Christoph Waltz Filme und Serien: Filmografie, Biografie und Auszeichnungen

In diesem Artikel
- Christoph Waltz Filme und Serien: Welche Rollen haben ihn berühmt gemacht?
- Steckbrief: Christoph Waltz im Überblick
- Wie begann Christoph Waltz‘ Karriere in Wien und im deutschen Fernsehen?
- Welche Filme machten Christoph Waltz international bekannt?
- Welche Preise hat Christoph Waltz gewonnen?
- In welchen Serien spielt Christoph Waltz?
- Was macht Christoph Waltz heute?
- Die wichtigsten Filme und Serien von Christoph Waltz im Überblick
- Häufige Fragen zu Christoph Waltz
- Weiterlesen auf Sharp Magazine
Christoph Waltz Filme und Serien: Welche Rollen haben ihn berühmt gemacht?
Zwei Figuren haben Christoph Waltz weltberühmt gemacht: der SS-Standartenführer Hans Landa in Inglourious Basterds und der Kopfgeldjäger Dr. King Schultz in Django Unchained. Beide Rollen schrieb Quentin Tarantino, beide brachten Waltz den Oscar als bester Nebendarsteller ein. Bemerkenswert ist das Timing: Als Waltz 2009 in Cannes mit Inglourious Basterds vorgestellt wurde, war er bereits Anfang 50 und hatte drei Jahrzehnte Theater- und Fernseharbeit in Deutschland und Österreich hinter sich. Die wichtigsten Christoph Waltz Filme und Serien reichen deshalb von deutschen Krimireihen der 1980er-Jahre bis zu aktuellen Hollywood-Produktionen und Streamingserien.
Dieser Überblick ordnet die Karriere chronologisch: vom Wiener Theater über die deutschen Fernsehjahre und den späten internationalen Durchbruch bis zu den jüngsten Filmen und Serien. Dazu kommen ein Steckbrief, die wichtigsten Auszeichnungen und eine Filmografie als Auswahl, die sich auf die prägenden Rollen konzentriert.
Steckbrief: Christoph Waltz im Überblick
Wie begann Christoph Waltz‘ Karriere in Wien und im deutschen Fernsehen?
Christoph Waltz wurde als drittes von vier Kindern in eine Theaterfamilie hineingeboren. Seine Eltern Johannes Waltz und Elisabeth Urbancic arbeiteten als Bühnen- und Kostümbildner, seine Großmutter Maria Mayen und der Stiefgroßvater Emmerich Reimers spielten am Wiener Burgtheater. Ursprünglich wollte Waltz Kameramann werden, weil ihn die Technik interessierte. Nach eigener Aussage kam er nur mangels anderer Ideen zum Schauspiel. Er studierte am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und am Lee Strasberg Theatre Institute in New York, stand 1977 erstmals in Wien auf der Theaterbühne und erhielt 1982 den renommierten O.-E.-Hasse-Preis.
Im Fernsehen war Waltz ab Ende der 1970er-Jahre ein vertrautes Gesicht, lange bevor ihn das internationale Publikum kannte. Er spielte 1979 in der Serie Parole Chicago und übernahm in den folgenden Jahrzehnten Gastrollen in fast allen großen deutschen Krimireihen: Ein Fall für zwei, Derrick, Kommissar Rex, Polizeiruf 110, Rosa Roth, Unter Verdacht, Der letzte Zeuge, SOKO Rhein-Main, Stolberg und Der Staatsanwalt.
Eine Fernsehszene blieb besonders im Gedächtnis: In der 100. Folge der ZDF-Reihe Der Alte mit dem Titel Zwei Leben (1986) erschoss seine Figur Hans Baumeister den Kriminalhauptkommissar Erwin Köster, gespielt von Siegfried Lowitz. Köster starb am Ende der Folge an der Schussverletzung, und Rolf Schimpf übernahm als Nachfolger die Reihe. 1987 spielte Waltz in der Tatort-Folge Wunschlos tot den Wiener Ermittler Inspektor Passini.
Parallel dazu arbeitete Waltz für französische, australische und britische Produktionen und spielte Anfang der 1990er-Jahre neben Ian Richardson in der Miniserie Der große Reibach den Beamten Dorfmann. In Krzysztof Zanussis Film Leben für Leben (1991) verkörperte er einen entflohenen KZ-Häftling. Es war eine lange, solide Karriere im europäischen Fernsehen und Theater, ohne den einen internationalen Durchbruch, der dann mit 52 Jahren umso überraschender kam.
Das Theater blieb dabei immer ein Teil seiner Arbeit. Nach dem Bühnendebüt in Wien folgten Engagements am Schauspielhaus Zürich, wo er unter anderem Mozart in Peter Shaffers Amadeus spielte, sowie in Köln, Frankfurt am Main, Hamburg, Salzburg und Wien. Diese Bühnenjahre erklären einen Teil seiner Leinwandpräsenz: Waltz spielt Figuren, die über Sprache dominieren, nicht über körperliche Action. Seine Schurken gewinnen, indem sie reden, und seine Sympathieträger überzeugen, indem sie zuhören. Genau diese Mischung aus Präzision und Leichtigkeit wurde später in Hollywood zu seinem Markenzeichen.
Auch seine Staatsbürgerschaften erzählen ein Stück dieser Biografie. Waltz wurde in Wien geboren und besaß durch seinen deutschen Vater zunächst die deutsche Staatsangehörigkeit. Im August 2010, im Jahr seines ersten Oscars, erhielt er zusätzlich die österreichische Staatsbürgerschaft. Seit 2020 ist er außerdem US-amerikanischer Staatsbürger. Als Grund nannte er, dass er seit den 2010er-Jahren in Los Angeles lebe, dort Steuern zahle und mitentscheiden wolle.
Welche Filme machten Christoph Waltz international bekannt?
Der Wendepunkt war Quentin Tarantinos Inglourious Basterds (2009). Waltz spielte Hans Landa, einen SS-Standartenführer, der mit höflicher Freundlichkeit und eiskalter Logik seine Gegner in die Falle lockt. Die Figur wechselt im Film zwischen Deutsch, Französisch, Englisch und Italienisch, und genau diese Mehrsprachigkeit machte die Rolle für Tarantino unersetzlich: Der Regisseur soll Landa als eine seiner besten Figuren überhaupt bezeichnet haben. In Cannes erhielt Waltz für die Rolle den Darstellerpreis, danach folgten der Oscar, der BAFTA und der Golden Globe, jeweils als bester Nebendarsteller.
Drei Jahre später wiederholte sich der Erfolg mit Django Unchained (2012). Als Dr. King Schultz, ein deutscher Kopfgeldjäger und ehemaliger Zahnarzt, der den befreiten Sklaven Django als Partner gewinnt, zeigte Waltz die andere Seite seines Könnens: warmherzig, wortgewandt und moralisch klar, wo Landa berechnend und bedrohlich war. Auch für Schultz gab es den Oscar, den BAFTA und den Golden Globe als bester Nebendarsteller. Damit gehört Waltz zu den wenigen Schauspielern, die zweimal für Filme desselben Regisseurs in derselben Kategorie ausgezeichnet wurden. Die bekanntesten Christoph Waltz Filme und Serien aus Hollywood entstanden in den Jahren danach, oft in Schurkenrollen, oft mit einem ironischen Unterton.
Schon 2011, zwischen den beiden Tarantino-Filmen, spielte Waltz in drei sehr unterschiedlichen Produktionen: als Gangster Benjamin Chudnofsky in The Green Hornet, als Zirkusdirektor August Rosenbluth in Wasser für die Elefanten und als Alan Cowan in Roman Polanskis Der Gott des Gemetzels. Es folgten der Science-Fiction-Film The Zero Theorem (2013) als Qohen Leth und Tim Burtons Big Eyes (2014), in dem er den Maler Walter Keane spielte, der sich die Bilder seiner Frau als eigene ausgab.
Als Ernst Stavro Blofeld, der in Spectre (2015) zunächst als Franz Oberhauser auftritt, wurde Waltz zum Gegenspieler von James Bond und kehrte in Keine Zeit zu sterben (2021) in der Rolle zurück. Dazwischen spielte er den belgischen Kolonialoffizier Captain Léon Rom in Legend of Tarzan (2016), Cornelis Sandvoort in Tulpenfieber (2017) und den Lebenskünstler Dušan Mirković in Alexander Paynes Downsizing (2017).
Ab 2019 erweiterte Waltz sein Profil noch einmal. In Alita: Battle Angel spielte er den Wissenschaftler Dr. Dyson Ido, in Georgetown übernahm er nicht nur die Hauptrolle des Ulrich Mott, sondern führte auch selbst Regie. Es war sein Spielfilm-Regiedebüt, nachdem er bereits 2000 einen Fernsehfilm inszeniert hatte. In Wes Andersons The French Dispatch (2021) spielte er Paul Duval, in Guillermo del Toros Pinocchio (2022) lieh er dem Grafen Volpe seine Stimme, und in Dead for a Dollar (2022) war er der Kopfgeldjäger Max Borlund. Zu den jüngsten Arbeiten gehören Old Guy (2024) als Auftragskiller Danny Dolinski, Dracula – Die Auferstehung (2025) als Priester und Guillermo del Toros Frankenstein (2025), in dem er den Waffenproduzenten Henrich Harlander spielt.
Welche Preise hat Christoph Waltz gewonnen?
Die Preisbilanz von Christoph Waltz ist ungewöhnlich konzentriert: Seine beiden Oscars, seine beiden BAFTAs und seine beiden Golden Globes gewann er für dieselben zwei Rollen, Hans Landa und Dr. King Schultz, jeweils in der Kategorie Bester Nebendarsteller. Die Oscar-Verleihungen fanden 2010 und 2013 statt. Dazu kommt der Darstellerpreis der Filmfestspiele von Cannes 2009 für Inglourious Basterds. Ein Oscar ohne gleichzeitigen BAFTA oder Golden Globe ist in dieser Bilanz nicht enthalten, weil beide Rollen bei allen drei großen Preisverleihungen gewannen.
Darüber hinaus erhielt Waltz 2014 einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame und im selben Jahr einen Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin. 2015 ehrte ihn der Europäische Filmpreis für seine europäische Leistung im Weltkino. Nominiert war er unter anderem 2015 für den Golden Globe als bester Hauptdarsteller in einer Komödie für Big Eyes und 2020 für den Primetime Emmy als bester Darsteller in einer Kurzform-Dramaserie für Most Dangerous Game. Eine vollständige Preisliste mit jeder einzelnen Kritiker- und Festivalauszeichnung würde den Rahmen dieses Überblicks sprengen; die hier genannten Preise sind die wichtigsten, branchenweit anerkannten Auszeichnungen seiner Karriere.
In welchen Serien spielt Christoph Waltz?
Auch die Christoph Waltz Filme und Serien im Fernsehen erzählen zwei Karrieren: die lange deutsche Phase und die späten internationalen Serienrollen. Nach den frühen Auftritten in Parole Chicago und den Krimireihen blieb Waltz dem Fernsehen auch nach dem Hollywood-Durchbruch treu, allerdings auf einer anderen Bühne. In der Webserie Most Dangerous Game (2020–2023) spielte er Miles Sellars, den Organisator einer tödlichen Menschenjagd, und wurde dafür für den Primetime Emmy nominiert. Die Serie lief zunächst als Kurzformat und wurde später fortgesetzt.
2023 folgte mit The Consultant eine der markantesten Serienrollen seiner späten Karriere: Als Regus Patoff, ein undurchsichtiger Berater, der in einem Spieleunternehmen die Macht übernimmt, spielte Waltz acht Folgen lang einen Mann, bei dem niemand weiß, ob er hilft oder droht. Die Rolle nutzt genau das, was schon Hans Landa auszeichnete: Höflichkeit als Waffe. 2025 übernahm Waltz zudem eine Gastrolle in der fünften Staffel der Krimikomödie Only Murders in the Building und kehrte damit in ein Ensemble zurück, das für pointierte Nebenfiguren bekannt ist.
Was macht Christoph Waltz heute?
Mit 70 Jahren ist Christoph Waltz weiterhin in Kino und Fernsehen präsent, ohne sich auf ein Genre festzulegen. Die jüngsten Filme zeigen die Bandbreite: Actionkomödie in Old Guy, Horror in Dracula – Die Auferstehung, Literaturverfilmung in Frankenstein und eine Gastrolle in einer erfolgreichen Streamingserie. Gleichzeitig pflegt Waltz eine zweite künstlerische Spur, die in Filmografien oft untergeht: die Opernregie. 2013 inszenierte er Richard Strauss‘ Der Rosenkavalier, 2017 folgte Giuseppe Verdis Falstaff.
Ein oft falsch wiedergegebenes Detail betrifft seine Sprachen. Waltz spricht fließend Deutsch, Englisch und Französisch. Italienisch spricht er dagegen nach eigener Aussage nicht fließend: Dass seine Figur Hans Landa im Film auch Italienisch spricht, ist eine Eigenschaft der Rolle, keine seiner eigenen Sprachkenntnisse. Wer Waltz in Interviews erlebt, hört zudem, dass er seine deutschen Rollen in der Regel selbst synchronisiert. Er lebt in Los Angeles und Berlin und ist mit der Kostümbildnerin Judith Holste verheiratet.
Neu im Streaming: Seit dem 12. Oktober 2026 läuft Luc Bessons Dracula bei Paramount+. Caleb Landry Jones spielt den Fürsten Vlad, Waltz spielt den Priester, der ihn unerbittlich jagt. Der Film war zuvor in Frankreich und Nordamerika im Kino gelaufen.
Die wichtigsten Filme und Serien von Christoph Waltz im Überblick
Diese Tabelle fasst die wichtigsten Christoph Waltz Filme und Serien als Auswahl zusammen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit: Waltz wirkte seit Ende der 1970er-Jahre in weit über hundert Film- und Fernsehproduktionen mit. Aufgeführt sind die prägenden Kino- und Serienrollen.
Häufige Fragen zu Christoph Waltz
Wie viele Oscars hat Christoph Waltz gewonnen?
Christoph Waltz hat zwei Oscars gewonnen, beide als bester Nebendarsteller: 2010 für Hans Landa in Inglourious Basterds und 2013 für Dr. King Schultz in Django Unchained. Beide Filme inszenierte Quentin Tarantino.
In welchen Tarantino-Filmen spielt Christoph Waltz?
Waltz spielte in zwei Filmen von Quentin Tarantino: Inglourious Basterds (2009) als Hans Landa und Django Unchained (2012) als Dr. King Schultz. Für beide Rollen erhielt er den Oscar als bester Nebendarsteller.
Welche Rolle spielt Christoph Waltz in James Bond?
Waltz spielt Ernst Stavro Blofeld, den Leiter der Verbrecherorganisation Spectre. In Spectre (2015) tritt die Figur zunächst als Franz Oberhauser auf, bevor ihre wahre Identität enthüllt wird. In Keine Zeit zu sterben (2021) kehrte Waltz als Blofeld zurück.
Wo wurde Christoph Waltz geboren und wie alt ist er?
Christoph Waltz wurde am 4. Oktober 1956 in Wien geboren und ist 70 Jahre alt. Er wuchs in Wien auf, studierte dort Schauspiel und begann seine Bühnenkarriere 1977 in seiner Heimatstadt.
Welche Sprachen spricht Christoph Waltz wirklich?
Waltz spricht fließend Deutsch, Englisch und Französisch. Italienisch spricht er nach eigener Aussage nicht fließend, obwohl seine Figur Hans Landa in Inglourious Basterds auch Italienisch spricht. Das ist ein Unterschied zwischen Rolle und Schauspieler, der oft übersehen wird.
Welcher Film eignet sich als Einstieg?
Als Einstieg in die Christoph Waltz Filme und Serien eignen sich Inglourious Basterds und Django Unchained am besten, weil sie beide Seiten seines Spiels zeigen: die bedrohliche Höflichkeit des Hans Landa und die warmherzige Wortgewandtheit des Dr. King Schultz. Wer danach weitersehen möchte, findet in The Consultant eine moderne Serienrolle mit ähnlicher Spannung.
Weiterlesen auf Sharp Magazine
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