunkte, an denen ein Bully stattfinden kann: einen in der Mitte, je zwei in der neutralen Zone und je zwei in jeder Endzone. Um die Mittel- und Endzonenpunkte sind Kreise mit 4,5 Metern Radius gezogen; die neutralen Punkte haben einen Durchmesser von 60 Zentimetern und liegen 1,5 Meter vor den blauen Linien. Die Endzonenpunkte liegen 6 Meter vor der Torlinie und 14 Meter auseinander.

Wie ist ein Eishockeyspiel aufgebaut?

Ein Spiel dauert drei Drittel zu je 20 Minuten reiner Spielzeit. Zwischen den Dritteln gibt es Pausen von 15 Minuten nach IIHF- und DEL-Regeln; in der NHL dauert die Drittelpause 18 Minuten. Nach dem zweiten Drittel wechseln die Teams die Seiten. Fällt nach 60 Minuten keine Entscheidung, folgt eine Verlängerung und danach ein Penaltyschießen – die genauen Formate unterscheiden sich je nach Wettbewerb und stehen weiter unten.

Auf dem Spielbericht stehen nach IIHF-Regeln 20 Feldspieler und zwei Torwarte, in der NHL sind es 18 Feldspieler und zwei Torwarte. Auf dem Eis stehen immer fünf Feldspieler und ein Torwart pro Team. Die Feldspieler sind ein Center, zwei Flügelstürmer und zwei Verteidiger. Der Center führt die Bullys aus und organisiert das Spiel in der Mitte, die Flügelstürmer spielen an den Banden, die Verteidiger sichern das eigene Drittel und bauen das Spiel von hinten auf.

Pro Partie steht jedem Team eine einzige Auszeit von 30 Sekunden zur Verfügung. Ein Spiel wird von zwei Hauptschiedsrichtern und zwei Linienrichtern geleitet. Die Schiedsrichter entscheiden über Tore und Strafen, die Linienrichter über Abseits, Icing und Bullys. Bei einem umstrittenen Tor prüfen die Schiedsrichter mit dem Videobeweis, ob der Puck die Linie vollständig überquert hat.

Wie funktioniert das Abseits?

Abseits liegt vor, wenn ein Angreifer mit beiden Kufen über die blaue Linie fährt, während der Puck die Linie noch nicht vollständig passiert hat. Entscheidend ist die Position der Schlittschuhe: Beide Kufen müssen die Linie vollständig überquert haben, damit ein Spieler Abseits steht. Der Schläger oder ein anderes Körperteil zählt nicht. Eine Ausnahme gilt, wenn ein Spieler den Puck kontrolliert und rückwärts über die Linie fährt – dann dürfen seine Kufen vor dem Puck sein.

In den meisten Fällen gilt das verzögerte Abseits: Der Linienrichter hebt den Arm, stoppt das Spiel aber nicht sofort. Die angreifenden Spieler müssen dann die Angriffszone vollständig verlassen und mit einer Kufe die blaue Linie berühren – das nennt man Tag-up. Sobald alle Angreifer die Zone verlassen haben oder die verteidigende Mannschaft den Puck in die neutrale Zone spielt, ist das Abseits aufgehoben und das Spiel läuft weiter. Berührt dagegen ein Angreifer den Puck oder checkt einen Gegner, während das verzögerte Abseits angezeigt ist, pfeift der Linienrichter ab.

Nach einem Abseitspfiff gibt es ein Bully an einem Anspielpunkt in der neutralen Zone – bei einem absichtlich herbeigeführten Abseits oder einem Pass aus der eigenen Verteidigungszone dagegen in der Verteidigungszone der fehlbaren Mannschaft. Ein Tor, das aus einer Abseitsposition heraus erzielt wird, zählt nicht.

Was ist Icing?

Icing – auf Deutsch auch Befreiungsschlag genannt – liegt vor, wenn ein Spieler den Puck aus der eigenen Spielfeldhälfte, also von hinter der roten Mittellinie, über die gegnerische Torlinie schießt, ohne dass ihn unterwegs jemand berührt, und seine Mannschaft dabei in gleicher oder Überzahl spielt. Das Spiel wird dann unterbrochen und das Bully findet in der Verteidigungszone der Mannschaft statt, die das Icing verursacht hat. Die Mannschaft, die gefoult hat, darf vor diesem Bully ihre Spieler nicht wechseln.

Seit 2014 gilt bei der IIHF das Hybrid-Icing, in der NHL seit der Saison 2013/14. Dabei entscheidet der Linienrichter im Laufduell, wer den Puck zuerst am Anspielpunkt erreichen würde: Gewinnt der Verteidiger das Rennen, pfeift er das Icing früh ab, um gefährliche Zusammenstöße an der Bande zu vermeiden. Gewinnt der Angreifer, läuft das Spiel weiter. Vorher gab es das Touch-Icing, bei dem die Spieler bis zur Torlinie um den Puck kämpfen mussten – mit schweren Verletzungen als Folge.

Kein Icing gibt es in vier Fällen: wenn die Mannschaft in Unterzahl spielt, wenn der Torwart den Puck spielen kann, wenn der Puck direkt nach einem Bully über die Linie geht und wenn der Puck ins Tor geht – dann zählt das Tor. Ein Icing, das aus einer Unterzahlsituation heraus geschossen wird, ist erlaubt und gehört zur Taktik des Unterzahlspiels.

Wie laufen Bullys ab?

Ein Bully – im Englischen Face-off – startet das Spiel zu Beginn jedes Drittels, nach jedem Tor und nach jeder Spielunterbrechung. Die beiden Center stellen sich am Anspielpunkt gegenüber auf, die Schläger auf dem Eis, und der Schiedsrichter lässt den Puck zwischen ihnen fallen. Die übrigen Spieler müssen sich außerhalb des Anspielkreises und auf ihrer Seite der Markierungen aufhalten, bis der Puck gefallen ist.

Eishockey Regeln: Bully am Anspielpunkt
Bully am Anspielpunkt: Die beiden Center kämpfen um den fallenden Puck, die Mitspieler warten außerhalb des Kreises. Foto: JonRidinger / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Der Anspielpunkt hängt vom Grund der Unterbrechung ab: Nach einem Tor und zu Beginn eines Drittels gibt es das Bully in der Mitte. Nach einem Icing in der Verteidigungszone der fehlbaren Mannschaft, nach einem Abseits in der neutralen Zone. Wer beim Bully zu früh in den Kreis eindringt oder den Puck vor dem Fall berührt, wird vom Anspielpunkt verwiesen – beim zweiten Verstoß derselben Mannschaft im selben Bully gibt es eine kleine Strafe wegen Spielverzögerung.

Eine Besonderheit betrifft das Icing: Die Mannschaft, die das Icing verursacht hat, darf vor dem Bully in der eigenen Zone keine Spieler wechseln. Damit wird verhindert, dass sich eine müde Reihe nach einem Befreiungsschlag ausruhen kann, während die gegnerische Mannschaft frische Spieler bringt.

Welche Strafen gibt es im Eishockey?

Die Eishockey Regeln unterscheiden klar zwischen kleinen Vergehen, die Zeit kosten, und schweren Vergehen, die das Spiel für den betroffenen Spieler beenden. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Strafarten zusammen.

Auf kleinen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich verschieben.

Strafe Dauer Folge
Kleine Strafe 2 Minuten Team in Unterzahl; endet bei Gegentor im Powerplay
Bankstrafe 2 Minuten Ein Mitspieler sitzt die Strafe ab
Doppelte kleine Strafe 4 Minuten Zwei kleine Strafen hintereinander
Große Strafe 5 Minuten Wird voll abgesessen, auch bei Gegentoren
Disziplinarstrafe 10 Minuten Spieler sitzt aus, Team spielt vollzählig
Spieldauer-Disziplinarstrafe Rest des Spiels Spieler wird vom Spiel ausgeschlossen
Matchstrafe (nur NHL) Rest des Spiels + 5 Minuten Ausschluss; Mitspieler sitzt 5 Minuten ab

Typische kleine Strafen sind Beinstellen, Haken, Halten, hoher Stock, Behinderung und Stockschlag in der harmlosen Form. Wer in Unterzahl ein Gegentor kassiert, beendet damit die kleinste laufende Strafe – bei einer großen Strafe gilt das nicht: Sie wird immer voll abgesessen. Eine Disziplinarstrafe von 10 Minuten trifft nur den Spieler selbst, sein Team darf sofort einen Ersatzspieler bringen und spielt weiter vollzählig.

Eine Besonderheit der IIHF: Seit der Saison 2023/24 gibt es im internationalen Regelwerk keine Matchstrafe mehr. Gefährliche Aktionen wie ein Check gegen Kopf oder Nacken werden stattdessen mit einer großen Strafe plus Spieldauer-Disziplinarstrafe geahndet. In der NHL existiert die Matchstrafe weiter – sie wird etwa für absichtliches Verletzen eines Gegners verhängt.

Der Penaltyschuss stellt eine verlorene Torchance wieder her. Er wird verhängt, wenn ein Spieler auf dem Weg zum Tor von hinten gefoult wird und nur noch der Torwart vor ihm ist, wenn ein Verteidiger das Tor absichtlich verschiebt, um ein Tor zu verhindern, oder wenn ein Feldspieler den Puck im eigenen Torraum mit der Hand festhält oder sich darauf legt. Der Schütze startet vom Anspielpunkt in der Mitte, muss den Puck ständig in Richtung Tor bewegen und darf keinen Nachschuss nehmen – ein Abpraller zählt nicht.

Was darf der Torwart – und was nicht?

Der Torwart ist der einzige Spieler, der den Puck mit der Hand festhalten, ihn mit dem Fanghandschuh fangen und ihn im Torraum festklemmen darf, um das Spiel zu unterbrechen. Er trägt eine breitere Ausrüstung als die Feldspieler: Beinschoner, Brustpanzer, Fanghandschuh und Stockhandschuh.

Nach den Eishockey Regeln der IIHF und der DEL gilt auch hinter dem eigenen Tor eine räumliche Einschränkung: Seit der Saison 2021/22 ist dort ein Trapezoid markiert – 6,80 Meter breit an der Torlinie und 8,60 Meter an der Bande –, in dem der Torwart den Puck spielen darf. Spielt er den Puck hinter der Torlinie außerhalb dieses Bereichs, kassiert er eine kleine Strafe wegen Spielverzögerung. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn der Torwart beim Spielen des Pucks noch mit einer Kufe seinen Torraum berührt.

Torwart pariert einen Schuss im Eishockey
Parade des Torwarts: Er darf den Puck mit dem Fanghandschuh fangen und festhalten, um das Spiel zu unterbrechen. Foto: Chip Griffin / Wikimedia Commons, CC BY 2.0.

In der NHL gilt dieselbe Regel – das Trapezoid ist dort mit 22 Fuß (6,7 Meter) an der Torlinie und 28 Fuß (8,5 Meter) an der Bande nur geringfügig schmaler. Die Regel wurde eingeführt, weil Torwarte wie Martin Brodeur den Puck hinter dem Tor wie ein dritter Verteidiger verteilten und Angriffe schon im Ansatz stoppten.

Ein Angreifer darf den Torwart im Torraum nicht behindern – wer ihm den Weg versperrt oder ihn beim Fangen stört, kassiert eine kleine Strafe wegen Torwartbehinderung, und ein dabei erzieltes Tor zählt nicht. Umgekehrt darf der Torwart den Puck nicht ohne Bedrängnis festhalten, nur um Zeit zu gewinnen: Das kann als Spielverzögerung geahndet werden. Wird der Torwart bestraft, muss ein Feldspieler, der zum Zeitpunkt des Vergehens auf dem Eis war, die Strafe für ihn absitzen – der Torwart selbst geht nie auf die Strafbank.

Am Ende eines Spiels, wenn das eigene Team mit einem Tor zurückliegt, nehmen Trainer den Torwart oft vom Eis und bringen einen sechsten Feldspieler. Das leere Tor ist dann ein Risiko: Ein Gegentor ins verwaiste Tor entscheidet das Spiel fast immer. Bei einer angezeigten Strafe zieht das nicht bestrafte Team den Torwart ebenfalls häufig, um in Überzahl mit sechs gegen fünf zu spielen – fällt dabei ein Tor, entfällt die angezeigte kleine Strafe.

Wie wird ein Spiel entschieden?

Steht es nach 60 Minuten unentschieden, entscheiden Verlängerung und Penaltyschießen – aber die Formate hängen vom Wettbewerb ab. In der Hauptrunde der DEL und der NHL spielen die Teams eine Verlängerung von fünf Minuten mit drei Feldspielern und einem Torwart pro Team im Sudden Death: Wer das erste Tor schießt, gewinnt. Fällt kein Tor, folgt das Penaltyschießen mit zunächst drei Schützen je Team, danach im K.-o.-System mit jeweils einem Schützen. Bei der IIHF läuft die Vorrunde genauso: fünf Minuten 3-gegen-3, danach Game Winning Shots mit drei Schützen je Team – im Tie-Break darf ein Spieler wiederholt antreten, und ein Münzwurf entscheidet, wer zuerst schießt.

Zweikampf an der Bande im Eishockey
Zweikampf an der Bande: In der Verlängerung entscheiden drei Feldspieler pro Team im Sudden Death über Sieg oder Niederlage. Foto: Michael Barera / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

In den Playoffs gibt es kein Penaltyschießen. In der DEL und der NHL werden dann Verlängerungen von 20 Minuten mit fünf gegen fünf gespielt, bis ein Tor fällt – notfalls über mehrere Verlängerungen hinweg, mit Eisaufbereitung und 15 Minuten Pause dazwischen. Bei der IIHF dauert die Verlängerung in Viertel- und Halbfinale zehn Minuten mit drei gegen drei, danach folgt das Penaltyschießen. Im Spiel um Gold gibt es kein Penaltyschießen: Dort werden 20-minütige Verlängerungen mit drei gegen drei gespielt, bis ein Sieger feststeht.

Auch die Punktevergabe unterscheidet sich: In der DEL und bei der IIHF gibt es drei Punkte für einen Sieg nach regulärer Spielzeit, zwei Punkte für einen Sieg in Verlängerung oder Penaltyschießen, einen Punkt für eine Niederlage in Verlängerung oder Penaltyschießen und null Punkte für eine Niederlage nach 60 Minuten. In der NHL gibt es nur zwei Punkte für einen Sieg – egal ob nach regulärer Spielzeit, Verlängerung oder Penaltyschießen – und einen Punkt für eine Niederlage in Verlängerung oder Penaltyschießen.

Was prüft der Videobeweis?

Der Videobeweis – in der NHL als Coach’s Challenge, bei der IIHF als Video Goal Judge – entscheidet nur über wenige, klar definierte Fragen: Hat der Puck die Torlinie vollständig überquert? War das Tor vor oder nach Ablauf der Spielzeit erzielt? War ein Angreifer beim Tor Abseits? Hat ein Angreifer den Torwart behindert? Alle anderen Entscheidungen, etwa ob ein Check regelwidrig war, bleiben Sache der Schiedsrichter auf dem Eis und werden nicht per Video überprüft.

In der NHL darf der Trainer eine Entscheidung per Challenge anfechten, wenn er glaubt, dass dem Tor ein Abseits oder eine Torwartbehinderung vorausging. Die Schiedsrichter schauen sich die Szene am Bildschirm an und entscheiden. Scheitert die Challenge, kostet das Team eine kleine Strafe wegen Spielverzögerung – ein Trainer überlegt sich also gut, ob er sie zieht. Bei der IIHF und in der DEL entscheidet der Video-Torrichter von sich aus, ohne dass ein Trainer ihn anrufen muss.

Was gilt in der Saison 2026/27?

Die DEL spielt in der Saison 2026/27 mit 14 Mannschaften. Jede Mannschaft bestreitet 52 Hauptrundenspiele – gegen jeden Gegner viermal, zweimal zu Hause und zweimal auswärts. Titelverteidiger sind die Eisbären Berlin. Neu dabei sind die Krefeld Pinguine, die als Meister der DEL2 aufgestiegen sind; die Dresdner Eislöwen sind abgestiegen. Die besten sechs Teams ziehen direkt ins Playoff-Viertelfinale ein, die Plätze sieben bis zehn spielen in Pre-Playoffs im Best-of-3-Modus um die restlichen zwei Plätze. Alle weiteren Serien werden im Best-of-7-Modus ausgetragen.

DEL-Spiel zwischen den Eisbären Berlin und den Adler Mannheim
DEL-Spiel der Eisbären Berlin gegen die Adler Mannheim: Die Saison 2026/27 läuft mit 14 Mannschaften. Foto: Sandro Halank / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

In der NHL spielen 32 Teams in der Saison 2026/27 erstmals seit 1993/94 wieder 84 statt 82 Hauptrundenspiele. Die reguläre Saison läuft vom 29. September 2026 bis zum 10. April 2027, die Playoffs beginnen Mitte April. Sechzehn Teams qualifizieren sich: die besten drei jeder Division plus zwei Wildcards je Conference. Alle vier Playoffrunden werden im Best-of-7-Modus gespielt.

Das große Ereignis des Sommers 2027 findet in Deutschland statt: Die Eishockey-Weltmeisterschaft der IIHF wird vom 14. bis 30. Mai 2027 in Düsseldorf und Mannheim ausgetragen, das Eröffnungsspiel schon am 13. Mai in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen. Die deutsche Mannschaft spielt ihre Vorrundenspiele in Mannheim, die Gruppe B in Düsseldorf; die Finalrunde mit Halbfinals und Endspiel findet in Düsseldorf statt. Insgesamt kämpfen 16 Nationen um den Titel.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Eishockeyspiel?

Ein Eishockeyspiel dauert drei Drittel zu je 20 Minuten reiner Spielzeit, also 60 Minuten. Mit den beiden Drittelpausen von 15 Minuten, Unterbrechungen und möglichen Verlängerungen dauert ein Spiel in der Halle meist zwischen zweieinhalb und drei Stunden. In der NHL sind die Pausen mit 18 Minuten etwas länger.

Was ist der Unterschied zwischen Abseits und Icing?

Beim Abseits betritt ein Angreifer die Angriffszone, bevor der Puck die blaue Linie überquert hat – der Fehler liegt also beim Spieler ohne Puck. Beim Icing schießt ein Spieler den Puck aus der eigenen Hälfte über die gegnerische Torlinie, ohne dass ihn jemand berührt – der Fehler liegt beim Puck. Beide Vergehen führen zu einem Bully, aber an unterschiedlichen Anspielpunkten und mit unterschiedlichen Folgen für den Spielerwechsel.

Wie funktioniert das Penaltyschießen?

Nach den Eishockey Regeln schießen zunächst drei Spieler je Team abwechselnd vom Anspielpunkt in der Mitte auf das Tor. Der Schütze muss den Puck ständig in Richtung Tor bewegen, ein Nachschuss zählt nicht. Steht es nach drei Schützen je Team noch unentschieden, geht es im K.-o.-System weiter: Je ein Spieler pro Team schießt, bis ein Duell die Entscheidung bringt. Bei der IIHF darf im Tie-Break derselbe Spieler wiederholt antreten, in der NHL erst, wenn alle berechtigten Spieler geschossen haben. Nur das entscheidende Tor geht in das Ergebnis ein.

Darf der Torwart den Puck überall spielen?

Nein – auch bei der IIHF und in der DEL nicht: Seit der Saison 2021/22 gilt dort ebenfalls ein Trapezoid hinter dem Tor (6,80 Meter an der Torlinie, 8,60 Meter an der Bande). Spielt der Torwart den Puck hinter der Torlinie außerhalb dieses Bereichs, kassiert er eine kleine Strafe wegen Spielverzögerung. In der NHL ist das Trapezoid mit 22 Fuß (6,7 Meter) an der Torlinie und 28 Fuß (8,5 Meter) an der Bande nur geringfügig schmaler. Vor der Torlinie darf der Torwart den Puck in allen Regelwerken spielen.

Was passiert bei einer Schlägerei im Eishockey?

In der NHL bekommen beide Kämpfer eine große Strafe von fünf Minuten und dürfen danach weiterspielen – Schlägereien gehören dort zur Spielkultur. Bei der IIHF ist das anders: Wer die Handschuhe fallen lässt, kassiert automatisch eine Spieldauer-Disziplinarstrafe und fliegt vom Eis; zusätzlich kann eine Sperre verhängt werden. In der DEL gilt das IIHF-Regelwerk, also ebenfalls der sofortige Ausschluss.

Wie viele Spieler stehen beim Eishockey auf dem Eis?

Pro Team stehen sechs Spieler auf dem Eis: fünf Feldspieler und ein Torwart. Auf dem Spielbericht stehen nach IIHF-Regeln 20 Feldspieler und zwei Torwarte, in der NHL 18 Feldspieler und zwei Torwarte. Gespielt wird meist in vier Sturmreihen und drei Verteidigerpaaren, die im laufenden Spiel wechseln.

Fazit

Wer die Eishockey Regeln kennt, sieht ein Spiel mit anderen Augen: Das Abseits erklärt, warum Angriffe abgebrochen werden, das Hybrid-Icing, warum der Linienrichter manchmal früh pfeift, und die Strafen, warum ein Team plötzlich in Unterzahl spielt. Entscheidend sind immer dieselben Zahlen: 60 mal 30 Meter Eis, drei Drittel zu 20 Minuten, 2 Minuten für eine kleine und 5 Minuten für eine große Strafe, 3 gegen 3 in der Verlängerung und drei Schützen im Penaltyschießen. Mit diesem Grundgerüst lässt sich jede Übertragung der Saison 2026/27 verstehen – von der DEL über die NHL bis zur Weltmeisterschaft im Mai 2027 in Düsseldorf und Mannheim.

Weiterführende Informationen zum Regelwerk finden Sie im DEL-Regelbuch 2026 (IIHF-Regelwerk), im DEL-Regelbuch zur Verlängerung, in der IIHF-Turnierordnung zum Penaltyschießen, in der Übersicht zu den Eisflächenmaßen und in der IIHF-Meldung zur Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland.

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Emilia Emil

Emilia Emil schreibt für Sharp Magazine über Persönlichkeiten, Film und Kultur. Auf der Profilseite finden Sie die zugeordneten Beiträge sowie den Kontakt für Hinweise und Korrekturen.

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