Almila Bağrıaçık ist eine deutsch-türkische Schauspielerin, die durch Filme wie „Nur eine Frau“, die Gangsterserie „4 Blocks“ und die Netflix-Produktion „Die Kaiserin“ bekannt wurde. Im deutschen Fernsehen spielt sie seit 2018 die Kommissarin Mila Şahin im Kieler „Tatort“. Nach dem Abschied von Axel Milberg ermittelt ihre Figur seit Oktober 2026 gemeinsam mit der Polizeipsychologin Elli Krieger, dargestellt von Karoline Schuch.
Wer ist Almila Bağrıaçık?
Almila Bağrıaçık, auch unter der Schreibweise Almila Bagriacik bekannt, wurde am 10. Juli 1990 in Ankara geboren. Sie wuchs in Berlin auf und machte dort ihr Abitur. Ihren Einstieg in die Filmbranche verdankt sie einem Streetcasting, bei dem sie für das Drama „Die Fremde“ entdeckt wurde.
Zur Vorbereitung auf ihre erste Filmrolle absolvierte sie einen mehrmonatigen Schauspielkurs. Die Dreharbeiten fanden 2008 statt, der Film kam am 11. März 2010 in die deutschen Kinos. Bağrıaçık verkörperte darin Rana und stand unter anderem mit Sibel Kekilli vor der Kamera.
Neben ihrer Schauspielkarriere studierte sie Regie an der Berliner DEKRA Hochschule. Während des Studiums realisierte sie mehrere Kurzfilme, darunter ihren Abschlussfilm „Pseudologia“ aus dem Jahr 2014. Anschließend konzentrierte sie sich auf die Schauspielerei. Diese frühen Karrierestationen sind in ihrer Biografie bei filmportal.de dokumentiert.
Auch auf der Theaterbühne sammelte sie Erfahrungen. Im Januar 2020 spielte sie die Figur Hazal in der Inszenierung „Ellbogen“ am Nationaltheater Mannheim. Das Stück basiert auf dem gleichnamigen Roman von Fatma Aydemir und wurde von Selen Kara inszeniert.
Almila Bağrıaçık im Kieler „Tatort“ – das neue Ermittlerteam
Seit 2018 verkörpert Almila Bağrıaçık im Kieler „Tatort“ die Kommissarin Mila Şahin. Ihr erster Einsatz in diesem Ermittlerteam war „Borowski und das Haus der Geister“, der am 2. September 2018 im Ersten ausgestrahlt wurde. Darin ermittelte sie erstmals gemeinsam mit Klaus Borowski, gespielt von Axel Milberg.
Allerdings war dies nicht ihr erster Auftritt in der Krimireihe: Bereits 2013 spielte sie die Figur Gülbahar im Frankfurter „Tatort: Wer das Schweigen bricht“ mit Joachim Król und Nina Kunzendorf. Die frühere Gastrolle ist auch in der Filmografie von filmportal.de dokumentiert.
Nach Borowskis Abschied am 16. März 2025 in „Borowski und das Haupt der Medusa“ begann für den Kieler Fernsehkrimi ein neues Kapitel. Karoline Schuch übernahm als Polizeipsychologin Elli Krieger eine zentrale Rolle an Şahins Seite.
Die beiden Figuren begegnen sich zunächst in einem Bewerbungsverfahren: Mila Şahin möchte die Nachfolge ihres Vorgesetzten, Kriminalrat Schladitz, antreten. Krieger soll ihre Eignung für die Führungsposition psychologisch beurteilen. Şahin fühlt sich von der Untersuchung zunächst unter Druck gesetzt, sodass die Zusammenarbeit angespannt beginnt.
Die neue Konstellation wurde am 11. und 18. Oktober 2026 mit den zusammenhängenden Folgen „Unter Freunden“ und „Unter Feinden“ vorgestellt.
In „Unter Freunden“ arbeitet Şahin zunächst mit der neu nach Kiel versetzten Kommissarin Anna Nowak (Lilith Stangenberg) zusammen, die sie noch aus ihrer Polizeischulzeit kennt. Nach dem Tod einer jungen Frau führen die Ermittlungen zu einem Technologieunternehmen und möglichen Wirtschaftsverbrechen. Elli Krieger unterstützt das Team als Polizeipsychologin.
In „Unter Feinden“ erschüttert ein weiterer Todesfall im Ermittlerteam Mila Şahins Vertrauen in die Polizei. Gemeinsam mit Elli Krieger verfolgt sie Hinweise auf Korruption, Geldwäsche und organisierte Kriminalität. Der Fall führt die beiden tiefer in ein Netzwerk, in das möglicherweise auch Polizeibeamte verwickelt sind.
Die persönlichen Konflikte und die Beziehungen zwischen den Ermittlerinnen werden im offiziellen NDR-Dossier zur Doppelfolge erläutert.
Regie bei beiden Folgen führte Lars Kraume, der auch an den Drehbüchern beteiligt war. Die Filme sind über die ARD-Mediathek beim Team Kiel zu finden. Die Verfügbarkeit einzelner Folgen kann zeitlich oder regional eingeschränkt sein.
Weitere Kieler „Tatort“-Filme sind bereits angekündigt. Laut einer ARD-Pressemitteilung vom 8. Oktober 2026 stehen Bağrıaçık und Schuch erneut gemeinsam für „Tatort: Göteborg“ und „Tatort: Rettungsschuss“ vor der Kamera. Beide Bezeichnungen sind Arbeitstitel. Die eigenständigen Kriminalfälle sollen voraussichtlich 2028 ausgestrahlt werden. Konkrete Sendetermine stehen noch nicht fest.
Die wichtigsten Filme und Serien mit Almila Bağrıaçık
Almila Bağrıaçıks Filmografie reicht von gesellschaftskritischen Dramen über Krimiserien bis zu Komödien und historischen Produktionen. Mehrere ihrer Rollen beschäftigen sich mit familiären Konflikten, Identität und Selbstbestimmung. Daneben ist sie in populären Fernseh- und Streamingformaten zu sehen.
Prägende Kinofilme
„Die Fremde“ (2010) markierte den Beginn ihrer Filmkarriere. Im Drama von Feo Aladağ spielte sie Rana, die jüngere Schwester der von Sibel Kekilli verkörperten Umay. Der Film erzählt von einer jungen Frau, die sich gegen die Erwartungen ihrer Familie stellt und ein selbstbestimmtes Leben führen möchte.
Auch Rana ist von dem Familienkonflikt betroffen: Ihre geplante Hochzeit gerät durch den Streit um Umays selbstbestimmtes Leben in Gefahr. Wie sich die familiären Spannungen auf Ranas Zukunft auswirken, beschreibt eine Filmanalyse von Qantara.de.
In „Hördur – Zwischen den Welten“ (2015) übernahm Bağrıaçık ihre erste Kinohauptrolle. Sie verkörpert die 16-jährige Aylin, die nach einem Gewaltausbruch Sozialstunden auf einem Pferdehof leisten muss. Dort entwickelt sie eine besondere Beziehung zu einem Islandpferd und beginnt, sich mit ihren familiären Problemen auseinanderzusetzen. Das Jugenddrama von Ekrem Ergün startete am 29. Oktober 2015 in Deutschland. Die Produktions- und Veröffentlichungsdaten sind bei filmportal.de dokumentiert.
Eine ihrer bekanntesten Hauptrollen spielte sie in „Nur eine Frau“ (2019). Unter der Regie von Sherry Hormann verkörperte sie Hatun „Aynur“ Sürücü. Das Drama behandelt die Geschichte einer jungen Berlinerin, die 2005 von einem ihrer Brüder ermordet wurde. Der Film beleuchtet ihren Wunsch nach Unabhängigkeit und die Konflikte mit ihrem familiären Umfeld.
In „Im Feuer – Zwei Schwestern“ (2020) spielte sie die Bundeswehrsoldatin Rojda Xani, die kurdisch-irakische Wurzeln hat. Auf der Suche nach ihrer verschwundenen Schwester reist Rojda in den Nordirak. Der Film von Daphne Charizani verbindet eine persönliche Familiengeschichte mit den Folgen von Flucht und Krieg.
Die Produktion durchlief mehrere Veröffentlichungsstationen: Laut filmportal.de feierte „Im Feuer – Zwei Schwestern“ am 23. Februar 2020 auf der Berlinale Premiere und kam am 15. Juli 2021 in die deutschen Kinos. Die Fernseherstausstrahlung erfolgte am 15. September 2022 bei ARTE, wie das offizielle Verzeichnis des Grimme-Instituts bestätigt.
Auch in Komödien übernahm Bağrıaçık Hauptrollen. In „Trauzeugen“ (2023) spielt sie Marie, die gemeinsam mit Jakob (Edin Hasanović) eine Hochzeit organisieren soll. Die beiden Trauzeugen haben sehr unterschiedliche Vorstellungen und müssen dennoch zusammenarbeiten.
Serien und Fernsehproduktionen
In der türkischen Fernsehserie „Hayat Şarkısı“ (2016–2017) spielte Bağrıaçık die Figur Filiz. Die Produktion gehörte zu ihren frühen größeren Serienengagements. Laut der offiziellen Rollenbeschreibung von Kanal D ist Filiz die frühere Partnerin von Kerim und die leibliche Mutter seines Sohnes Mehmet.
Im ARD-Fernsehfilm „Die Opfer – Vergesst mich nicht“ (2016), dem zweiten Teil der Trilogie „Mitten in Deutschland: NSU“, verkörperte Bağrıaçık Semiya Şimşek. Der Film erzählt die Geschichte der Angehörigen des vom NSU ermordeten Blumenhändlers Enver Şimşek und thematisiert die Auswirkungen des Verbrechens sowie die Fehler der polizeilichen Ermittlungen. Die Besetzung, den historischen Hintergrund und die Produktionsangaben dokumentiert filmportal.de.
Eine weitere Fernsehrolle übernahm sie 2017 in der ARD-Krimireihe „Kommissar Pascha“. Dort spielte sie Jale Cengiz. Die Reihe handelt von einem Münchner Ermittlerteam, das Kriminalfälle mit türkisch-deutschem Hintergrund untersucht.
In der Gangsterserie „4 Blocks“ (2017–2019) verkörperte sie Amara Hamady, die Schwester des von Kida Khodr Ramadan gespielten Clan-Chefs Toni Hamady. Die Serie verbindet das Berliner Clanmilieu mit Konflikten um Familie, Loyalität und kriminelle Machtstrukturen. Bağrıaçık gehörte in allen drei Staffeln zur Besetzung.
Auch in der Netflix-Historienserie „Die Kaiserin“ übernahm sie eine wiederkehrende Rolle. Sie spielt die Hofdame Leontine von Apafi, die am Wiener Kaiserhof in das Umfeld von Kaiserin Elisabeth gelangt und eigene Geheimnisse verbirgt.
Bağrıaçık war bereits in der ersten Staffel von 2022 zu sehen und kehrte in der zweiten Staffel zurück, die am 22. November 2024 veröffentlicht wurde. Netflix bestätigte sowohl ihre Beteiligung als auch den Veröffentlichungstermin in einer offiziellen Mitteilung zur zweiten Staffel.
Für die Serie steht außerdem ein weiterer wichtiger Termin fest: Die dritte und letzte Staffel von „Die Kaiserin“ soll am 12. November 2026 weltweit auf Netflix erscheinen. Der Streaminganbieter hat den Start in seiner Ankündigung vom September 2026 bestätigt.
In den bislang geprüften Netflix-Mitteilungen zur dritten Staffel wird Almila Bağrıaçık nicht ausdrücklich als Darstellerin genannt. Ob sie erneut Leontine von Apafi spielt, bleibt damit offen.
Daneben umfasst ihre Fernsehkarriere Auftritte in Produktionen wie „Der Kriminalist“, „Die Kanzlei“, „Nachtschicht“ und „Kommissarin Lucas“.
Welche Auszeichnungen hat Almila Bağrıaçık erhalten?
Almila Bağrıaçık erhielt im Laufe ihrer Karriere mehrere Schauspielauszeichnungen und Nominierungen.
2016 wurde sie beim 6. DREAM Film Festival in Bukarest für ihre Hauptrolle in „Hördur – Zwischen den Welten“ mit dem Preis „Best Performance – Young Actress“ ausgezeichnet. Die Ehrung wird von der Produktionsfirma Storming Donkey Productions in der offiziellen Preisübersicht des Films dokumentiert.
2017 gewann sie den Deutschen Schauspielpreis in der Kategorie „Nachwuchs“ für ihre Darstellung von Semiya Şimşek in „Die Opfer – Vergesst mich nicht“. Die Auszeichnung ist im offiziellen Preisträgerverzeichnis dokumentiert.
Für ihre Verkörperung von Hatun „Aynur“ Sürücü in „Nur eine Frau“ erhielt sie 2019 zudem eine Nominierung als beste Schauspielerin beim Tribeca Film Festival. Diese Nominierung wird in der Vita ihrer Agentur SCHLAG aufgeführt.
2023 gehörte Bağrıaçık zu den Trägerinnen des Grimme-Preises für „Im Feuer – Zwei Schwestern“. Das Grimme-Institut zeichnete sie für ihre Darstellung stellvertretend für das Schauspielensemble aus. Ebenfalls prämiert wurde Daphne Charizani für Buch und Regie.
Häufige Fragen zu Almila Bağrıaçık
Wie alt ist Almila Bağrıaçık?
Almila Bağrıaçık ist im Oktober 2026 36 Jahre alt. Sie wurde am 10. Juli 1990 in Ankara geboren.
War Almila Bağrıaçık schon vor 2018 im „Tatort“ zu sehen?
Ja. Bereits 2013 spielte sie Gülbahar im Frankfurter „Tatort: Wer das Schweigen bricht“. Seit 2018 verkörpert sie die Kieler Ermittlerin Mila Şahin.
Spielt Almila Bağrıaçık in der dritten Staffel von „Die Kaiserin“ mit?
Netflix hat Bağrıaçıks Beteiligung in den bisher geprüften Ankündigungen zur dritten Staffel nicht ausdrücklich bestätigt. Die finale Staffel ist für den 12. November 2026 angekündigt.
Beruht „Nur eine Frau“ auf einer wahren Geschichte?
Ja. Der Film basiert auf der Geschichte von Hatun „Aynur“ Sürücü, die 2005 in Berlin von ihrem jüngsten Bruder ermordet wurde.