Tony Curtis: Biografie, berühmte Filme und „Die 2“
Tony Curtis (1925–2010) war ein US-amerikanischer Schauspieler, der mit Filmen wie „Manche mögen’s heiß“ und „Flucht in Ketten“ zu den bekanntesten Hollywoodstars seiner Generation gehörte. Der als Bernard Schwartz geborene Darsteller übernahm sowohl komödiantische als auch anspruchsvolle dramatische Rollen. Für „Flucht in Ketten“ erhielt er eine Oscar-Nominierung. In Deutschland wurde Curtis außerdem durch die Fernsehserie „Die 2“ mit Roger Moore bekannt.
Vom Bernard Schwartz zum Hollywoodstar
Tony Curtis wurde am 3. Juni 1925 als Bernard Schwartz in New York City geboren. Seine Eltern waren jüdische Einwanderer aus Ungarn. Sein Vater arbeitete als Schneider, doch die Familie lebte in schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen. Curtis wuchs überwiegend in der Bronx auf und lebte als Kind vorübergehend mit seinem Bruder in einem Kinderheim, weil seine Eltern zeitweise nicht für beide sorgen konnten.
Während des Zweiten Weltkriegs diente er in der US-Marine. Nach seiner Rückkehr nutzte er die staatliche Unterstützung für ehemalige Soldaten, um am Dramatic Workshop der New School in New York Schauspiel zu studieren. Dort erhielt er Unterricht bei dem deutschen Theaterregisseur Erwin Piscator. Zu seinen Mitschülern gehörte unter anderem Walter Matthau.
1948 wurde Curtis von einer Talentsucherin entdeckt und erhielt einen Vertrag bei Universal Pictures. In Hollywood nahm er seinen Künstlernamen Tony Curtis an und begann zunächst mit kleineren Filmrollen. Sein Leinwanddebüt gab er 1949 mit einem nicht im Abspann genannten Auftritt in „Gewagtes Alibi“ („Criss Cross“).

Anfangs besetzte ihn das Studio vor allem in Abenteuerfilmen und romantischen Rollen. Mit anspruchsvolleren Produktionen entwickelte er sich jedoch vom beliebten Leinwandidol zu einem vielseitigen Charakterdarsteller.
Diese frühen Karrierestationen dokumentieren Turner Classic Movies und die offizielle Biografie des Hollywood Walk of Fame.
Die bekanntesten Filme von Tony Curtis
Tony Curtis spielte in Komödien, Abenteuerfilmen und Dramen. Besonders seine Arbeiten aus den 1950er- und 1960er-Jahren zeigen, wie unterschiedlich er seine Figuren anlegte. Einige Rollen machten ihn zum Publikumsliebling, andere brachten ihm Anerkennung als ernsthafter Schauspieler.
„Manche mögen’s heiß“ (1959)
Zu Curtis‘ berühmtesten Filmen gehört „Manche mögen’s heiß“ (Originaltitel: „Some Like It Hot“) aus dem Jahr 1959. Die Komödie entstand unter der Regie von Billy Wilder. Neben Curtis spielten Marilyn Monroe und Jack Lemmon die Hauptrollen.
Curtis verkörpert den Jazzmusiker Joe, der gemeinsam mit seinem Freund Jerry (Jack Lemmon) Zeuge eines Gangstermordes wird. Auf der Flucht verkleiden sich beide als Frauen und schließen sich einer Damenkapelle an. Joe tritt unter dem Namen Josephine auf, während Jerry sich Daphne nennt.
Joe verliebt sich in die Sängerin Sugar (Marilyn Monroe). Um ihr näherzukommen, gibt er sich zusätzlich als wohlhabender Ölerbe namens Junior aus. Dadurch entstehen weitere Verwechslungen, die zu den zentralen komischen Situationen des Films gehören.
Die Rolle gab Curtis Gelegenheit, sein komödiantisches Talent neben zwei der bekanntesten Filmstars seiner Zeit zu zeigen. Die Filmdatenbank filmportal.de bestätigt seine Besetzung als Joe, der verkleidet als Josephine auftritt.

„Flucht in Ketten“ (1958) und seine Oscar-Nominierung
Im Filmdrama „Flucht in Ketten“ (Originaltitel: „The Defiant Ones“) von 1958 übernahm Curtis die Rolle des Strafgefangenen John „Joker“ Jackson. An seiner Seite spielte Sidney Poitier den Gefangenen Noah Cullen.
Die beiden Männer fliehen aus einem Gefangenentransport. Weil sie aneinandergekettet sind, müssen sie trotz ihrer rassistischen Vorurteile zusammenarbeiten, um zu überleben. Ihre erzwungene Gemeinschaft bildet den Mittelpunkt des Films.
Regisseur Stanley Kramer besetzte Curtis damit in einer deutlich ernsteren Rolle als in vielen seiner früheren Produktionen. Seine Darstellung brachte ihm seine einzige Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller.
Die Nominierung erfolgte bei der Oscar-Verleihung am 6. April 1959, obwohl der Film bereits 1958 erschienen war. Curtis gewann den Preis nicht; ausgezeichnet wurde David Niven für „Getrennt von Tisch und Bett“.
Die Nominierungen und Gewinner sind im offiziellen Archiv der Academy Awards dokumentiert.
Weitere wichtige Rollen: „Dein Schicksal in meiner Hand“, „Spartacus“ und „Der Frauenmörder von Boston“
Bereits 1957 spielte Curtis in „Dein Schicksal in meiner Hand“ den skrupellosen Presseagenten Sidney Falco. Im Mittelpunkt des Filmdramas steht dessen Abhängigkeit vom mächtigen Kolumnisten J. J. Hunsecker, dargestellt von Burt Lancaster.
Statt eines sympathischen Helden verkörperte Curtis hier einen ehrgeizigen Mann, der für seinen beruflichen Aufstieg moralische Grenzen überschreitet. Die Rolle zeigte eine dunklere Seite seines schauspielerischen Repertoires.
1960 war Curtis im Historienepos „Spartacus“ von Stanley Kubrick zu sehen. Er spielte Antoninus, einen jungen Sklaven, der sich dem von Spartacus angeführten Aufstand anschließt.
Eine weitere ungewöhnliche Rolle folgte 1968 mit „Der Frauenmörder von Boston“. In Richard Fleischers Kriminalfilm verkörperte Curtis Albert DeSalvo. Der Film nimmt sich bei der Darstellung DeSalvos künstlerische Freiheiten, insbesondere bei der Schilderung seines psychischen Zustands.
Das British Film Institute erläutert diese historischen Abweichungen und hebt Curtis‘ ungewöhnlich zurückhaltende Darstellung hervor.
Auch in späteren Jahrzehnten blieb Curtis als Filmschauspieler tätig. So übernahm er 1988 die Hauptrolle des amerikanischen Filmregisseurs Mr. Cornfield in Thomas Braschs deutsch-britisch-schweizerischem Drama „Der Passagier – Welcome to Germany“. Der Film beschäftigt sich mit der nationalsozialistischen Vergangenheit und der Auseinandersetzung mit persönlicher Schuld.
Die Besetzung, Handlung und Veröffentlichung dokumentiert das Deutsche Filminstitut über filmportal.de.

„Die 2“: Tony Curtis und Roger Moore im Fernsehen
Neben seinen Kinofilmen wurde Tony Curtis in Deutschland besonders durch „Die 2“ (Originaltitel: „The Persuaders!“) bekannt. Die britische Fernsehserie wurde 1970 und 1971 gedreht und von September 1971 bis Februar 1972 erstmals in Großbritannien ausgestrahlt. Insgesamt entstanden 24 Folgen.
Curtis spielt den wohlhabenden Amerikaner Danny Wilde, während Roger Moore als britischer Lord Brett Sinclair auftritt. Die beiden unterschiedlichen Charaktere lösen gemeinsam Kriminalfälle und geraten dabei regelmäßig in turbulente Situationen.
Die Produktionszeit der Serie bestätigt der Rundfunk Berlin-Brandenburg. Die britischen Erstausstrahlungstermine sind in einem Episodenführer dokumentiert.
In Deutschland startete „Die 2“ am 11. Juli 1972 im ZDF. Der Sender zeigte zunächst nur 15 der insgesamt 24 Folgen. Bei einer späteren Ausstrahlung im Jahr 1984 wurden zwei weitere Episoden synchronisiert. Erst 1994 waren sämtliche Folgen im deutschen Fernsehen zu sehen, nachdem die zuvor fehlenden Episoden für den Privatsender Kabelkanal, später Kabel eins, synchronisiert worden waren.
Die unterschiedlichen Ausstrahlungsphasen und Sendetermine sind bei fernsehserien.de dokumentiert.
Einen wesentlichen Anteil an der Popularität von „Die 2“ in Deutschland hatte die ungewöhnliche Synchronfassung. Der Synchronautor und Sprecher Rainer Brandt bearbeitete die ursprünglich eher zurückhaltenden englischen Dialoge umfassend. Er ergänzte Wortspiele, freche Sprüche und humorvolle Bemerkungen, die im Original teilweise nicht vorkamen. Dieser Stil wurde später häufig als „Schnodderdeutsch“ bezeichnet.
Brandt sprach außerdem Tony Curtis als Danny Wilde. Roger Moore erhielt in der deutschen Fassung die Stimme von Lothar Blumhagen. Die Besetzung ist in der Deutschen Synchronkartei dokumentiert.
Gerade diese sprachliche Bearbeitung trug zum besonderen Erfolg der Serie in Deutschland bei. Der WDR beschreibt in seinem historischen Rückblick, wie die Synchronfassung den Charakter der Serie veränderte und ihre Stellung im deutschen Fernsehen prägte.

Privatleben: Janet Leigh, Christine Kaufmann und seine Kinder
Tony Curtis war insgesamt sechsmal verheiratet und hatte sechs Kinder. Zu seinen bekanntesten Ehen gehörten die Beziehungen mit den Schauspielerinnen Janet Leigh und Christine Kaufmann.
1951 heiratete er Janet Leigh, die später unter anderem durch Alfred Hitchcocks „Psycho“ bekannt wurde. Das Paar gehörte in den 1950er-Jahren zu den prominenten Hollywood-Ehepaaren und spielte gemeinsam in mehreren Filmen, darunter „Houdini“ von 1953.
Aus der Ehe gingen die Töchter Kelly Curtis (1956–2026) und Jamie Lee Curtis hervor. Beide wurden Schauspielerinnen. Kelly Curtis starb am 30. Mai 2026 im Alter von 69 Jahren, wie The Guardian berichtete. Jamie Lee Curtis erlangte selbst internationale Bekanntheit durch Filme wie „Halloween“ und „Ein Fisch namens Wanda“.
Die Ehe von Tony Curtis und Janet Leigh wurde 1962 geschieden. 1963 heiratete er die österreichisch-deutsche Schauspielerin Christine Kaufmann, die er bei den Dreharbeiten zu „Taras Bulba“ kennengelernt hatte. Mit ihr bekam er die Töchter Alexandra und Allegra. Die Ehe endete 1968.
Seine dritte Ehe schloss Curtis 1968 mit Leslie Allen. Aus dieser Verbindung gingen die beiden Söhne Nicholas und Benjamin hervor. Nicholas starb bereits 1994 im Alter von 23 Jahren. Die Familienverhältnisse und die sechs Kinder sind in einem Porträt des Magazins People dokumentiert.
Später war Curtis mit Andrea Savio und Lisa Deutsch verheiratet. Seine sechste und letzte Ehe schloss er 1998 mit Jill Vandenberg, mit der er bis zu seinem Tod zusammenblieb.
Ein zeitgenössischer Bericht von CBS News aus dem September 2010 bestätigt die sechs Ehen und ordnet die wichtigsten familiären Beziehungen ein.

Tod und künstlerisches Vermächtnis
Tony Curtis starb am 29. September 2010 im Alter von 85 Jahren in seinem Haus in Henderson im US-Bundesstaat Nevada. Als Todesursache wurde ein Herz-Kreislauf-Stillstand angegeben. Die Los Angeles Times berichtete unmittelbar nach seinem Tod über seine Karriere und seine letzten Lebensjahre.
Schon als Kind zeichnete Tony Curtis. Später entwickelte er neben der Schauspielerei eine eigenständige künstlerische Laufbahn mit Gemälden, Collagen und Objektkästen. Seine Arbeiten wurden auch in Galerien ausgestellt.
In einem Interview mit The Guardian aus dem Jahr 2003 beschrieb Curtis die Malerei als eine eigenständige künstlerische Ausdrucksform, die für ihn ebenso wichtig geworden war wie seine Arbeit beim Film.
Bereits am 8. Februar 1960 wurde er mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt. Die offizielle Walk-of-Fame-Datenbank dokumentiert diese Auszeichnung in der Kategorie Film.
Häufige Fragen zu Tony Curtis
Wie hieß Tony Curtis mit bürgerlichem Namen?
Tony Curtis wurde am 3. Juni 1925 in New York City als Bernard Schwartz geboren. Er war der Sohn jüdisch-ungarischer Einwanderer und nahm zu Beginn seiner Hollywoodkarriere den Künstlernamen Tony Curtis an.
Hat Tony Curtis einen Oscar gewonnen?
Nein. Tony Curtis erhielt 1959 für seine Hauptrolle im Drama „Flucht in Ketten“ eine Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller, gewann den Preis jedoch nicht. Ausgezeichnet wurde David Niven für „Getrennt von Tisch und Bett“.
Warum wurde „Die 2“ in Deutschland so bekannt?
Ein wesentlicher Grund war die deutsche Synchronfassung von Rainer Brandt. Er gestaltete die englischen Dialoge mit zahlreichen zusätzlichen Wortspielen und frechen Sprüchen um. Tony Curtis sprach er selbst, während Lothar Blumhagen Roger Moore synchronisierte.
War Tony Curtis auch als Maler tätig?
Ja. Neben seiner Filmkarriere arbeitete Tony Curtis als bildender Künstler. Er schuf Gemälde, Collagen und künstlerische Objektkästen. In einem Interview von 2003 erklärte er, dass die Malerei für ihn einen ebenso wichtigen Stellenwert wie die Schauspielerei hatte.