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Biathlon Regeln: Disziplinen, Schießen, Strafen und Wertung

Emilia Emil14 Min. Lesezeit
Biathletinnen im Verfolgungsrennen in Oberhof
Verfolgungsrennen der Frauen beim Weltcup in Oberhof: Die Startabstände aus dem Sprint bestimmen die Reihenfolge. Foto: Wikijunkie / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
In diesem Artikel
  1. Biathlon Regeln: Disziplinen, Schießen, Strafen und Wertung
  2. Was ist Biathlon?
  3. Welche Disziplinen gibt es im Biathlon?
  4. Wie funktioniert der Einzelwettkampf?
  5. Wie funktioniert der Sprint?
  6. Wie funktioniert die Verfolgung?
  7. Wie funktioniert der Massenstart?
  8. Wie funktioniert die Staffel?
  9. Wie funktioniert die Mixed-Staffel?
  10. Wie funktioniert die Single-Mixed-Staffel?
  11. Wie groß ist die Zielscheibe im Biathlon?
  12. Welche Regeln gelten für Gewehr und Ausrüstung?
  13. Welche Strafen und Disqualifikationen gibt es?
  14. Wie funktioniert die Weltcup-Wertung?
  15. Wann startet die Biathlon-Saison 2026/27?
  16. Häufige Fragen
  17. Fazit
  18. Weiterlesen auf Sharp Magazine

Biathlon Regeln: Disziplinen, Schießen, Strafen und Wertung

Stand: 5. November 2026.

Biathlon verbindet zwei Sportarten, die auf den ersten Blick kaum zusammenpassen: Skilanglauf in freier Technik und Schießen mit dem Kleinkalibergewehr. Wer nach einem Rennen nur auf die Laufzeit schaut, versteht die Hälfte nicht. Die Biathlon Regeln bestimmen, wie weit gelaufen wird, wie oft geschossen wird, was ein Fehler kostet und wer am Ende vorne steht. Dieser Ratgeber erklärt alle sieben Weltcup-Formate, die Schießregeln, die Strafen und die Wertung für die Saison 2026/27.

Verantwortlich für das Regelwerk ist die International Biathlon Union (IBU), die den Sport seit ihrer Gründung 1993 weltweit organisiert. Die Regeln gelten für den Weltcup, die Weltmeisterschaften und die Olympischen Spiele im Kern einheitlich; einzelne Abweichungen, etwa bei der Mixed-Staffel von Olympia 2026, sind in diesem Ratgeber ausdrücklich gekennzeichnet. Grundlage sind das IBU-Regelwerk, die offiziellen Wettkampfformate und der Weltcupkalender 2026/27.

Was ist Biathlon?

Biathlon ist ein Wintersport, bei dem die Athletinnen und Athleten auf Langlaufskiern eine festgelegte Strecke zurücklegen und zwischendurch an einem Schießstand auf fünf Zielscheiben schießen. Die Sportart ist aus der skandinavischen Jagd- und Militärtradition entstanden und verlangt beides zugleich: Ausdauer auf der Loipe und Ruhe am Gewehr. Der Puls, der auf der Strecke auf über 170 Schläge pro Minute steigt, muss am Schießstand innerhalb von Sekunden so weit beruhigt werden, dass ein gezielter Schuss möglich ist.

Die Uhr läuft während des gesamten Rennens, auch während des Schießens. Es gibt keine Pausen, keine Auszeiten und keinen Ersatz für verbrauchte Zeit. Wer langsam schießt, verliert Zeit; wer hastig schießt, kassiert Fehler. Genau dieses Spannungsverhältnis macht den Sport aus. Geschossen wird immer aus 50 Metern Entfernung auf mechanische Klappscheiben, die bei einem Treffer umklappen und dem Athleten sofort zeigen, ob er getroffen hat.

Welche Disziplinen gibt es im Biathlon?

Im Weltcup werden sieben Formate ausgetragen: vier Einzelwettkämpfe und drei Staffelformen. Die Biathlon Regeln für alle sieben Formate stehen in der folgenden Übersicht. Die Unterschiede liegen in der Distanz, der Zahl der Schießeinlagen, der Schießreihenfolge und der Strafe pro Fehler.

Auf kleinen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich verschieben.

Disziplin Distanz Männer / Frauen Schießeinlagen Strafe pro Fehler
Einzel 20 km / 15 km 4 (liegend, stehend, liegend, stehend) 1 Strafminute
Sprint 10 km / 7,5 km 2 (liegend, stehend) 150-m-Strafrunde
Verfolgung 12,5 km / 10 km 4 (liegend, liegend, stehend, stehend) 150-m-Strafrunde
Massenstart 15 km / 12,5 km 4 (liegend, liegend, stehend, stehend) 150-m-Strafrunde
Staffel 4 × 7,5 km / 4 × 6 km 2 je Läufer (liegend, stehend) 150-m-Strafrunde nach Nachladern
Mixed-Staffel 2 × 6 km Frauen + 2 × 7,5 km Männer 2 je Läufer (liegend, stehend) 150-m-Strafrunde nach Nachladern
Single-Mixed-Staffel 6 km + 7,5 km (1 Frau + 1 Mann) 2 je Teilstrecke (liegend, stehend) 75-m-Strafrunde nach Nachladern

Daneben gibt es im IBU-Cup, der zweiten internationalen Rennserie, den Supersprint über 6 km bei den Männern und 4 km bei den Frauen einschließlich Qualifikation. Im Weltcup spielt er keine Rolle. Ebenfalls nur gelegentlich ausgetragen wird der Short Individual über 15 km (Männer) beziehungsweise 12,5 km (Frauen), bei dem ein Fehler 45 Sekunden kostet statt einer vollen Minute.

Wie funktioniert der Einzelwettkampf?

Der Einzelwettkampf ist die älteste und längste Disziplin. Die Männer laufen 20 km, die Frauen 15 km, jeweils über fünf Runden. Viermal geht es an den Schießstand, in der Reihenfolge liegend, stehend, liegend, stehend. Insgesamt sind 20 Scheiben zu treffen. Der Start erfolgt im Einzelstart mit einem Intervall von 30 Sekunden; die Läuferinnen und Läufer sind dafür in Startgruppen eingeteilt, wobei die besten 15 des Gesamtweltcups die rote Gruppe bilden.

Biathlon Regeln: Einzelrennen bei den Olympischen Jugendspielen
Einzelrennen bei den Olympischen Jugendspielen: Vier Schießeinlagen und eine Strafminute pro Fehler machen den Einzelwettkampf zur Schützenprüfung. Foto: Marcus Cyron / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Die Besonderheit des Einzels ist die Strafe: Jeder Fehler kostet eine volle Strafminute, die zur Laufzeit addiert wird. Es gibt keine Strafrunde. Wer viermal daneben schießt, bekommt vier Minuten aufgeschlagen. Deshalb ist der Einzelwettkampf die Schützenprüfung unter den Disziplinen: Ein starker Läufer kann schwaches Schießen kaum noch ausgleichen, und ein fehlerfreies Rennen schlägt oft reine Laufstärke. Der Sieger ist, wer nach Addition aller Strafminuten die schnellste Gesamtzeit hat.

Wie funktioniert der Sprint?

Der Sprint ist die kürzeste Einzeldisziplin: 10 km bei den Männern, 7,5 km bei den Frauen, gelaufen über drei Runden. Geschossen wird zweimal, einmal liegend nach der ersten Runde und einmal stehend nach der zweiten Runde. Der Start erfolgt wie im Einzel im Intervall von 30 Sekunden, ebenfalls mit Startgruppen nach Weltcupstand.

Jeder Fehler im Sprint kostet eine Strafrunde von 150 Metern, die direkt nach dem Schießen gelaufen werden muss. Eine Strafrunde dauert je nach Athlet rund 20 bis 25 Sekunden. Anders als im Einzel lässt sich ein Fehler hier also noch auf der Strecke begrenzen, aber zwei oder drei Fehler kosten bereits eine halbe bis eine ganze Minute. Der Sprint ist zugleich die Qualifikation für die Verfolgung: Nur die besten 60 des Sprints dürfen dort starten.

Wie funktioniert die Verfolgung?

Die Verfolgung, im internationalen Sprachgebrauch Pursuit, hängt direkt am Sprint. Die besten 60 des Sprints qualifizieren sich, und sie starten in genau den Abständen, die sie im Sprint hatten: Der Sprintsieger startet zuerst, alle anderen folgen mit ihrem Rückstand. Wer als Erster die Ziellinie überquert, gewinnt das Rennen. Eine nachträgliche Addition von Strafzeiten gibt es nicht, abgesehen von Jury-Strafen.

Gelaufen werden 12,5 km bei den Männern und 10 km bei den Frauen über fünf Runden, mit vier Schießeinlagen in der Reihenfolge liegend, liegend, stehend, stehend. Jeder Fehler kostet eine 150-Meter-Strafrunde. Weil die Startabstände bekannt sind, ist die Verfolgung für Zuschauer besonders gut lesbar: Überholmanöver sind echte Positionsgewinne, und ein Athlet, der mit 30 Sekunden Rückstand startet und gewinnt, hat den Führenden auf der Strecke tatsächlich eingeholt.

Wie funktioniert der Massenstart?

Beim Massenstart starten alle gleichzeitig. Teilnahmeberechtigt sind die besten 25 des Gesamtweltcups, ergänzt um die fünf Besten des laufenden Wettkampfes, die noch nicht qualifiziert sind. Die Männer laufen 15 km, die Frauen 12,5 km, jeweils über fünf Runden mit vier Schießeinlagen in der Reihenfolge liegend, liegend, stehend, stehend. Jeder Fehler kostet eine 150-Meter-Strafrunde.

Die Bahnwahl am Schießstand folgt einer eigenen Regel: Beim ersten Schießen schießt jeder auf der Bahn, die seiner Startnummer entspricht, also Startnummer 10 auf Bahn 10, unabhängig von der Position im Rennen. Bei allen weiteren Schießeinlagen schießt jeder auf der Bahn, die seiner Ankunftsposition entspricht: Wer als Fünfter ankommt, schießt auf Bahn 5. Dadurch entstehen am Schießstand immer wieder direkte Duelle um die besten Bahnen, und das Rennen bleibt bis zum letzten Schießen offen.

Wie funktioniert die Staffel?

Die Staffel ist der Teamwettkampf im Biathlon. Vier Athletinnen oder Athleten einer Nation laufen nacheinander: die Männer je 7,5 km, die Frauen je 6 km, jeweils über drei Runden. Jeder Läufer schießt zweimal, einmal liegend und einmal stehend. Die ersten Läufer starten gemeinsam im Massenstart; die Übergabe erfolgt durch Berührung des nächsten Läufers in der Wechselzone.

Die Besonderheit der Staffel sind die Nachlader: Pro Schießeinlage stehen nicht nur fünf Patronen im Magazin, sondern drei zusätzliche Ersatzpatronen, die einzeln von Hand nachgeladen werden müssen. Erst wenn nach acht Schüssen noch Scheiben stehen, muss pro restlicher Scheibe eine 150-Meter-Strafrunde gelaufen werden. Die Bahnregel entspricht der des Massenstarts: Beim ersten Schießen des ersten Läufers gilt die Startnummer, danach die Ankunftsposition. Eine Staffel ist erst dann geschlagen, wenn der Schlussläufer die Ziellinie überquert; überrundete Staffeln können aus dem Rennen genommen werden.

Wie funktioniert die Mixed-Staffel?

Die Mixed-Staffel funktioniert wie die Staffel, nur mit gemischten Teams: Zwei Frauen und zwei Männer bilden eine Mannschaft. Im Weltcup laufen die beiden Frauen zuerst, jeweils 6 km, danach die beiden Männer, jeweils 7,5 km. Jeder Läufer schießt zweimal, liegend und stehend, mit drei Nachladern pro Schießeinlage und einer 150-Meter-Strafrunde pro restlichem Fehler. Die Übergabe erfolgt wie in der Staffel durch Berührung.

Eine Ausnahme gilt für die Olympischen Spiele: Bei Olympia 2026 in Mailand und Cortina wurde die Mixed-Staffel über 4 × 6 km ausgetragen und begann mit den Männern, bevor die Frauen die Schlussläufe übernahmen. Das war eine olympische Sonderregelung, keine Änderung des Weltcup-Formats. Wer die Mixed-Staffel im Weltcup verfolgt, sieht dagegen weiterhin die Reihenfolge Frauen zuerst, Männer zuletzt.

Wie funktioniert die Single-Mixed-Staffel?

Die Single-Mixed-Staffel ist die jüngste Disziplin: Ein Team besteht aus nur einer Frau und einem Mann, die sich über vier Teilstrecken abwechseln. Die Teilstrecken 1 und 3 ergeben zusammen 6 km, die Teilstrecken 2 und 4 zusammen 7,5 km. Jede Teilstrecke enthält zwei Schießeinlagen, liegend und stehend. Auch hier stehen pro Schießeinlage drei Nachlader zur Verfügung.

Single-Mixed-Staffel bei den Olympischen Jugendspielen
Single-Mixed-Staffel bei den Olympischen Jugendspielen: Eine Frau und ein Mann wechseln sich über vier Teilstrecken ab. Foto: Sandro Halank / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Zwei Dinge unterscheiden die Single-Mixed-Staffel von der klassischen Staffel: Die Strafrunde ist mit 75 Metern nur halb so lang wie sonst, und die Startreihenfolge ist variabel. Je nach Ausschreibung kann die Frau oder der Mann die Teilstrecken 1 und 3 laufen, der jeweils andere übernimmt die Teilstrecken 2 und 4. Die Disziplin gehört zum Weltcup- und Weltmeisterschaftsprogramm, ist aber nicht olympisch. Das Tempo ist durch die kurzen Wechsel und die kurze Strafrunde extrem hoch.

Wie groß ist die Zielscheibe im Biathlon?

Geschossen wird immer aus 50 Metern Entfernung auf fünf Scheiben. Nach den Biathlon Regeln hängt die Trefferfläche von der Anschlagart ab, und hier liegt die häufigste Verwechslung: Liegend ist die Trefferfläche mit 45 Millimetern Durchmesser deutlich kleiner als stehend mit 115 Millimetern. Der Grund ist die Stabilität. Liegend liegt das Gewehr auf und der Körper ruht, deshalb verlangt das Regelwerk die kleine Fläche. Stehend schwankt der Körper nach der Laufbelastung, deshalb ist die Trefferfläche mehr als doppelt so groß.

Genauer gesagt besteht jede Scheibe aus einer schwarzen Scheibe von 115 Millimetern Durchmesser. Beim Stehendschießen zählt jeder Treffer auf dieser Fläche. Beim Liegendschießen zählt nur ein Treffer im inneren Kreis von 45 Millimetern, dessen Mittelpunkt mit dem Mittelpunkt der großen Scheibe übereinstimmt. Wer liegend den schwarzen Außenring trifft, hat daneben geschossen. Die Scheiben sind mechanische Klappscheiben: Bei einem Treffer klappt die schwarze Fläche um und zeigt Weiß, sodass Athlet und Zuschauer den Treffer sofort sehen.

Welche Regeln gelten für Gewehr und Ausrüstung?

Das Biathlongewehr ist ein Kleinkalibergewehr im Kaliber .22 lr, also 5,6 Millimeter. Das Mindestgewicht beträgt 3,5 Kilogramm. Geschossen wird mit einem Magazin für fünf Patronen; in der Staffel kommen drei einzeln nachzuladende Ersatzpatronen pro Schießeinlage hinzu. Ein zweites Magazin darf für Nachlader nicht verwendet werden: Verlorene Patronen, Ersatzpatronen bei Ladehemmung und Staffel-Nachlader müssen einzeln von Hand geladen werden.

Das Gewehr wird während des Laufens auf dem Rücken getragen. Der Trageriemen darf erst abgenommen werden, wenn der Athlet seine Schießbahn erreicht hat, beide Füße über die Bahnmarkierung gesetzt und beide Skistöcke abgelegt hat. Die Mündung muss jederzeit in Richtung der Scheiben oder nach oben zeigen; ein Schuss darf nur auf die eigenen Scheiben abgefeuert werden. Am Ziel kontrolliert ein Offizieller jede Waffe: Der Verschluss wird geöffnet und die ausgeworfene Hülse geprüft. Wer mit einer nicht korrekt markierten Waffe oder nicht markierten Skiern antritt, riskiert die Disqualifikation.

Welche Strafen und Disqualifikationen gibt es?

Neben den sportlichen Strafen für Fehlschüsse kennt das IBU-Regelwerk Zeitstrafen und Disqualifikationen, die von der Wettkampfjury verhängt werden. Die Biathlon Regeln unterscheiden dabei klar zwischen kleinen Verstößen, die Zeit kosten, und schweren Verstößen, die das Rennen beenden. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Fälle zusammen.

Auf kleinen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich verschieben.

Verstoß Folge
Verfolgung: bis zu 3 Sekunden zu früh gestartet 30 Sekunden Zeitstrafe
Überholendem Läufer nicht beim ersten Zuruf Platz gemacht 1 Minute Zeitstrafe
Kleiner Verstoß gegen Fairplay oder Sportsgeist 1 Minute Zeitstrafe
Fällige Strafrunde nicht direkt nach dem Schießen gelaufen 2 Minuten Zeitstrafe je Strafrunde
Weitergelaufen, ohne alle 5 Schüsse (Staffel: 8 Schüsse) abgefeuert zu haben 2 Minuten Zeitstrafe
Falsche Startnummer, unerlaubte Hilfe, umgangene Start- oder Zielkontrolle Disqualifikation
Nicht korrekt markierte Ski oder Waffe, manipuliertes Material Disqualifikation
Mehr als 5 Schüsse (Staffel: 8) pro Schießeinlage abgefeuert Disqualifikation
Falsche Schießreihenfolge oder falsche Bahn geschossen Disqualifikation
Zweites Magazin statt Handladen für Nachlader verwendet Disqualifikation

Wer auf der Strecke falsch abbiegt, muss zum Fehlerpunkt zurückkehren und von dort korrekt weiterlaufen; wer den Fehler korrigiert, bekommt dafür keine Strafe. Wer dagegen absichtlich abkürzt, einen anderen Athleten behindert oder gegen die Sicherheitsregeln am Schießstand verstößt, muss mit der Disqualifikation rechnen. Auch Dopingverstöße fallen unter die Disqualifikation und zusätzlich unter Sperren nach den Anti-Doping-Regeln der IBU.

Massenstart der Männer bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin
Massenstart der Männer in Turin 2006: Alle starten gleichzeitig, die ersten 30 der Weltcupwertung sind dabei. Foto: Martin Thirolf / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5.

Wie funktioniert die Weltcup-Wertung?

Im Weltcup gibt es Punkte für die Plätze 1 bis 40 in jedem Einzelrennen; beim Massenstart starten nur 30 Athleten, und die Punkte für die Ränge 22 bis 30 weichen vom übrigen System ab. Ein Sieg bringt seit der Saison 2022/23 genau 90 Punkte, vorher waren es 60. Alle Weltcuprennen einer Saison zählen für den Gesamtweltcup, dessen Sieger die große Kristallkugel erhält. Für jede Disziplin gibt es zusätzlich eine kleine Kristallkugel, und die Nationenwertung, der Nationencup, fasst die Leistungen aller Athleten eines Verbandes zusammen.

Die Rennen der Weltmeisterschaften zählen seit 2022/23 nicht mehr für den Gesamtweltcup. Das bedeutet: Wer Weltmeister wird, bekommt Medaillen und WM-Punkte für die ewige Statistik, aber keine Weltcuppunkte. Umgekehrt kann ein Athlet den Gesamtweltcup gewinnen, ohne ein einziges WM-Rennen gewonnen zu haben. Nach den Biathlon Regeln entscheidet bei Punktgleichheit im Gesamtweltcup zuerst die Zahl der Siege, danach die Zahl der weiteren Podestplätze.

Wann startet die Biathlon-Saison 2026/27?

Die Weltcup-Saison 2026/27 beginnt am Donnerstag, dem 26. November 2026, in Kontiolahti in Finnland. Das erste Rennen ist der Einzelwettkampf der Männer über 20 km. Es folgen Hochfilzen in Österreich (4. bis 6. Dezember), Le Grand-Bornand in Frankreich (10. bis 13. Dezember), Pokljuka in Slowenien (2. bis 3. Januar 2027), Ruhpolding in Deutschland (6. bis 10. Januar 2027), Antholz in Italien (14. bis 17. Januar) und Nové Město in Tschechien (21. bis 24. Januar). Östersund in Schweden, lange Jahre der traditionelle Auftaktort, ist in dieser Saison erst gegen Ende des Winters an der Reihe.

Der Höhepunkt des Winters sind die Weltmeisterschaften in Otepää in Estland vom 10. bis 21. Februar 2027, die dort erstmals ausgetragen werden. Nach der WM geht der Weltcup in Oberhof in Deutschland (4. bis 7. März) und Östersund in Schweden (11. bis 14. März) weiter und endet traditionell am Holmenkollen in Oslo in Norwegen (18. bis 21. März 2027). Insgesamt umfasst die Saison zehn Weltcup-Stationen. Wer die Rennen live verfolgen will, sollte beachten, dass die Startzeiten je nach Austragungsort variieren und oft am Nachmittag liegen.

Biathletin im Sprintrennen bei den Europameisterschaften 2017
Sprintrennen der Frauen bei den Europameisterschaften 2017: Zwei Schießeinlagen, liegend und stehend, entscheiden über Strafrunden. Foto: Marcus Cyron / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Häufige Fragen

Wie lang ist eine Strafrunde im Biathlon?

Eine Strafrunde ist 150 Meter lang und muss direkt nach dem Schießen gelaufen werden, in dem der Fehler passiert ist. Die einzige Ausnahme ist die Single-Mixed-Staffel, in der die Strafrunde nur 75 Meter lang ist. Im Einzelwettkampf gibt es keine Strafrunde: Dort kostet jeder Fehler eine Strafminute.

Was passiert bei einem Fehlschuss im Einzelwettkampf?

Im Einzelwettkampf wird pro Fehler eine volle Minute zur Laufzeit addiert. Beim Short Individual, der kürzeren Variante über 15 km (Männer) beziehungsweise 12,5 km (Frauen), beträgt die Strafe 45 Sekunden pro Fehler. In allen anderen Disziplinen kostet ein Fehler eine Strafrunde, in der Staffel erst nach Verbrauch der drei Nachlader.

Wie groß ist die Zielscheibe im Biathlon?

Die Scheiben stehen 50 Meter vom Schützen entfernt. Liegend beträgt die Trefferfläche 45 Millimeter, stehend 115 Millimeter. Beim Liegendschießen zählt nur der innere Kreis von 45 Millimetern, beim Stehendschießen die gesamte schwarze Fläche von 115 Millimetern. Pro Schießeinlage sind fünf Scheiben zu treffen.

Wie viele Nachlader gibt es in der Staffel?

In der Staffel, der Mixed-Staffel und der Single-Mixed-Staffel stehen pro Schießeinlage drei Nachlader zur Verfügung, die einzeln von Hand geladen werden müssen. Zusammen mit den fünf Patronen im Magazin sind das acht Schüsse für fünf Scheiben. Bleiben danach noch Scheiben stehen, muss pro restlicher Scheibe eine Strafrunde gelaufen werden.

Wer darf bei Verfolgung und Massenstart starten?

Für die Verfolgung qualifizieren sich die besten 60 des Sprints, die in ihren Sprintabständen starten. Beim Massenstart sind die besten 25 des Gesamtweltcups startberechtigt, ergänzt um die fünf Besten des laufenden Wettkampfes, die noch nicht qualifiziert sind. Beide Formate sind damit reine Leistungsrennen: Wer nicht zu den Besten gehört, steht nicht am Start.

Zählen WM-Rennen für den Weltcup?

Nein. Seit der Saison 2022/23 zählen die Rennen der Weltmeisterschaften nicht mehr für den Gesamtweltcup. Alle Weltcuprennen einer Saison fließen dagegen in die Wertung ein. Ein Sieg im Weltcup bringt 90 Punkte, und die Plätze 1 bis 40 erhalten Punkte. Die Weltmeisterschaften 2027 in Otepää sind sportlich der Höhepunkt des Winters, aber weltcuptechnisch ein eigenständiger Wettbewerb.

Fazit

Wer die Biathlon Regeln kennt, sieht ein Rennen mit anderen Augen: Der Einzelwettkampf belohnt die besten Schützen, der Sprint die schnellsten Allrounder, die Verfolgung die Aufholjäger und der Massenstart die Nervenstärksten. Die Staffeln fügen Teamgeist und Nachlader-Taktik hinzu. Entscheidend sind immer dieselben drei Zahlen: 50 Meter Schießentfernung, 45 Millimeter liegend und 115 Millimeter stehend. Dazu kommen 150 Meter Strafrunde, eine Strafminute im Einzel und 90 Punkte für einen Weltcupsieg. Mit diesem Grundgerüst lässt sich jede Übertragung der Saison 2026/27, vom Auftakt in Kontiolahti bis zum Finale am Holmenkollen, vollständig verstehen.

Weiterführende Informationen zum Regelwerk finden Sie bei der IBU, die die aktuellen Regeländerungen erklärt, im offiziellen Wettkampfformat der Olympischen Spiele 2026, im Weltcupkalender 2026/27, in der Übersicht des schwedischen Skiverbandes zur Single-Mixed-Staffel und in der Disziplinarordnung der IBU.

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Emilia Emil

Emilia Emil schreibt für Sharp Magazine über Persönlichkeiten, Film und Kultur. Auf der Profilseite finden Sie die zugeordneten Beiträge sowie den Kontakt für Hinweise und Korrekturen.

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