Handball Regeln: Spielfeld, Würfe, Strafen und die WM 2027 im Überblick
Zwei Mannschaften, ein Ball und 60 Minuten voller Tempo: Handball gehört zu den schnellsten Ballsportarten der Welt. Werfen, Springen, Täuschen – und am Ende zählt, wer den Ball öfter im Tor unterbringt. Handball Regeln: Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Regeln so, dass Sie das nächste Spiel im Fernsehen ohne Vorwissen verfolgen können. (Stand: 4. November 2026.)

In diesem Artikel
- Wie wird Handball gespielt?
- Wie sieht das Spielfeld aus?
- Welche Positionen gibt es?
- Was darf man mit dem Ball?
- Was ist passives Spiel?
- Welche Würfe gibt es?
- Welche Strafen gibt es?
- Was passiert bei Unentschieden?
- Was muss ich zur Handball-WM 2027 wissen?
- In 5 Schritten Handball im Fernsehen verstehen
- Häufige Fragen
- Weiterlesen auf Sharp Magazine
Grundlage sind die geänderten IHF-Spielregeln, die seit dem 1. Juli 2025 gelten. Sie gelten für den Hallenhandball; Beachhandball ist eine eigene Sportart mit eigenen Regeln und kommt hier nicht vor. Besonders aktuell ist das Thema, weil die 30. Weltmeisterschaft der Männer vom 13. bis 31. Januar 2027 in Deutschland stattfindet – ein Heimturnier, bei dem Millionen zuschauen werden.
Handball ist auch für Einsteiger schnell zu verstehen: Es gibt keine Abseitsregel, keine komplizierten Punktwertungen und keine langen Unterbrechungen. Ein Tor ist ein Tor, eine Zeitstrafe dauert zwei Minuten, und die Linien auf dem Feld zeigen an, wo geworfen werden darf. Wer diese Grundidee verinnerlicht hat, erkennt schon beim ersten Spiel die Muster: den schnellen Gegenstoß nach einem Ballgewinn, den geordneten Positionsangriff gegen eine stehende Abwehr und den Kreisspieler, der an der 6-m-Linie Lücken sucht. Dabei hilft, dass fast jedes Spiel gleich aufgebaut ist: Anwurf, Angriff, Abwehr, Gegenstoß – und nach 30 Minuten die Pause, in der die Trainer ihre Teams neu einstellen.
Wie wird Handball gespielt?
Beim Handball stehen sich zwei Mannschaften gegenüber. Jede Mannschaft darf höchstens sieben Spieler gleichzeitig auf dem Feld haben: sechs Feldspieler und einen Torwart. Mindestens fünf Spieler müssen zu Beginn auf dem Feld stehen. Im Kader dürfen seit dem 1. Juli 2025 bis zu 16 Spieler stehen – zuvor waren es 14. Dazu kommen höchstens fünf Offizielle auf der Bank.
Gewonnen hat die Mannschaft mit mehr Toren. Ein Tor zählt, wenn der Ball die Torlinie vollständig überquert hat. Gespielt wird 2-mal 30 Minuten bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren; die Halbzeitpause beträgt in der Regel zehn Minuten, höchstens 15 Minuten. Jüngere Altersklassen spielen kürzer: 2-mal 25 Minuten bei 12- bis 16-Jährigen und 2-mal 20 Minuten bei 8- bis 12-Jährigen. Geleitet wird ein Spiel von zwei gleichberechtigten Schiedsrichtern, unterstützt von einem Zeitnehmer und einem Sekretär.
Ausgewechselt werden darf beliebig oft, aber nur über die eigene Auswechsellinie und erst, wenn der ausgewechselte Spieler das Feld verlassen hat. Ein Fehler beim Wechsel wird mit einer Zeitstrafe bestraft. Eine Mannschaft kann den Torwart auch durch einen siebten Feldspieler ersetzen – dann spielt sie 7 gegen 6 im Angriff, riskiert aber ein leeres Tor bei Ballverlust.
Ein Angriff beginnt meist mit dem schnellen Gegenstoß: Nach einem Ballgewinn oder einem gehaltenen Wurf sprintet die angreifende Mannschaft nach vorn, bevor sich die Abwehr formieren kann. Gelingt das nicht, folgt der Positionsangriff: Die Rückraumspieler passen den Ball um die Abwehr herum, bis eine Lücke entsteht oder ein Spieler zum Sprungwurf ansetzt. Die Abwehr steht dagegen kompakt vor dem eigenen Torraum und versucht, Würfe zu blocken oder den Ball herauszuspielen.
Wie sieht das Spielfeld aus?
Die Handball Regeln beginnen beim Feld: Es ist 40 Meter lang und 20 Meter breit. In der Mitte jeder kurzen Seite steht ein Tor, drei Meter breit und zwei Meter hoch. Um jedes Tor ist ein Torraum markiert, in dem nur der Torwart stehen darf. Feldspieler dürfen den Torraum nicht betreten – sie dürfen aber hineinspringen, wenn sie vor der Landung geworfen haben.
Wer als Feldspieler den Torraum betritt, verursacht einen Freiwurf für die andere Mannschaft. Verhindert ein Abwehrspieler im Torraum eine klare Torchance, gibt es einen 7-m-Wurf.
Welche Positionen gibt es?
Jede Mannschaft verteilt ihre sechs Feldspieler auf vier Rollen. Die Außen spielen links und rechts nahe der Seitenlinie und werfen oft aus spitzem Winkel. Der Rückraum – links, Mitte und rechts – wirft aus der Distanz und lenkt den Angriff. Der Kreisspieler, auch Kreisläufer genannt, steht an der 6-m-Linie, bindet die Abwehr und verwertet Anspiele aus dem Rückraum.
Der Torwart ist die einzige Position mit Sonderrechten: Im Torraum darf er den Ball mit allen Körperteilen berühren und sich dort frei mit dem Ball bewegen. Ohne Ball darf er den Torraum verlassen und wie ein Feldspieler mitspielen; mit Ball darf er ihn nur verlassen, wenn er keine Körper- und Ballkontrolle erlangt hat. Beim 7-gegen-6 tauscht eine Mannschaft den Torwart gegen einen siebten Feldspieler – ein taktisches Mittel in Überzahl oder bei Rückstand, das ein leeres Tor riskiert.
Die wichtigste Schaltstelle ist der Rückraum Mitte: Er verteilt die Bälle, liest die Abwehr und entscheidet, ob links, rechts oder über den Kreis gespielt wird. Der Kreisspieler arbeitet dabei mit dem Rücken zur Abwehr, sperrt Gegenspieler ab und ist nach einem Anspiel oft nur einen Schritt vom Tor entfernt. Weil der Torraum für Feldspieler tabu ist, muss jeder Wurf aus dem Feld oder im Sprung über die Linie hinweg erfolgen – ein Grund, warum Sprungwürfe im Handball so spektakulär aussehen.
Was darf man mit dem Ball?
Mit dem Ball in der Hand darf ein Spieler höchstens drei Schritte laufen und den Ball höchstens drei Sekunden halten – danach muss er passen, dribbeln oder werfen. Wer den Ball dribbelt, also wiederholt auf den Boden prellt, darf ihn danach wieder aufnehmen und erneut drei Schritte gehen. Mit dem Fuß oder dem Unterschenkel darf ein Feldspieler den Ball nicht spielen, es sei denn, der Gegner hat ihn dorthin geworfen.
Bei den Handball Regeln für den Ball kommt es auf Alter und Geschlecht an: Männer und männliche Jugendliche ab 16 Jahren spielen mit Ballgröße 3, Frauen und weibliche Jugendliche ab 14 Jahren sowie männliche Jugendliche von 12 bis 16 Jahren mit Größe 2, jüngere Spielerinnen und Spieler mit Größe 1.
Die Angaben gelten für Bälle mit Harz; harzfreie Varianten sind etwas kleiner und leichter.
Was ist passives Spiel?
Passives Spiel ist die Regel gegen Zeitspiel. Greift eine Mannschaft an, ohne einen erkennbaren Versuch zum Torwurf zu unternehmen, heben die Schiedsrichter einen Arm als Vorwarnzeichen – den angewinkelten Arm nach oben. Ab diesem Zeichen hat die angreifende Mannschaft höchstens vier Pässe Zeit, um zu einem Torwurf zu kommen.
Die Handball Regeln zum passiven Spiel wurden zum 1. Juli 2022 verschärft: Zuvor waren nach dem Vorwarnzeichen sechs Pässe erlaubt, seitdem sind es vier. Ein fünfter Pass oder ein Angriff ohne Torwurfversuch wird mit einem Freiwurf für die verteidigende Mannschaft bestraft. Das Vorwarnzeichen bleibt nach einem Einwurf oder Freiwurf bestehen; es wird erst aufgehoben, wenn die Abwehr eine persönliche Strafe erhält, ein 7-m-Wurf entschieden wird oder ein Wurf vom Tor oder Torwart zu den Angreifern zurückprallt und eine neue Angriffsphase beginnt.
Für Zuschauer ist das Vorwarnzeichen das wichtigste Signal: Sobald ein Schiedsrichter den Arm hebt, beginnt das Zählen. Vier Pässe – dann muss der Wurf kommen.
Als Torwurfversuch zählt jeder erkennbare Abschluss: ein Wurf aufs Tor, aber auch ein deutliches Ansetzen dazu, das nur durch ein Foul oder einen Block gestoppt wird. Reines Herumpassen ohne Zug zum Tor reicht dagegen nicht. Die Regel soll verhindern, dass eine führende Mannschaft die Zeit herunterspielt, ohne noch angreifen zu müssen – und sie sorgt dafür, dass Spiele bis zur letzten Minute offen bleiben.
Welche Würfe gibt es?
Handball kennt fünf Wurfarten, die je nach Spielsituation ausgeführt werden. Jede hat einen festen Ort und feste Bedingungen.
Der 7-m-Wurf ist die härteste Strafe im Spiel: Er wird verhängt, wenn eine klare Torchance durch einen Regelverstoß verhindert wurde – etwa durch ein Foul am frei durchgebrochenen Angreifer oder durch Betreten des Torraums durch einen Abwehrspieler. Der Werfer steht mit einem Fuß auf der 7-m-Linie und muss binnen drei Sekunden nach dem Anpfiff werfen; alle anderen Spieler stehen hinter der 9-m-Linie.
Welche Strafen gibt es?
Die Handball Regeln unterscheiden vier Stufen der Bestrafung – von der Verwarnung bis zur Disqualifikation mit Bericht. Dazu kommen Zeitstrafen und Team-Timeouts, die den Spielfluss steuern.
Die dritte Hinausstellung desselben Spielers bedeutet automatisch die Disqualifikation. In den letzten 30 Sekunden eines Spiels wird ein Spieler, der einen Torwurf regelwidrig verhindert, mit einem 7-m-Wurf und einer Disqualifikation bestraft – die Regel gegen taktische Fouls in der Schlussphase.
Jede Mannschaft hat drei Team-Timeouts pro Spiel, höchstens zwei pro Halbzeit und höchstens eines in den letzten fünf Minuten der regulären Spielzeit. Ein Timeout dauert eine Minute, darf nur bei eigenem Ballbesitz genommen werden und wird mit der grünen Karte oder dem Buzzer angezeigt.
Die Strafen bauen aufeinander auf: Auf eine Verwarnung folgt bei einem weiteren Verstoß mindestens eine Zeitstrafe, auf die dritte Zeitstrafe die Disqualifikation. Offizielle auf der Bank können ebenfalls verwarnt oder hinausgestellt werden – wird ein Offizieller hinausgestellt, muss die Mannschaft für zwei Minuten mit einem Feldspieler weniger spielen.
Was passiert bei Unentschieden?
In Spielen, in denen ein Sieger ermittelt werden muss, geht es bei Unentschieden in die Verlängerung: 2-mal 5 Minuten mit einer Minute Pause. Bleibt es unentschieden, folgt eine zweite Verlängerung im selben Format. Steht danach immer noch kein Sieger fest, entscheidet ein 7-m-Werfen: Jede Mannschaft stellt fünf Werfer, die abwechselnd werfen. Spieler, die hinausgestellt oder disqualifiziert sind, dürfen am 7-m-Werfen nicht teilnehmen.
Ein Ligaspiel darf dagegen unentschieden enden; dort gibt es keine Verlängerung. Das 7-m-Werfen ist das dramatischste Ende eines K.-o.-Spiels: fünf Werfer gegen einen Torwart, abwechselnd, unter dem Druck der vollen Halle. Steht es nach fünf Durchgängen immer noch unentschieden, geht es mit je einem Werfer pro Runde weiter, bis eine Runde eine Entscheidung bringt.
Was muss ich zur Handball-WM 2027 wissen?
Die 30. IHF-Handball-Weltmeisterschaft der Männer findet vom 13. bis 31. Januar 2027 in Deutschland statt. 32 Mannschaften spielen in sechs Städten: München, Stuttgart, Kiel, Magdeburg, Hannover und Köln. Die Gruppen wurden bei der Auslosung am 10. Juni 2026 in München festgelegt.
Der letzte deutsche WM-Titel gelang 2007 bei der Heim-Weltmeisterschaft – genau 20 Jahre vor der WM 2027. Wer die Regeln aus diesem Ratgeber kennt, kann das Turnier vom Eröffnungsspiel bis zum Finale ohne Vorwissen verfolgen.
Der Turniermodus ist einfach: In der Vorrunde spielt jede Mannschaft in einer Vierergruppe, die deutsche Gruppe A in München. Die besten Teams ziehen in die Hauptrunde nach Köln und Hannover ein, danach geht es im K.-o.-System weiter: Viertelfinale, Halbfinale und schließlich das Finale am 31. Januar in Köln. Wer das Turnier verfolgen will, muss sich also nur zwei Dinge merken: die eigene Gruppe und den Weg nach Köln.
Ein Heimturnier ist der beste Einstieg in eine Sportart: Die Hallen sind voll, die Stimmung trägt auch Zuschauer mit, die zum ersten Mal einschalten, und die Regeln erklären sich fast von selbst, wenn man ein paar Spiele gesehen hat. Wer vor dem Eröffnungsspiel am 13. Januar diesen Ratgeber gelesen hat, erkennt das Vorwarnzeichen, zählt die vier Pässe mit und weiß, warum ein 7-m-Wurf gepfiffen wurde – und genau das macht aus Zuschauen Mitfiebern. Die deutsche Mannschaft spielt ihre Vorrunde in München, die entscheidenden Spiele steigen in Köln und Hannover, und das Finale in der LANXESS arena ist der Höhepunkt von drei Turnierwochen.
In 5 Schritten Handball im Fernsehen verstehen
Wer die Handball Regeln einmal verstanden hat, braucht beim Zuschauen nur fünf Dinge im Blick zu behalten:
- Zählen Sie die Spieler: Sieben gegen sieben, der Torwart trägt eine andere Farbe. Fehlt ein Feldspieler, sitzt jemand eine Zeitstrafe ab.
- Achten Sie auf den Torraum: Nur der Torwart darf darin stehen. Springt ein Angreifer hinein, muss der Wurf vor der Landung kommen.
- Beobachten Sie den erhobenen Arm: Er kündigt passives Spiel an – danach sind höchstens vier Pässe bis zum Wurf erlaubt.
- Merken Sie sich die Linien: Freiwürfe von der 9-m-Linie, 7-m-Würfe von der 7-m-Linie, der Torwart vier Meter vor dem Tor.
- Verfolgen Sie Karten und Auszeiten: Gelb warnt, zwei Minuten schwächen, drei Team-Timeouts strukturieren die Schlussphase.
Mit diesen fünf Schritten lesen Sie jedes Spiel mit: vom ersten Anwurf bis zum 7-m-Werfen in der Verlängerung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Handballspiel?
Bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren dauert ein Spiel 2-mal 30 Minuten, dazu kommt eine Halbzeitpause von in der Regel zehn Minuten. Jüngere Altersklassen spielen kürzer: 2-mal 25 oder 2-mal 20 Minuten.
Wie viele Spieler stehen auf dem Feld?
Jede Mannschaft hat höchstens sieben Spieler auf dem Feld: sechs Feldspieler und einen Torwart. Im Kader stehen bis zu 16 Spieler, und es darf beliebig oft gewechselt werden. Zu Beginn müssen mindestens fünf Spieler auf dem Feld stehen.
Was bedeutet passives Spiel?
Passives Spiel ist Zeitspiel: Greift eine Mannschaft an, ohne einen Torwurf zu versuchen, hebt ein Schiedsrichter den Arm als Vorwarnzeichen. Danach hat die Mannschaft höchstens vier Pässe Zeit, um zu einem Torwurf zu kommen. Gelingt das nicht, gibt es Freiwurf für die Abwehr.
Wann gibt es einen 7-m-Wurf?
Einen 7-m-Wurf gibt es, wenn eine klare Torchance durch einen Regelverstoß verhindert wurde – zum Beispiel durch ein Foul am frei durchgebrochenen Angreifer oder durch das Betreten des Torraums durch einen Abwehrspieler. Der Werfer steht mit einem Fuß auf der 7-m-Linie und wirft binnen drei Sekunden nach dem Anpfiff.
Was bedeuten die gelbe, die rote und die blaue Karte?
Gelb ist eine Verwarnung, Rot bedeutet die Disqualifikation für den Rest des Spiels. Wird nach der roten Karte zusätzlich eine blaue Karte gezeigt, folgt ein schriftlicher Bericht mit möglichen weiteren Folgen. Eine Hinausstellung dauert immer zwei Minuten und kann nicht durch einen anderen Spieler ersetzt werden.
Wann und wo findet die Handball-WM 2027 statt?
Die 30. IHF-Handball-Weltmeisterschaft der Männer findet vom 13. bis 31. Januar 2027 in Deutschland statt. Gespielt wird in München, Stuttgart, Kiel, Magdeburg, Hannover und Köln; das Finale steigt am 31. Januar 2027 in der LANXESS arena Köln.



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