Stephanie Aeffner ist tot: Trauer um die Grünen-Bundestagsabgeordnete

In diesem Artikel
- Wer war Stephanie Aeffner?
- Warum war ihr Engagement für Menschen mit Behinderungen so besonders?
- Was hat Stephanie Aeffner im Bundestag erreicht?
- Wie kam es zum Stephanie Aeffner Tod?
- Wer trauert um Stephanie Aeffner?
- Wer rückt für Stephanie Aeffner in den Bundestag nach?
- Was bleibt von ihrem politischen Erbe?
- Häufige Fragen zum Tod von Stephanie Aeffner
- Weiterlesen auf Sharp Magazine
Am 15. Januar 2025 erreichte die Nachricht vom Tod von Stephanie Aeffner die Öffentlichkeit: Die Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen war im Alter von nur 48 Jahren gestorben. Tatsächlich starb sie bereits einen Tag zuvor, am 14. Januar 2025; die Fraktion machte ihren plötzlichen Tod am 15. Januar öffentlich. Über die Todesursache wurde nichts bekannt gegeben — und an dieser Stelle sei gesagt: Spekulationen darüber verbieten sich aus Respekt vor der Verstorbenen und ihren Angehörigen.
Stephanie Aeffner war keine Politikerin wie viele andere. Als Rollstuhlfahrerin sprach sie in der Behindertenpolitik nicht über Betroffene, sondern als eine von ihnen. Von 2016 bis 2021 war sie ehrenamtliche Landes-Behindertenbeauftragte von Baden-Württemberg — die erste persönlich Betroffene in diesem Amt —, von 2021 bis zu ihrem Tod saß sie für die Grünen im Deutschen Bundestag (Wahlkreis Pforzheim). Ihr Tod reißt eine Lücke in die deutsche Sozial- und Behindertenpolitik.
Wer war Stephanie Aeffner?
Stephanie Aeffner wurde am 29. April 1976 in Donaueschingen geboren und wuchs in Frankfurt am Main auf. Nach dem Abitur 1995 am Friedrich-Dessauer-Gymnasium in Frankfurt begann sie ein Studium der Humanmedizin, das sie nach vier Jahren aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste. Seit 1999 war sie wegen einer Muskelerkrankung auf einen Rollstuhl angewiesen — eine Erfahrung, die ihr politisches Leben prägen sollte.
Doch Aeffner ließ sich von diesem Einschnitt nicht aufhalten. Im Jahr 2000 nahm sie an der Fachhochschule Heidelberg ein Studium der Sozialpädagogik auf, das sie 2006 als Diplom-Sozialpädagogin und Diplom-Sozialarbeiterin (FH) abschloss. Von 2006 bis 2009 arbeitete sie als Qualitätsmanagerin in der Klinik für Chirurgie des Universitätsklinikums Mannheim, 2010 bildete sie sich zur Qualitätsbeauftragten und Qualitätsmanagerin im Sozial- und Gesundheitswesen fort. Bis 2012 wirkte sie in der „Projektgruppe Integration“ der Stadt Eppelheim mit, ab Mai 2012 war sie für das „Zentrum selbstbestimmt Leben Stuttgart e. V.“ tätig — eine Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung, in der sie Betroffene und deren Angehörige beriet und Inklusionsprojekte entwickelte. Parallel engagierte sie sich ab 2012 in der Landesarbeitsgemeinschaft „Behindert in Baden-Württemberg“ und arbeitete im Inklusionsbeirat der Stadt Stuttgart mit.
Politisch war Aeffner langjähriges Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Sie gehörte dem Ortsvorstand der Grünen in Eppelheim und dem Vorstand des Kreisverbands Kurpfalz-Hardt an und saß im Landesvorstand der baden-württembergischen Grünen. Mit ihrer Berufung zur Landes-Behindertenbeauftragten legte sie aus Neutralitätsgründen alle parteipolitischen Ämter nieder. Zuvor hatte sie in mehreren Landesarbeitsgemeinschaften der Partei — Wirtschaft, Finanzen und Soziales, Behindertenpolitik, Bildung — sowie in der Bundesarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik mitgearbeitet und gehörte der Facharbeitsgruppe zum Landtagswahlprogramm und zum grün-schwarzen Koalitionsvertrag von 2021 in Baden-Württemberg an.
Warum war ihr Engagement für Menschen mit Behinderungen so besonders?

Im September 2016 bestellte Ministerpräsident Winfried Kretschmann Stephanie Aeffner zur ehrenamtlichen Landes-Behindertenbeauftragten von Baden-Württemberg. Die damals 40-jährige Sozialpädagogin aus Eppelheim war die erste persönlich Betroffene in diesem Amt — ein Umstand, den Kretschmann ausdrücklich als Stärke hervorhob: Die Tatsache, dass Aeffner selbst im Rollstuhl sitze, befähige sie auf besondere Weise, die Interessen von Menschen mit Behinderungen glaubwürdig und kenntnisreich zu vertreten.
In den fünf Jahren ihrer Amtszeit bis 2021 setzte sie sich für den Abbau von Barrieren in allen Lebensbereichen ein. Zu ihren Aufgaben gehörte es ausdrücklich, Politik und Verwaltung wertvolle Impulse zur weiteren Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Land zu geben — ein Auftrag, den sie mit der Hartnäckigkeit einer Betroffenen und der Systematik einer ausgebildeten Qualitätsmanagerin anging. In diese Zeit fiel auch das Inkrafttreten des Bundesteilhabegesetzes, für dessen Umsetzung und Weiterentwicklung in Baden-Württemberg sie sich mit Nachdruck einsetzte. Schon 2016, kurz nach ihrer Bestellung, porträtierte die „Stuttgarter Zeitung“ sie unter der Überschrift „Rollstuhl – na und?“ — ein Titel, der ihre Haltung treffend einfing: Behinderung als Tatsache anerkennen, Mitleid ablehnen, Teilhabe einfordern. Ihre Nachfolgerin im Amt, Simone Fischer, würdigte sie nach Aeffners Tod als Kollegin, die ihre Arbeit „leidenschaftlich, tatkräftig, kreativ und beharrlich“ geprägt habe. Sozialminister Manne Lucha erklärte: „Sie kämpfte mit großem Engagement und all ihrer Kraft dafür, dass unsere Gesellschaft vorhandene Barrieren abbaut und dass keine neuen Hürden errichtet werden.“
Aeffners Grundüberzeugung lautete, dass Barrierefreiheit keine Sonderwelt für wenige, sondern eine Gerechtigkeitsfrage für alle ist. In einem Interview mit dem Magazin „Die Neue Norm“ im Juli 2024 brachte sie es auf den Punkt: „Ich hätte gerne einen gesellschaftlichen Konsens, dass wir für niemanden Sonderwelten brauchen.“ Als Beauftragte mit sichtbarer Behinderung stand sie für einen Perspektivwechsel: weg vom Fürsorgeblick auf behinderte Menschen, hin zu ihrem Recht auf gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe — in Freiheit und Würde, wie Lucha es in seinem Nachruf formulierte.
Was hat Stephanie Aeffner im Bundestag erreicht?

Bei der Bundestagswahl 2021 kandidierte Stephanie Aeffner für das Direktmandat im Wahlkreis Pforzheim. Mit 12,7 Prozent der Erststimmen verpasste sie den direkten Einzug, zog aber über Platz 15 der Landesliste der Grünen in Baden-Württemberg in den Deutschen Bundestag ein. Zuvor hatte sie bereits den Koalitionsvertrag der Ampel-Fraktionen mitverhandelt — in der Arbeitsgruppe Sozialstaat, Grundsicherung und Rente.
Im Parlament gehörte sie als ordentliches Mitglied dem Ausschuss für Arbeit und Soziales sowie dem Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung an. Stellvertretend saß sie im Rechtsausschuss, im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung sowie im Gesundheitsausschuss. In ihrer Fraktion war sie Berichterstatterin für Sozialpolitik — eine Rolle, in der sie ihre Themen konsequent vorantrieb: die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die Bekämpfung von Kinderarmut und den sozialen Zusammenhalt. Kolleginnen und Kollegen schätzten dabei ihre Sachkunde: Die Konferenz der Behindertenbeauftragten würdigte nach ihrem Tod ausdrücklich ihre „enorme Sachkunde und hohe Überzeugungskraft“.
Bemerkenswert war ihr Votum am 3. Juni 2022, als sie als eine von vier Abgeordneten der Grünen-Fraktion gegen das Sondervermögen für die Bundeswehr stimmte. Die Entscheidung unterstrich ihren Ruf als Abgeordnete mit klarem Kompass, die auch gegen den Strom der eigenen Fraktion votierte, wenn es ihrer Überzeugung entsprach.
Stephanie Aeffner Tod am 14. Januar 2025: Ein Schock für die deutsche Politik. Für die Bundestagswahl 2025 war Stephanie Aeffner bereits erneut nominiert — als Direktkandidatin im Wahlkreis Pforzheim und auf Platz 15 der Landesliste. Sie starb wenige Wochen vor der Wahl.
Wie kam es zum Stephanie Aeffner Tod?

Stephanie Aeffner starb am 14. Januar 2025 im Alter von 48 Jahren. Die Grünen-Bundestagsfraktion machte ihren plötzlichen Tod am 15. Januar 2025 öffentlich; im Archiv des Deutschen Bundestages ist der 15. Januar 2025 ausdrücklich als „Datum der Meldung“ vermerkt. Dass in manchen Berichten der 15. Januar als Todestag genannt wird, erklärt sich aus diesem einen Tag Abstand zwischen Tod und Bekanntwerden.
Über die Todesursache wurde öffentlich nichts bekannt gegeben. Alle offiziellen Stellungnahmen sprechen von einem plötzlichen und überraschenden Tod. Seriöse Berichterstattung endet an diesem Punkt — alles andere wäre Spekulation, die weder der Verstorbenen noch ihren Hinterbliebenen gerecht würde. Auch die Fraktion bat darum, die Privatsphäre der Familie in dieser schweren Zeit zu respektieren.
Wer trauert um Stephanie Aeffner?
Die Reaktionen auf ihren Tod zeigten, wie geachtet Stephanie Aeffner in Partei und Fachwelt war. Die Fraktionsvorsitzenden Katharina Dröge und Britta Haßelmann erklärten in der Pressemitteilung der Bundestagsfraktion: „Uns hat die Nachricht vom Tod unserer Kollegin und Weggefährtin Stephanie Aeffner erreicht. Ihr plötzlicher Tod trifft uns tief. Wir sind traurig und erschüttert. Wir verlieren eine sehr geschätzte Abgeordnete, die mit Leidenschaft, großer Überzeugung und Expertise für ihre und unsere Anliegen gekämpft hat. Stephanie Aeffner stellte die Rechte und Chancen eines jeden Menschen in den Mittelpunkt ihres Handelns. Sie hat sich ihr ganzes politisches Leben lang für den sozialen Zusammenhalt, für mehr Gerechtigkeit und die Teilhabe aller Menschen eingesetzt.“
Sozial- und Gesundheitsminister Manne Lucha würdigte sie als Kämpferin, die sich „leidenschaftlich dafür“ eingesetzt habe, „dass auch Menschen mit Behinderungen in Freiheit und Würde leben und gleichberechtigt an unserer Gesellschaft teilhaben können“, und versprach, ihr „ein ehrendes Andenken“ zu bewahren. Ihre Nachfolgerin als Landes-Behindertenbeauftragte, Simone Fischer, reagierte „mit großer Trauer und Bestürzung“ und betonte Aeffners unermüdlichen Einsatz für die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes in Baden-Württemberg.
Auch die Konferenz der Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern trauerte um ihre ehemalige Kollegin. Deren Sprecher Arne Frankenstein nannte sie eine „Vordenkerin für eine konsequente Inklusion in Deutschland“: „Der Tod von Steffi Aeffner reißt eine Lücke in die Gemeinschaft derjenigen, die für eine inklusive Gesellschaft streiten. Ihr klarer Kompass, ihre enorme Sachkunde und ihre hohe Überzeugungskraft werden uns sehr fehlen.“
In Pforzheim, für dessen Wahlkreis sie im Bundestag saß, berichtete die regionale Presse ausführlich über ihren Tod; die Pforzheimer Zeitung richtete zudem eine Gedenkseite ein.
Wer rückt für Stephanie Aeffner in den Bundestag nach?
Für Stephanie Aeffner rückte Johannes Kretschmann in den Deutschen Bundestag nach. Er trat sein Mandat am 27. Januar 2025 an, wie das Archiv des Bundestages ausweist. Da Aeffner über die Landesliste eingezogen war, folgte der nächste Kandidat der grünen Landesliste Baden-Württemberg — das übliche Verfahren, wenn ein Listenmandat frei wird.
Was bleibt von ihrem politischen Erbe?
Stephanie Aeffners Erbe liegt weniger in einzelnen Gesetzesparagraphen als in einer Haltung: Sie verstand Behinderung nie als privates Schicksal, sondern als politische Gestaltungsaufgabe. Barrierefreiheit war für sie, wie sie es selbst immer wieder deutlich machte, eine Gerechtigkeitsfrage — keine Gefälligkeit, kein Spezialthema, sondern ein Maßstab dafür, wie ernst eine Gesellschaft es mit der Teilhabe aller meint.
Als erste persönlich Betroffene im Amt der baden-württembergischen Landes-Behindertenbeauftragten und später als sozialpolitische Berichterstatterin ihrer Fraktion im Bundestag hat sie dieser Überzeugung eine Stimme gegeben, die nun fehlt. In ihre Zeit als Landesbeauftragte fiel das Inkrafttreten des Bundesteilhabegesetzes — für dessen Umsetzung und Weiterentwicklung sie, wie die Konferenz der Behindertenbeauftragten festhielt, „stets stritt“. Dass Teilhabe kein Gnadenakt, sondern ein Recht ist: Dieser Satz steht sinnbildlich für das, wofür Stephanie Aeffner einstand. Die Kolleginnen und Kollegen, die um sie trauern, haben versprochen, ihre Arbeit in ihrem Sinne fortzusetzen. Es wäre das Andenken, das Stephanie Aeffner sich gewünscht hätte: nicht Worte, sondern Taten für eine inklusive Gesellschaft.
Häufige Fragen zum Tod von Stephanie Aeffner
Wann ist Stephanie Aeffner gestorben?
Stephanie Aeffner starb am 14. Januar 2025. Die Nachricht von ihrem Tod wurde am 15. Januar 2025 durch die Grünen-Bundestagsfraktion öffentlich bekannt gegeben — daher nennen manche Berichte den 15. Januar. Im Archiv des Deutschen Bundestages ist der 15. Januar 2025 als „Datum der Meldung“ festgehalten.
Woran ist Stephanie Aeffner gestorben?
Die Todesursache wurde öffentlich nicht bekannt gegeben. Alle offiziellen Stellungnahmen sprechen übereinstimmend von einem plötzlichen und überraschenden Tod. Über diese gesicherten Informationen hinaus gibt es keine verlässlichen Angaben — auch in den Nachrufen von Fraktion, Landesregierung und Fachverbänden findet sich keine Angabe dazu. Spekulationen verbieten sich.
Wie alt wurde Stephanie Aeffner?
Stephanie Aeffner wurde 48 Jahre alt. Sie war am 29. April 1976 in Donaueschingen geboren worden und starb am 14. Januar 2025.
Wer ist der Nachfolger von Stephanie Aeffner im Bundestag?
Johannes Kretschmann rückte für Stephanie Aeffner in den Deutschen Bundestag nach und trat das Mandat am 27. Januar 2025 an.
Was war Stephanie Aeffners wichtigstes Amt vor dem Bundestag?
Von 2016 bis 2021 war sie ehrenamtliche Landes-Behindertenbeauftragte von Baden-Württemberg — als erste persönlich Betroffene in diesem Amt. Zuvor arbeitete sie unter anderem als Qualitätsmanagerin am Universitätsklinikum Mannheim und für das „Zentrum selbstbestimmt Leben Stuttgart“.
Wo lebte Stephanie Aeffner?
Stephanie Aeffner lebte zuletzt in Eppelheim bei Heidelberg im Rhein-Neckar-Kreis. Dort war sie im Ortsvorstand der Grünen aktiv, bis sie mit ihrer Berufung zur Landes-Behindertenbeauftragten alle parteipolitischen Ämter aus Neutralitätsgründen niederlegte. Sie war evangelisch und ledig.
Weiterlesen auf Sharp Magazine
- Kamilla Senjo — Porträt der bekannten Moderatorin: Karriere, Leben und aktuelle Entwicklungen.
- Axel Prahl — Alles über den Tatort-Star: vom Musiker zum beliebten Fernsehkommissar.
- Karoline Schuch — Die Schauspielerin im Porträt: Filme, Auszeichnungen und Privates.
- Jasna Fritzi Bauer — Biografie der Schweizer Schauspielerin: Werdegang und Rollen.
- Harald Glööckler — Der Designer im Porträt: Modeimperium, TV-Karriere und Leben.
- Tatort-Schauspieler (männlich) — Die wichtigsten Kommissare des Sonntagskrimis im Überblick.
Quellen (Auswahl): Biografie beim Deutschen Bundestag, Wikipedia, Archiv der ausgeschiedenen Abgeordneten (bundestag.de), Nachrufe von Minister Manne Lucha und der Landes-Behindertenbeauftragten Simone Fischer, Pressemitteilung der Konferenz der Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern, kobinet-nachrichten (mit der Erklärung von Katharina Dröge und Britta Haßelmann), Badische Neueste Nachrichten. Eine Gedenkseite für Stephanie Aeffner führt die Pforzheimer Zeitung.



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