Katherina Reiche: Biografie, Karriere und Ministeramt

In diesem Artikel
- Katherina Reiche: Wer ist die Bundeswirtschaftsministerin?
- Steckbrief im Überblick
- Woher kommt die Ministerin und was hat sie studiert?
- Wie verlief ihre Zeit im Bundestag?
- Warum wechselte sie 2015 in die Wirtschaft?
- Was machte sie bei VKU und Westenergie?
- Wie wurde sie Bundeswirtschaftsministerin?
- Wofür steht sie in der Energiepolitik?
- Was ist über ihr Privatleben bekannt?
- Fazit: Politik, Wirtschaft und Ministeramt
- Häufige Fragen zu Katherina Reiche
- Quellen
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Katherina Reiche ist seit dem 6. Mai 2025 Bundesministerin für Wirtschaft und Energie im Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz. Sie folgte auf Robert Habeck, nachdem CDU und CSU bei der Bundestagswahl 2025 stärkste Kraft geworden waren und gemeinsam mit der SPD eine Koalition gebildet hatten.
Ihr Weg in dieses Amt führte über 17 Jahre im Bundestag, leitende Funktionen in der CDU/CSU-Fraktion, zwei Stationen als Parlamentarische Staatssekretärin und danach über Spitzenpositionen in der Energiewirtschaft. Als Chefin des Verbands kommunaler Unternehmen und später als Vorstandsvorsitzende von Westenergie verantwortete sie zentrale Bereiche der deutschen Energieversorgung, bevor sie 2025 in die Politik zurückkehrte.
Katherina Reiche: Wer ist die Bundeswirtschaftsministerin?
Die CDU-Politikerin steht seit Mai 2025 an der Spitze eines Ministeriums, das nach dem Regierungswechsel wieder den Namen Wirtschaft und Energie trägt. Unter ihrem Vorgänger hieß das Haus noch Wirtschaft und Klimaschutz. Die Umbenennung spiegelt die veränderte Aufgabenverteilung in der neuen Koalition wider: Klimafragen wanderten stärker in das Umweltministerium, während das Wirtschaftsministerium sich auf Wachstum, Industrie und Energieversorgung konzentriert.
Reiche bringt für diese Aufgabe eine ungewöhnliche Kombination mit: Sie kennt den politischen Betrieb aus 17 Jahren Parlamentsarbeit, und sie kennt die Energiewirtschaft aus der Unternehmenspraxis. Diese doppelte Erfahrung prägte auch ihre ersten Monate im Amt, in denen sie vor allem die Bezahlbarkeit von Energie, den Ausbau der Stromnetze und die Entlastung der Industrie in den Mittelpunkt stellte.
Als Ministerin sitzt sie zudem an einer Schaltstelle der neuen Koalition: Wirtschaftspolitik, Energieversorgung und Industriepolitik greifen in ihrem Haus ineinander. Entscheidungen über Strompreise, Netzentgelte und Förderprogramme wirken sich unmittelbar auf Unternehmen, Kommunen und private Haushalte aus. Gerade deshalb wird ihre Arbeit von Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und Umweltorganisationen gleichermaßen aufmerksam verfolgt.
Steckbrief im Überblick
Woher kommt die Ministerin und was hat sie studiert?
Katherina Reiche wurde am 16. Juli 1973 in Luckenwalde geboren. Die Stadt liegt im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg, rund 50 Kilometer südlich von Berlin. Nach dem Abitur 1992 in Luckenwalde studierte sie Chemie an der Universität Potsdam und schloss das Studium 1997 mit dem Diplom ab.
Luckenwalde ist Kreisstadt des Landkreises Teltow-Fläming und war zu DDR-Zeiten ein Industriestandort. Für Reiche blieb die brandenburgische Herkunft auch später ein Bezugspunkt: Als Ministerin vertritt sie ein Haus, dessen Entscheidungen über Energiepreise und Netzausbau gerade in den ostdeutschen Bundesländern aufmerksam verfolgt werden.
Während des Studiums sammelte sie bereits internationale Erfahrung: 1995 war sie Forschungsassistentin am Institut für Chemie und Biologie der Clarkson University im US-Bundesstaat New York, 1997 forschte sie als Gastwissenschaftlerin an der Universität Turku in Finnland. Nach dem Diplom arbeitete sie von 1997 bis 1998 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Potsdam.
Politisch aktiv wurde sie schon als Studentin: 1992 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern des Rings Christlich-Demokratischer Studenten in Potsdam und trat im selben Jahr in die Junge Union ein. Seit 1996 ist sie Mitglied der CDU.
Der frühe Einstieg in die Politik ist für ihre Generation in Ostdeutschland bemerkenswert: Sie wuchs in der DDR auf, erlebte als Jugendliche die Wende und begann ihr Studium im wiedervereinigten Deutschland. Ihr weiterer Weg führte sie innerhalb weniger Jahre von der Hochschulpolitik in Potsdam in den Deutschen Bundestag.
Wie verlief ihre Zeit im Bundestag?
1998 wurde sie erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt und gehörte ihm bis September 2015 ununterbrochen an. In dieser Zeit übernahm sie schrittweise Führungsaufgaben in der CDU/CSU-Fraktion: 2002 gehörte sie zum Kompetenzteam des Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber, von 2002 bis 2005 leitete sie die Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der Fraktion.

Von 2005 bis 2009 war sie stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion und verantwortete dort die Bereiche Bildung und Forschung sowie Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Damit zählte sie zu den profiliertesten Fachpolitikerinnen der Fraktion in der Bildungs- und Umweltpolitik.
2009 wechselte sie in die Bundesregierung: Bis 2013 war sie Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, von 2013 bis 2015 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Von 2013 bis 2015 saß sie außerdem im Beirat der Deutschen Flugsicherung (DFS).
In ihre Zeit im Umweltministerium fiel eine der folgenreichsten energiepolitischen Entscheidungen der Bundesrepublik: Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschloss der Bundestag 2011 den Atomausstieg und die beschleunigte Energiewende. Als Staatssekretärin war sie an der Arbeit des Ministeriums in dieser Phase beteiligt, ohne dass ihr dabei eine eigenständige, öffentlich dokumentierte Sonderrolle zukommt.

Warum wechselte sie 2015 in die Wirtschaft?
Im September 2015 legte sie ihr Bundestagsmandat nieder und wechselte in die Wirtschaft. Sie wurde Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), des Interessenverbands der kommunalen Versorgungsunternehmen in den Bereichen Energie, Wasser und Abfall. Die Funktion übte sie bis 2019 aus.

Der Wechsel war ein deutlicher Bruch mit der bisherigen Laufbahn: Nach 17 Jahren in der Politik übernahm sie nun die Vertretung kommunaler Unternehmen gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Inhaltlich blieb sie damit ihrem Fachgebiet treu, denn Energie- und Versorgungspolitik hatte sie bereits als Abgeordnete und Staatssekretärin geprägt.
Der VKU vertritt Stadtwerke und kommunale Versorger, die in Deutschland einen großen Teil der Energie-, Wasser- und Abfallversorgung leisten. Für Reiche bedeutete die Aufgabe, die Interessen dieser Unternehmen in Berlin zu bündeln und in Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Sie war damit weiterhin täglich mit energiepolitischen Fragen befasst, nun aber aus der Sicht der ausführenden Unternehmen und Kommunen.
Was machte sie bei VKU und Westenergie?
Zum 1. Januar 2020 wurde sie Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG, eines regionalen Energieversorgers im E.ON-Konzern. Das Unternehmen betreibt Strom-, Gas- und Wassernetze und versorgt Kommunen und Unternehmen mit Energie. Reiche führte das Unternehmen bis zu ihrer Ernennung zur Bundesministerin im Mai 2025.
Westenergie gehört zum E.ON-Konzern, der nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters der größte Betreiber von Stromnetzen in Europa ist. Als Vorstandsvorsitzende verantwortete Reiche damit Netze, über die Strom, Gas und Wasser zu Kommunen und Unternehmen fließen, und sie erlebte aus erster Hand, welche Investitionen der Ausbau der Verteilnetze für die Energiewende erfordert.
Neben ihren Hauptämtern übernahm sie weitere Funktionen: 2016 wurde sie in den Rat für Nachhaltige Entwicklung berufen und 2019 in dieses Gremium wiederberufen. Ab 2020 leitete sie zudem den Nationalen Wasserstoffrat, der die Bundesregierung in Fragen der Wasserstoffstrategie berät. Im Jahr 2023 wurde sie außerdem für den Aufsichtsrat der Schaeffler AG nominiert.
Die Wasserstoffarbeit passte zu ihrem Profil: Als Netzchefin wusste sie, dass Wasserstoff nur dann eine Rolle spielen kann, wenn Leitungen, Speicher und Abnehmer gleichzeitig entstehen. Der Wasserstoffrat berät die Regierung genau zu dieser Frage, wie der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Deutschland gelingen kann und welche Infrastruktur dafür nötig ist.
Wie wurde sie Bundeswirtschaftsministerin?
Am 28. April 2025 stellte der designierte Bundeskanzler Friedrich Merz seine Kabinettsliste vor. Reiche wurde darin als neue Bundesministerin für Wirtschaft und Energie benannt. Nach der Wahl von Merz zum Bundeskanzler trat sie ihr Amt am 6. Mai 2025 an. Sie folgte damit auf Robert Habeck, der das Ministerium seit Dezember 2021 geführt hatte.
Die CDU stellte in der neuen Regierung insgesamt sieben Ministerinnen und Minister. Reiche war darunter die einzige mit einer langjährigen Führungserfahrung in der Energiewirtschaft. Die SPD benannte ihre Kabinettsmitglieder erst nach einem internen Mitgliedervotum, sodass das Kabinett Anfang Mai 2025 vollständig stand.
In ihrer Antrittsrede nannte sie als zentrale Ziele eine zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung, den Ausbau der Stromnetze sowie die Stabilisierung und Senkung der Strompreise für Verbraucher und Unternehmen. Der Koalitionsvertrag sehe unter anderem einen Industriestrompreis, Reservekraftwerke und eine Neuordnung der Netzentgelte vor. Zugleich warb sie für langfristige Gaslieferverträge, neue Energiepartnerschaften und ein flexibleres Stromsystem mit dynamischen Tarifen und bidirektionalem Laden.
Zu ihrem Amtsantritt hatten Wirtschaftsverbände rasche Reformsignale gefordert: Die deutsche Wirtschaft war drei Jahre in Folge kaum gewachsen, und hohe Energiekosten, Steuern und bürokratische Hürden galten als zentrale Belastungen. Reiche versprach, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu stärken und gleichzeitig die Klimaziele nicht aus den Augen zu verlieren.

Wofür steht sie in der Energiepolitik?
Als Ministerin setzt sie auf eine technologieoffene Regulierung und auf Innovationen in den Unternehmen. Ein erstes großes Vorhaben stellte sie im Oktober 2025 vor: eine neue Runde der Klimaschutzverträge für die energieintensive Industrie. Mit rund sechs Milliarden Euro sollen Unternehmen aus den Bereichen Chemie, Stahl, Zement und Glas beim Umstieg auf klimafreundlichere Produktion unterstützt werden.
Erstmals wird dabei auch die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid (CCS) in die Verträge einbezogen. Die Verträge laufen über 15 Jahre und sollen die Mehrkosten klimafreundlicher Verfahren abfedern. Unternehmen konnten sich bis zum 1. Dezember 2025 für das Verfahren anmelden; die Ausschreibung ist für Mitte 2026 vorgesehen und steht unter dem Vorbehalt der Haushaltsentscheidung des Bundestages sowie der beihilferechtlichen Prüfung durch die Europäische Union.
Das Vorhaben ist nicht unumstritten. Wissenschaftler des Geostor-Forschungsverbunds und Umweltverbände kritisieren die CCS-Pläne: Die Kosten lägen mit geschätzt 150 bis 250 Euro je Tonne deutlich über dem aktuellen CO₂-Preis von rund 74 Euro. Sie fordern, CCS nur dort einzusetzen, wo Emissionen nicht anders vermieden werden können, etwa in der Zementindustrie. Industrieverbände begrüßten dagegen die Einbeziehung von CCS und die flexible Ausgestaltung der Verträge.
Die Debatte zeigt das Spannungsfeld ihres Amtes: Das Wirtschaftsministerium soll die Industrie entlasten und zugleich die Klimaziele einhalten. Da Klimaschutzaufgaben in der neuen Regierung stärker beim Umweltministerium liegen, muss Reiche ihre Vorhaben eng mit den anderen Ressorts abstimmen. Ihr Kurs setzt dabei auf marktwirtschaftliche Instrumente, lange Vertragslaufzeiten und eine breite Technologieoffenheit statt auf einzelne vorgegebene Lösungen.
Was ist über ihr Privatleben bekannt?
Über ihr Privatleben ist nur wenig öffentlich belegt: Sie hat drei Kinder. Weitergehende Angaben zu ihrem aktuellen Familienstand sind in den verfügbaren Quellen nicht einheitlich belegt und werden deshalb hier bewusst nicht aufgeführt. Als Ministerin steht sie in erster Linie mit ihren Ämtern und Entscheidungen in der Öffentlichkeit.
Fazit: Politik, Wirtschaft und Ministeramt
Reiches Laufbahn verbindet drei Welten: die Parlamentsarbeit, die Regierungsverantwortung als Staatssekretärin und die Unternehmensführung in der Energiewirtschaft. Genau diese Verbindung macht sie in der aktuellen Regierung zu einer zentralen Figur der Wirtschafts- und Energiepolitik. Ob ihr Kurs aus bezahlbarer Energie, Netzausbau und Industrieentlastung trägt, wird sich an den Ergebnissen der kommenden Jahre messen lassen. Ihre Biografie zeigt zugleich, wie eng Politik und Energiewirtschaft in Deutschland miteinander verflochten sind.
Fest steht schon jetzt: Ihr Profil ist damit ungewöhnlich, denn sie kommt nicht nur aus der Politik, sondern aus der Führung eines Energieunternehmens. Diese praktische Erfahrung prägt ihren Blick auf die Energiewende, bei der Netze, Speicher und Kraftwerke zusammenspielen müssen. Von Luckenwalde über Potsdam, Berlin und die Vorstandsetage eines Energiekonzerns führte ihr Weg damit zurück in die Bundesregierung, in der sie nun die Energiepolitik verantwortet, die sie zuvor aus drei Perspektiven kennengelernt hat.
Häufige Fragen zu Katherina Reiche
Seit wann ist Katherina Reiche Ministerin?
Sie ist seit dem 6. Mai 2025 Bundesministerin für Wirtschaft und Energie im Kabinett von Friedrich Merz.
Wie alt ist die Ministerin?
Sie wurde am 16. Juli 1973 geboren und ist damit 53 Jahre alt (Stand Oktober 2026).
Welcher Partei gehört sie an?
Sie ist Mitglied der CDU, seit 1996. Zuvor trat sie 1992 in die Junge Union ein.
Was hat sie studiert?
Sie studierte Chemie an der Universität Potsdam und schloss das Studium 1997 mit dem Diplom ab. Studienaufenthalte führten sie an die Clarkson University in den USA und an die Universität Turku in Finnland.
Was war sie vor dem Ministeramt?
Von 2020 bis 2025 war sie Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG. Davor führte sie von 2015 bis 2019 den Verband kommunaler Unternehmen (VKU).
Hat sie Kinder?
Ja, sie hat drei Kinder. Weitere private Angaben sind öffentlich nicht einheitlich belegt.
Quellen
- Lebenslauf beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI)
- Ausführlicher Lebenslauf beim Verband kommunaler Unternehmen (PDF)
- Antrittsrede im Newsletter des Bundeswirtschaftsministeriums
- Biografie bei Wikipedia (Deutsch)
- Bericht über die Klimaschutzverträge (Reuters-Meldung)
- Pressemitteilung der Schaeffler AG zur Aufsichtsratsnominierung
- Profil bei der Quadriga Hochschule Berlin
Weiterlesen auf Sharp Magazine
- Friedrich Merz: Biografie, Karriere und Weg ins Kanzleramt
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