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Digital Detox Wochenende: Ein Wochenende ohne Handy – so gelingt der Plan

Emilia Emil14 Min. Lesezeit
Zwei Smartphones mit dunklem Bildschirm liegen auf einem Holztisch – die Handys bleiben das Wochenende über beiseite.
Zwei Smartphones mit ausgeschaltetem Bildschirm liegen auf einem Holztisch – so sieht der Anfang eines Wochenendes ohne Handy aus. Foto: Artem Beliaikin / Wikimedia Commons, CC BY 2.0.
In diesem Artikel
  1. Digital Detox Wochenende: Ein Wochenende ohne Handy – so gelingt der Plan
  2. Was ist ein Digital-Detox-Wochenende?
  3. Warum reicht ein Wochenende?
  4. Freitagabend: Wie bereiten Sie das Wochenende vor?
  5. Handy richtig einstellen: Was hilft auf dem iPhone und bei Android?
  6. Wer darf Sie trotzdem erreichen?
  7. Was tun Sie statt zu scrollen?
  8. Wie sieht ein Tag ohne Handy aus?
  9. Montag: Wie gelingt der Wiedereinstieg?
  10. Häufige Fragen
  11. Fazit

Digital Detox Wochenende: Ein Wochenende ohne Handy – so gelingt der Plan

Freitagabend, 19 Uhr: Das Handy vibriert zum dritten Mal in zehn Minuten. Eine Nachrichtengruppe, eine Eilmeldung, ein Video, das jemand „unbedingt“ sehen muss. Wer kennt das nicht? Genau hier setzt das Digital Detox Wochenende an: zwei Tage, an denen das Handy nicht der Chef ist, sondern ein Werkzeug, das nur dann zum Einsatz kommt, wenn Sie es wirklich brauchen.

Handyfasten nennt man das auf Deutsch – ein bewusstes Fasten von Feeds, Gruppen und endlosen Benachrichtigungen, ohne sich komplett von der Welt abzuschneiden. Dieser Artikel ist ein Plan, kein Verbot: Sie erfahren, wie Sie den Freitagabend nutzen, um alles vorzubereiten, wie Sie Ihr Handy so einstellen, dass nur wichtige Anrufe durchkommen, wer Sie im Notfall trotzdem erreicht und was Sie anstelle des Scrollens tun können. Am Montag kehren Sie dann geordnet zurück – und behalten, was Ihnen gutgetan hat.

Stand: 5. November 2026.

Was ist ein Digital-Detox-Wochenende?

Ein Digital Detox Wochenende ist eine geplante Pause von sozialen Medien, Nachrichten-Feeds und endlosen Benachrichtigungen – von Freitagabend bis Sonntagabend. Das Handy bleibt dabei an und erreichbar, aber es bestimmt nicht mehr, wohin Ihre Aufmerksamkeit geht. Sie entscheiden vorher, was erlaubt ist und was nicht: Telefonieren und Nachrichten an die Familie ja, Feeds und Videos nein. Der Unterschied zu einem spontanen „Ich lege das Handy mal weg“ ist die Vorbereitung: Wer vorher festlegt, wer ihn erreichen darf und was er stattdessen tut, hält es auch durch.

Wichtig ist, was ein solches Wochenende nicht ist: keine Therapie und keine Behandlung. Wer unter Schlafstörungen, starker Unruhe oder einer Abhängigkeit leidet, braucht professionelle Hilfe – ein Wochenende offline ersetzt sie nicht. Was ein Wochenende ohne Handy leisten kann, ist bescheidener und ehrlicher: Es zeigt Ihnen, wie oft Sie aus Gewohnheit zum Handy greifen, und es gibt Ihnen zwei Tage, in denen Ihre Zeit wieder Ihnen gehört. Mehr verspricht dieser Plan nicht – und genau das macht ihn realistisch.

Auch der Begriff „Dopamin-Detox“ taucht in diesem Zusammenhang oft auf. Er klingt medizinisch, ist aber kein Fachbegriff: Es gibt keinen belegten Mechanismus, nach dem ein Wochenende ohne Handy den Dopaminspiegel „entgiftet“. Wer Ihnen das verspricht, verkauft Ihnen ein Modewort. Bleiben Sie bei dem, was sich prüfen lässt: weniger Bildschirmzeit, weniger Unterbrechungen, mehr Zeit für das, was Sie sich vorgenommen haben.

Warum reicht ein Wochenende?

Zwei Tage sind kurz genug, um sie durchzuhalten, und lang genug, um etwas zu bemerken. Am Samstagvormittag greifen die meisten Menschen noch automatisch zum Handy – nach dem Frühstück, in der Warteschlange, im Fahrstuhl. Erst am Samstagnachmittag lässt der Reflex nach. Wer nur einen Abend offline bleibt, erlebt diesen zweiten Teil gar nicht. Ein ganzes Wochenende gibt Ihnen dagegen zwei volle Tage mit einem Abend dazwischen, an dem Sie merken, wie sich die Stille anfühlt, wenn sie nicht mehr ungewohnt ist.

Dass weniger ständige Erreichbarkeit guttun kann, zeigt auch eine Studie aus dem Jahr 2025: Forschende um Noah Castelo blockierten bei 467 Teilnehmenden zwei Wochen lang das mobile Internet auf dem Smartphone. Anrufe und Kurznachrichten blieben möglich, das Internet auf anderen Geräten ebenfalls. Im Schnitt sank die Bildschirmzeit von 314 auf 161 Minuten pro Tag, und Wohlbefinden, psychische Gesundheit und anhaltende Aufmerksamkeit verbesserten sich – bei 91 Prozent der Teilnehmenden verbesserte sich mindestens ein Ergebnis. Doch Vorsicht: Das war ein Versuch über zwei Wochen, nicht über ein Wochenende. Er stützt die Idee, dass weniger ständige Konnektivität hilft, beweist aber nicht, dass ein einzelnes Wochenende dieselben Effekte hat. Nehmen Sie die Studie als Ermutigung, nicht als Versprechen.

Der eigentliche Wert des Wochenendes liegt woanders: Sie gewinnen eine Messlatte. Wenn Sie am Sonntagabend wissen, wie oft Sie normalerweise zum Handy greifen und wofür, können Sie danach gezielt etwas ändern – zum Beispiel die Benachrichtigungen einer einzigen App dauerhaft abschalten. Ein Wochenende ist ein Experiment mit einem klaren Ende. Genau das macht es leicht, anzufangen.

Freitagabend: Wie bereiten Sie das Wochenende vor?

Der Freitagabend entscheidet, ob Ihr Digital Detox Wochenende gelingt. Wer erst am Samstagmorgen überlegt, was er mit dem Handy macht, verliert den halben Tag an Gewohnheit. Nehmen Sie sich am Freitag nach dem Abendessen eine halbe Stunde Zeit und arbeiten Sie die Vorbereitung in Ruhe ab. Schreiben Sie die Punkte auf ein Blatt Papier – das Blatt liegt das ganze Wochenende auf dem Tisch und ersetzt die Notizen-App.

Sagen Sie den wichtigsten Menschen Bescheid: Familie, enge Freunde und – falls nötig – die Arbeit. Eine kurze Nachricht genügt: „Ich bin dieses Wochenende nur telefonisch erreichbar, bei dringenden Sachen bitte anrufen.“ Wer im Bereitschaftsdienst ist oder Angehörige betreut, plant die Erreichbarkeit genauer – dazu gleich mehr im Abschnitt über den Notfall-Plan. Stellen Sie außerdem einen analogen Wecker, laden Sie das Handy vollständig und laden Sie Karten oder Tickets herunter, die Sie am Wochenende brauchen.

Auf kleinen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich verschieben.

Aufgabe So geht’s
Menschen informieren Kurze Nachricht an Familie und enge Freunde: nur Anrufe, keine Nachrichten
Notfall-Plan festlegen Wer darf anrufen, wer hat den Notfall-Bypass (siehe unten)
Handy laden Vollständig laden, Ladekabel griffbereit legen
Karten und Tickets Offline-Karten und Fahrkarten herunterladen
Wecker stellen Analogen Wecker stellen, Handy-Wecker ausschalten
Montagsliste schreiben Drei Dinge für Montag auf Papier notieren
Apps vorbereiten Benachrichtigungen abschalten oder Zeitplan einstellen
Digital Detox Wochenende: Ein analoger Wecker ersetzt den Handy-Wecker.
Ein analoger Wecker ersetzt den Handy-Wecker – und das Handy bleibt die Nacht über in der Schublade. Foto: Nenad Stojkovic / Wikimedia Commons, CC BY 2.0.

Die Montagsliste verdient einen eigenen Satz: Schreiben Sie am Freitag drei Dinge auf, die am Montag anstehen – eine E-Mail, die Sie beantworten müssen, ein Termin, ein Anruf. Das Blatt beruhigt, weil nichts verloren geht, und es verhindert, dass Sie am Samstag doch „nur kurz“ das Handy prüfen, um etwas nachzusehen. Was auf dem Papier steht, ist versorgt. Was nicht darauf steht, kann bis Montag warten.

Handy richtig einstellen: Was hilft auf dem iPhone und bei Android?

Die Technik soll Ihnen das Wochenende leicht machen, nicht erschweren. Stellen Sie das Handy so ein, dass es Sie nicht mehr von sich aus stört. Auf dem iPhone finden Sie die wichtigsten Schalter unter Einstellungen und dann Bildschirmzeit: Der Zeitplan für Bildschirmzeit legt fest, in welchen Zeiten Apps verfügbar sind, und die Nutzungszeiten begrenzen, wie lange Sie eine App-Kategorie wie Unterhaltung, Spiele oder soziale Medien pro Tag nutzen dürfen. Die genauen Menünamen können sich je nach iOS-Version leicht unterscheiden – die Funktion ist seit iOS 12 an Bord und heißt in aktuellen Versionen so, wie sie hier beschrieben ist.

Bei Android heißt die zentrale Einstellung Digitales Wohlbefinden, bei Samsung-Geräten Digitales Wohlbefinden und Jugendschutz. Dort stellen Sie App-Timer ein: ein tägliches Budget pro App, nach dessen Ablauf das App-Symbol grau wird und die App sich nicht mehr öffnen lässt – bis Mitternacht, dann beginnt der Zähler neu. Der Fokusmodus pausiert ausgewählte Apps und ihre Mitteilungen, und der Schlafenszeitmodus schaltet den Bildschirm auf Graustufen und blendet Mitteilungen aus. Beide Systeme können dasselbe: Sie nehmen dem Handy die Fähigkeit, Sie ungefragt zu unterbrechen.

Auf kleinen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich verschieben.

Funktion iPhone Android
Tägliches Zeitbudget Nutzungszeiten in Bildschirmzeit App-Timer in Digitales Wohlbefinden
Bildschirmfreie Zeiten Zeitplan für Bildschirmzeit Schlafenszeitmodus
Stummschalten Fokus (Nicht stören) Fokusmodus / Nicht stören
Ausnahmen für Anrufe Erlaubte Personen + wiederholte Anrufe Markierte Kontakte + wiederholte Anrufer

Wählen Sie für das Wochenende eine einfache Regel: Entweder Sie schalten die Benachrichtigungen für alle sozialen Apps aus, oder Sie stellen einen Zeitplan ein, der sie nur in einem kurzen Fenster am Abend freigibt. Beides funktioniert – entscheidend ist, dass Sie die Entscheidung am Freitag treffen und nicht am Samstag neu verhandeln. Wer sich auf ein kurzes abendliches Fenster einigt, sollte es schriftlich festhalten: „Samstag und Sonntag, 19 bis 19.30 Uhr, nur Nachrichten lesen, nichts posten.“

Eine letzte Einstellung vor dem Start: Schalten Sie die roten Zähler an den App-Symbolen ab, falls Ihr Handy das anbietet. Die kleinen Zahlen sind die lautesten Rufe des Handys – ohne sie fällt das Weglegen deutlich leichter. Und legen Sie das Handy danach an einen festen Platz: in eine Schublade, auf das Regal im Flur, weit weg vom Sofa.

Wer darf Sie trotzdem erreichen?

Ein Wochenende ohne Handy bedeutet nicht, dass Sie für niemanden erreichbar sind. Es bedeutet, dass Sie vorher festlegen, wer Sie erreichen darf – und alle anderen warten bis Montag. Das ist der wichtigste Teil dieses Plans, denn er ist es, der ihn überhaupt erst möglich macht. Wer kleine Kinder hat, Angehörige betreut oder Bereitschaftsdienst leistet, kann nicht einfach verschwinden. Für diese Fälle gibt es auf jedem Handy Ausnahmen, die Sie vor dem Wochenende einmal einrichten und danach nie wieder anfassen müssen.

Auf dem iPhone richten Sie einen Fokus ein: Einstellungen, dann Fokus, und dort wählen Sie, welche Personen Sie benachrichtigen dürfen. Zusätzlich gibt es den Notfall-Bypass für einzelne Kontakte: Öffnen Sie die Kontakte-App, wählen Sie die Person, tippen Sie auf Bearbeiten und schalten Sie den Notfall-Bypass für den Klingelton und – getrennt davon – für den Textton ein. Solche Anrufe und Nachrichten kommen dann auch im Lautlos-Modus und in einem aktiven Fokus durch. Außerdem lässt der Fokus wiederholte Anrufe durch: Ruft dieselbe Person zweimal innerhalb von drei Minuten an, klingelt das Handy.

Was der Notfall-Bypass nicht kann: Er funktioniert nicht, wenn das Handy ausgeschaltet ist oder im Flugmodus steckt. Wer erreichbar bleiben muss, darf das Handy also nicht in den Flugmodus schalten.

Bei Android stellen Sie die Ausnahmen unter Nicht stören ein: Markierte Kontakte – also die Kontakte, die Sie mit einem Stern versehen haben – dürfen anrufen und schreiben, und auch hier gilt die Regel der wiederholten Anrufer: Ein zweiter Anruf derselben Nummer innerhalb von 15 Minuten klingelt durch. Wecker kommen standardmäßig trotzdem durch, das müssen Sie nicht extra einstellen. Der Weg zu den Einstellungen heißt je nach Hersteller etwas anders – bei Samsung finden Sie ihn unter Ton und Vibration und dann Nicht stören, bei Pixel-Geräten unter Ton und Vibration oder direkt in den Mitteilungen. Wichtig ist nur, dass Sie die Ausnahmen vor dem Wochenende testen: Lassen Sie eine der erlaubten Personen kurz anrufen, während der Fokus aktiv ist.

Wenn Ihre Erreichbarkeit beruflich geregelt ist – Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft, ein Angehöriger im Krankenhaus –, sprechen Sie die Regelung vorher mit den Beteiligten ab und schreiben Sie sie auf. Ein Satz genügt: „Samstag und Sonntag bin ich nur telefonisch erreichbar, bei dringenden Sachen bitte zweimal hintereinander anrufen.“ Und falls Sie ein zweites, einfaches Handy besitzen, kann es das Wochenende über als reines Telefon dienen: SIM-Karte umstecken, alle Apps bleiben auf dem Hauptgerät. Der Notruf 112 funktioniert übrigens auch dann, wenn Ihr eigenes Netz gerade schwach ist – er nutzt jedes verfügbare Mobilfunknetz und ist in der ganzen EU kostenlos.

Was tun Sie statt zu scrollen?

Das Handy füllt vor allem Lücken: die Minuten beim Warten, die halbe Stunde nach dem Abendessen, die Zeit im Bett vor dem Einschlafen. Wer diese Lücken nicht füllt, greift automatisch wieder zum Handy. Legen Sie deshalb vor dem Wochenende fest, was an die Stelle des Scrollens tritt – und zwar konkret, mit Uhrzeit und Ort. „Mehr lesen“ ist kein Plan. „Samstag, 10 Uhr, das Buch auf dem Balkon“ ist einer.

Gute Ersatzbeschäftigungen haben drei Eigenschaften: Sie brauchen kein Handy, sie lassen sich ohne Vorbereitung beginnen, und sie dauern mindestens eine halbe Stunde. Spazieren gehen, kochen, ein Brettspiel, ein Buch, ein langes Frühstück, im Garten arbeiten, ein Instrument, ein Puzzle, ein Besuch bei Freunden – die Liste ist lang, und sie muss zu Ihnen passen. Zwei oder drei feste Vorhaben reichen völlig: eines für den Samstagvormittag, eines für den Samstagnachmittag und eines für den Sonntag. Alles andere ergibt sich.

Familie beim Brettspiel am Couchtisch – ein analoger Ersatz für das Scrollen am Handy.
Brettspiel statt Bildschirm: Eine Familie spielt gemeinsam am Couchtisch. Foto: Bill Branson / Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Ein Tipp aus der Praxis: Legen Sie die Ersatzbeschäftigung sichtbar bereit. Das Buch auf den Tisch, das Brettspiel auf den Couchtisch, die Wanderschuhe an die Tür. Was man sieht, tut man eher. Und was man erst suchen muss, verliert gegen das Handy, das immer in der Hosentasche steckt. Das ist keine Willensschwäche, sondern Gewohnheit – und Gewohnheit lässt sich mit Sichtbarkeit austricksen.

Wie sieht ein Tag ohne Handy aus?

Ein Tagesablauf hilft, weil er die gefährlichsten Zeiten abdeckt: den Morgen nach dem Aufwachen und den Abend nach dem Essen – die beiden Momente, in denen ein Digital Detox Wochenende am häufigsten scheitert. Der Plan unten ist ein Vorschlag für den Samstag – passen Sie ihn an Ihre Gewohnheiten an. Er ist bewusst luftig gehalten: Ein Wochenende ohne Handy soll sich nicht wie ein Stundenplan anfühlen.

Auf kleinen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich verschieben.

Zeit Stattdessen
7.30–9.00 Uhr Aufstehen mit dem analogen Wecker, Frühstück ohne Handy am Tisch
9.00–11.00 Uhr Spaziergang oder Wanderung, Handy bleibt zu Hause oder in der Tasche
11.00–13.00 Uhr Einkaufen, kochen, etwas Neues ausprobieren
13.00–15.00 Uhr Mittagsruhe, Buch, ein Nickerchen – kein Bildschirm
15.00–17.00 Uhr Besuch, Brettspiel oder ein längeres Telefonat mit der Familie
17.00–19.00 Uhr Kochen, Garten, Musik über Radio oder Lautsprecher
19.00–19.30 Uhr Kurzes Fenster: Nachrichten lesen, nichts posten (nur wenn vereinbart)
Ab 19.30 Uhr Lesen, Tagebuch, früh ins Bett
Wanderer auf einem Waldweg zwischen Farnen – der Spaziergang am Samstagvormittag.
Ein Waldspaziergang am Samstagvormittag – das Handy bleibt zu Hause oder in der Tasche. Foto: Jim Barton / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0.

Der Sonntag läuft nach demselben Muster, nur kürzer: Ein ausgedehntes Frühstück, ein langer Spaziergang und am Nachmittag die Vorbereitung auf die Woche – Wäsche, Einkaufszettel, die Montagsliste vom Freitag noch einmal ansehen. Wer am Sonntagabend das Gefühl hat, dass ihm etwas fehlt, hat meistens nicht das Handy vermisst, sondern die Gewohnheit, jede freie Minute zu füllen. Dieses Gefühl vergeht, wenn der Sonntag ein eigenes Programm hat. Deshalb steht im Plan kein leerer Nachmittag: Leere ist der Moment, in dem das Handy gewinnt.

Montag: Wie gelingt der Wiedereinstieg?

Am Montagmorgen schalten Sie die Benachrichtigungen nicht alle auf einmal wieder ein. Nehmen Sie sich zehn Minuten und gehen Sie die Apps einzeln durch: Welche Benachrichtigung haben Sie am Wochenende wirklich vermisst? Die bleibt an. Welche haben Sie nicht vermisst? Die bleibt aus – dauerhaft. So wird aus dem Digital Detox Wochenende eine dauerhafte Änderung, und das ist der eigentliche Gewinn: nicht zwei Tage ohne Handy, sondern ein Handy, das danach weniger von Ihrer Zeit verlangt.

Arbeiten Sie dann die Montagsliste vom Freitag ab – in der Reihenfolge, in der sie auf dem Papier steht. Beantworten Sie zuerst die E-Mails und Nachrichten, die wirklich eine Antwort brauchen, und lassen Sie den Rest liegen. Wer am Montagmorgen sofort alle Gruppen und Feeds durchscrollt, holt sich in einer Stunde zurück, was das Wochenende gebracht hat. Die Regel für den Montag lautet: erst die Arbeit, dann das Handy – nicht umgekehrt.

Eine Person schreibt Notizen auf Papier – die Montagsliste entsteht am Freitagabend.
Die Montagsliste entsteht am Freitagabend auf Papier – so geht nichts verloren, ohne dass das Handy geprüft werden muss. Foto: Calum MacAulay / Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Und wenn Ihnen das Wochenende gefallen hat, planen Sie das nächste schon jetzt: einmal im Monat, oder als festen Vorsatz für den Januar. Wer das Jahr mit einem Wochenende ohne Handy beginnt, startet mit einer Erfahrung statt mit einem Vorsatz auf dem Papier – und wer es im Januar einmal geschafft hat, schafft es auch im Februar. Ein Kalender-Eintrag genügt: „Offline-Wochenende, Handy bleibt in der Schublade.“

Häufige Fragen

Muss ich mein Handy komplett ausschalten?

Nein. Ausschalten ist die strengste Variante und für die meisten Menschen unnötig. Es reicht, wenn das Handy keine Benachrichtigungen mehr schickt und Sie es an einen festen Platz legen. Wer erreichbar bleiben muss, lässt es an – mit einem Fokus, der nur wichtige Anrufe durchlässt. Ausgeschaltet ist nur das Handy von Menschen, die wirklich niemanden erreichen müssen.

Was mache ich, wenn ich Bereitschaftsdienst habe?

Dann ist ein Wochenende ohne Handy trotzdem möglich – aber nur mit einem klaren Plan. Sprechen Sie vorher ab, wer Sie wie erreicht, richten Sie den Notfall-Bypass für die wichtigsten Nummern ein und testen Sie ihn am Freitag. Ein zweites, einfaches Handy als reines Telefon ist eine gute Lösung. Was Sie nicht tun sollten: den Flugmodus einschalten und hoffen, dass nichts passiert.

Kann ich trotzdem Fotos machen?

Ja, wenn Sie die Kamera als Ausnahme zulassen. Die Kamera allein stört das Wochenende nicht – das Problem sind die Apps, die sich danach öffnen. Wer Fotos machen will, kann die Kamera über den Sperrbildschirm öffnen und das Handy danach sofort wieder weglegen. Ehrlicher ist aber eine andere Frage: Müssen die Fotos dieses Wochenende entstehen, oder warten sie bis Montag?

Wie stelle ich Bildschirmzeit und Fokusmodus am schnellsten ein?

Am Freitagabend, in Ruhe, in zehn Minuten: Auf dem iPhone unter Einstellungen und Bildschirmzeit den Zeitplan und die Nutzungszeiten festlegen, dann unter Fokus die erlaubten Personen wählen. Bei Android unter Digitales Wohlbefinden die App-Timer setzen und den Fokusmodus einschalten. Die genauen Schritte stehen in den Anleitungen von Apple und Google, die in diesem Artikel verlinkt sind.

Ist ein Wochenende ohne Handy auch mit Kindern sinnvoll?

Ja – und es wirkt oft am stärksten, wenn die ganze Familie mitmacht. Kinder merken sofort, ob die Eltern wirklich da sind oder nur körperlich anwesend. Vereinbaren Sie gemeinsam die Regeln, legen Sie die Handys in eine Schublade und planen Sie etwas, das alle mögen: ein Brettspiel, ein Ausflug, gemeinsames Kochen. Die Kinder brauchen keine Erklärung – sie brauchen Eltern, die nicht auf einen Bildschirm schauen.

Was ist, wenn ich am Sonntag doch nachgebe?

Dann ist nichts verloren. Ein Wochenende ohne Handy ist ein Experiment, keine Prüfung. Schauen Sie sich an, was passiert ist: War es Langeweile, eine konkrete Nachricht oder einfach Gewohnheit? Schreiben Sie es auf und versuchen Sie es beim nächsten Mal anders – mit einem besseren Plan für genau diesen Moment. Wer einmal nachgibt, hat nicht versagt. Er hat etwas gelernt.

Fazit

Ein Digital Detox Wochenende braucht keine App, kein neues Handy und keine teure Ausrüstung. Es braucht einen Freitagabend mit einem Blatt Papier, ein Handy, das Sie so einstellen, dass es Sie in Ruhe lässt, und einen Plan für die Stunden, in denen Sie sonst scrollen. Wer das einmal ausprobiert hat, weiß danach genau, was ihm das Handy gibt – und was es ihm nimmt. Und wer es im Januar wiederholt, hat aus einem Experiment eine Gewohnheit gemacht.

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Emilia Emil

Emilia Emil schreibt für Sharp Magazine über Persönlichkeiten, Film und Kultur. Auf der Profilseite finden Sie die zugeordneten Beiträge sowie den Kontakt für Hinweise und Korrekturen.

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