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Passkey einrichten: So melden Sie sich ohne Passwort an

Emilia Emil13 Min. Lesezeit
Smartphone in der Hand
Ein Smartphone in der Hand: Der Passkey wird mit dem Fingerabdruck oder der Gesichtserkennung des Geräts entsperrt. Foto: Dennis Cortés / Wikimedia Commons, gemeinfrei.
In diesem Artikel
  1. Passkey einrichten: So melden Sie sich ohne Passwort an
  2. Was ist ein Passkey?
  3. Wo funktionieren Passkeys im Alltag?
  4. Was Sie vor dem Einrichten brauchen
  5. Passkey bei Google einrichten
  6. Passkey für die Apple-ID einrichten
  7. Passkey für das Microsoft-Konto einrichten
  8. Passkey unter Windows 11 verwalten
  9. Auf einem fremden Computer per QR-Code anmelden
  10. Synchronisiert oder gerätegebunden: Was ist der Unterschied?
  11. Gerät verloren: Was tun?
  12. Passkey, Passwort oder Zwei-Faktor-Authentifizierung?
  13. Wo Passkeys (noch) nicht funktionieren
  14. Häufige Fragen
  15. Fazit

Passkey einrichten: So melden Sie sich ohne Passwort an

Stand: 5. November 2026.

Passwörter sind lästig: Sie müssen lang und einzigartig sein, dürfen nirgends wiederverwendet werden und landen trotzdem immer wieder in Datenleaks. Ein Passkey einrichten heißt, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Statt eines Passworts, das Sie sich merken und eintippen, meldet sich Ihr Gerät mit einem kryptografischen Schlüssel an, den Sie mit Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Geräte-PIN freigeben.

Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie Sie einen Passkey für Ihr Google-Konto, Ihre Apple-ID und Ihr Microsoft-Konto erstellen, wo die Schlüssel gespeichert werden und was zu tun ist, wenn ein Gerät verloren geht. Alle Schritte sind gegen die offiziellen Hilfeseiten von Google, Apple und Microsoft geprüft, denn die Menüs und Bezeichnungen ändern sich immer wieder.

Was ist ein Passkey?

Ein Passkey ist ein Anmeldeverfahren, das auf dem offenen Standard FIDO2 und der WebAuthn-Technik beruht. Bei der Einrichtung erzeugt Ihr Gerät ein Schlüsselpaar: Der private Schlüssel bleibt auf dem Gerät und verlässt es nie, der öffentliche Schlüssel wird beim Dienst hinterlegt. Bei der Anmeldung beweist Ihr Gerät mit dem privaten Schlüssel, dass es zu diesem Konto gehört, und Sie geben die Anmeldung mit derselben Entsperrung frei, die Sie auch für Ihr Gerät nutzen, also Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder PIN.

Der entscheidende Unterschied zum Passwort ist, dass es kein geteiltes Geheimnis gibt. Beim Passwort kennen beide Seiten denselben Wert: Sie tippen ihn ein, der Dienst prüft ihn. Wird der Dienst gehackt oder das Passwort auf einer gefälschten Seite abgefischt, ist es kompromittiert. Beim Passkey dagegen liegt beim Dienst nur der öffentliche Schlüssel, mit dem sich allein nichts anfangen lässt. Es gibt nichts, was Sie auf einer falschen Seite versehentlich preisgeben könnten.

Passkeys sind außerdem an die echte Domain des Dienstes gebunden. Eine täuschend echt aussehende Phishing-Seite kann Ihren Passkey nicht verwenden, weil der Schlüssel nur für die echte Adresse gilt. Deshalb gilt das Verfahren als phishingresistent: Die FIDO Alliance, die den Standard entwickelt hat, stuft einen Passkey allein als sicherer ein als die Kombination aus Passwort und Einmalcode. Ihre biometrischen Daten verlassen das Gerät dabei nie, sie werden nicht an den Dienst gesendet und dort nicht gespeichert.

Der Begriff Passkey ist ein herstellerübergreifender Oberbegriff und kein Produkt eines einzelnen Anbieters. Hinter den Kulissen arbeiten die Passkey-Anbieter der großen Ökosysteme: der iCloud-Schlüsselbund von Apple, der Google Passwortmanager, Windows Hello von Microsoft sowie unabhängige Passwortmanager wie 1Password oder Dashlane. Welcher Anbieter Ihre Passkeys verwaltet, hängt davon ab, auf welchem Gerät und in welchem Konto Sie sie erstellen.

Wo funktionieren Passkeys im Alltag?

Passkeys funktionieren heute bei den drei großen Kontosystemen Google, Apple und Microsoft sowie bei immer mehr einzelnen Diensten, etwa Onlineshops, sozialen Netzwerken und Behördenportalen. Ob ein bestimmter Dienst Passkeys anbietet, sehen Sie in dessen Anmelde- oder Sicherheitseinstellungen: Dort erscheint dann eine Option wie „Passkey erstellen“ oder „Mit Passkey anmelden“. Unterstützt wird das Verfahren von allen aktuellen Browsern, darunter Chrome, Safari, Edge und Firefox, und auf iPhone, Android-Handy, Windows-PC und Mac.

Die Voraussetzung ist ein halbwegs aktuelles Gerät. Google nennt in seiner Hilfe konkrete Mindestversionen, die auch für die meisten anderen Dienste ein guter Richtwert sind. Ältere Geräte ohne Fingerabdrucksensor, Gesichtserkennung oder sichere Hardware-Ablage können keinen Passkey erzeugen, auch wenn der Browser aktuell ist.

Fingerabdruck als Entsperrung beim Passkey einrichten
Der Fingerabdruck ist ein typischer Entsperrweg für einen Passkey auf dem Smartphone. Foto: Frettie / Wikimedia Commons, CC BY 3.0.

Was Sie vor dem Einrichten brauchen

Bevor Sie einen Passkey einrichten, sollten Gerät und Browser die Mindestanforderungen erfüllen und das Gerät über eine Bildschirmsperre verfügen. Google verlangt eine Bildschirmsperre ausdrücklich, denn ohne sie könnte jeder, der das Handy in die Hand bekommt, die Passkeys nutzen. Außerdem gilt die eiserne Regel: Erstellen Sie Passkeys nur auf Geräten, die Ihnen selbst gehören, niemals auf einem geteilten oder fremden Rechner.

Auf kleinen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich verschieben.

Plattform Mindestversion Wo der Passkey liegt
Android Android 9 Google Passwortmanager
iPhone und iPad iOS 16 iCloud-Schlüsselbund
Windows Windows 10 Windows Hello oder Passwortmanager
macOS macOS Ventura iCloud-Schlüsselbund
Chrome Chrome 109 Passwortmanager des Systems
Safari Safari 16 iCloud-Schlüsselbund
Edge Edge 109 Windows Hello oder Passwortmanager
Firefox Firefox 122 Passwortmanager des Systems

Als Speicherort für hardwaregebundene Passkeys kommt zusätzlich ein FIDO2-Sicherheitsschlüssel infrage, also ein kleiner USB-Stick oder ein NFC-Schlüssel, der den privaten Schlüssel in sich trägt. Das ist vor allem für Menschen sinnvoll, die besonders schützenswerte Konten absichern wollen oder kein Smartphone als zweiten Faktor nutzen möchten.

Passkey bei Google einrichten

Wenn Sie für Ihr Google-Konto einen Passkey einrichten, wird die Anmeldung danach passkey-first: Google fragt zuerst nach dem Passkey und nur im Ausnahmefall nach dem Passwort. Ihr Passwort und Ihre bisherigen Wiederherstellungsmethoden bleiben trotzdem bestehen, der Passkey ersetzt sie nicht, sondern ergänzt sie als bequemeren Standardweg.

  1. Öffnen Sie die Seite myaccount.google.com/signinoptions/passkeys (Kurzadresse g.co/passkeys) und melden Sie sich an.
  2. Wählen Sie „Passkey erstellen“ und bestätigen Sie erneut mit „Passkey erstellen“.
  3. Entsperren Sie das Gerät mit Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder PIN.
  4. Fertig. Beachten Sie: Ein neu erstellter Passkey kann bis zu sieben Tage brauchen, bis er bei der Anmeldung verfügbar ist.

Auf einem Android-Handy landen die Passkeys im Google Passwortmanager und stehen damit auch in Chrome auf anderen Geräten bereit, auf denen Sie mit demselben Google-Konto angemeldet sind. Auf Pixel-Geräten schlägt Android unter „Einstellungen“, „Passwörter und Konten“ und „Google Passwortmanager“ außerdem geeignete Konten zur Umstellung auf Passkeys vor. Wer die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert hat, profitiert zusätzlich: Bei einer Anmeldung mit Passkey entfällt der zweite Schritt, weil der Passkey selbst bereits zwei Faktoren vereint, nämlich den Besitz des Geräts und Ihre Entsperrung.

Passkey für die Apple-ID einrichten

Auch für die Apple-ID lässt sich ein Passkey einrichten, sobald zwei Voraussetzungen erfüllt sind: Für den Apple-Account muss die Zwei-Faktor-Authentifizierung eingeschaltet sein, und der iCloud-Schlüsselbund muss aktiv sein. Fehlt eine der beiden, bietet das System keine Passkeys an.

So schalten Sie den iCloud-Schlüsselbund ein: Auf dem iPhone gehen Sie zu „Einstellungen“, tippen oben auf Ihren Namen, dann auf „iCloud“ und auf „Passwörter“ und aktivieren „Dieses iPhone synchronisieren“. Auf Geräten mit iOS 17 oder älter heißt der Punkt „Passwörter und Schlüsselbund“. Auf dem Mac öffnen Sie die Systemeinstellungen, klicken auf Ihren Namen, dann auf „iCloud“ und „Passwörter“ und aktivieren „Diesen Mac synchronisieren“. Die Passkeys werden dabei Ende-zu-Ende-verschlüsselt gespeichert, sodass selbst Apple sie nicht lesen kann.

Den Passkey selbst erstellen Sie nicht in den Einstellungen, sondern dort, wo der jeweilige Dienst ihn anbietet: Auf der Website oder in der App wählen Sie die Passkey-Option und bestätigen mit „Fortfahren“. Der Passkey wird dann im iCloud-Schlüsselbund abgelegt und auf alle Ihre zugelassenen Apple-Geräte synchronisiert. Verwalten und löschen können Sie Passkeys in der Passwörter-App, die es seit iOS 18 und macOS Sequoia gibt; auf iOS 16 und 17 finden Sie sie unter „Einstellungen“ und „Passwörter“. Wer auch einen Windows-PC nutzt, kann über die iCloud-Passwörter-App für Windows auf seine Apple-Passkeys zugreifen.

Gesichtserkennung am Laptop als Anmeldung ohne Passwort
An einem Laptop kann die Gesichtserkennung den Passkey freigeben, ganz ohne eingetipptes Passwort. Foto: Intel Free Press / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0.

Passkey für das Microsoft-Konto einrichten

Wer ein Microsoft-Konto nutzt, kann dort ebenfalls einen Passkey einrichten. Der Weg führt über die erweiterten Sicherheitsoptionen des Kontos, nicht über die Windows-Einstellungen. Wichtig ist der Unterschied: Eine Windows-Hello-PIN allein ist nur eine lokale Geräteentsperrung und noch kein Passkey für Ihr Microsoft-Konto. Den Konto-Passkey müssen Sie auf der Microsoft-Kontoseite erstellen.

  1. Öffnen Sie die Seite account.live.com/proofs/manage und melden Sie sich an.
  2. Wählen Sie „Add a new way to sign in or verify“ (Neue Anmeldemöglichkeit hinzufügen).
  3. Wählen Sie „Face, Fingerprint, PIN, or Security Key“ (Gesicht, Fingerabdruck, PIN oder Sicherheitsschlüssel).
  4. Folgen Sie den Anweisungen auf dem Gerät und bestätigen Sie mit „Continue“ und „Create“ oder, falls angeboten, mit „Change“ und „Save another way“.

Beim Speichern haben Sie drei Möglichkeiten: Windows Hello speichert den Passkey gerätegebunden auf diesem PC, ein synchronisierter Passwortmanager wie der Microsoft Passwortmanager, der Google Passwortmanager oder der iCloud-Schlüsselbund macht ihn auf mehreren Geräten verfügbar, oder Sie nutzen Ihr Handy und scannen einen QR-Code, wahlweise mit der Kamera oder über die Microsoft Authenticator App. Nach der Einrichtung erscheint der Passkey in den erweiterten Sicherheitsoptionen Ihres Kontos, wo Sie ihn auch wieder entfernen können.

Passkey unter Windows 11 verwalten

Unter Windows 11 können Sie einen Passkey einrichten, sobald Windows Hello eingerichtet ist, also eine PIN, ein Fingerabdruck oder eine Gesichtserkennung für die Geräteanmeldung hinterlegt ist. Ohne Windows Hello kann Windows keinen lokalen Passkey erzeugen. Richten Sie Windows Hello unter „Einstellungen“, „Konten“ und „Anmeldeoptionen“ ein, bevor Sie mit Passkeys beginnen.

Vorhandene lokale Passkeys verwalten Sie unter „Einstellungen“, „Konten“ und „Passkeys“. Dort sehen Sie, für welche Dienste ein Passkey auf diesem Gerät liegt, und können einzelne Passkeys löschen, etwa bevor Sie den PC weitergeben oder verkaufen. Passkeys, die in einem synchronisierten Passwortmanager liegen, verwalten Sie dagegen in dem jeweiligen Manager, nicht in den Windows-Einstellungen.

Auf einem fremden Computer per QR-Code anmelden

Einer der praktischsten Teile des Systems ist die Anmeldung auf einem Computer, auf dem kein Passkey liegt. Sie brauchen dafür kein Passwort einzutippen und müssen auf dem fremden Gerät auch keinen Passkey erstellen, was Sie ohnehin niemals tun sollten. Stattdessen nutzen Sie den Passkey auf Ihrem Handy als Brücke.

  1. Öffnen Sie auf dem Computer die Anmeldeseite des Dienstes.
  2. Wählen Sie „Andere Option wählen“ und dann „Passkey verwenden“. Es erscheint ein QR-Code.
  3. Scannen Sie den QR-Code mit der Kamera Ihres Handys.
  4. Bestätigen Sie auf dem Handy mit „Passkey verwenden“ (auf dem iPhone: „Mit Passkey anmelden“) und entsperren Sie das Handy.

Die Verbindung zwischen Handy und Computer läuft dabei über Bluetooth, das lediglich nachweist, dass sich das Handy physisch in der Nähe befindet; die eigentliche Anmeldung ist zusätzlich kryptografisch abgesichert. Voraussetzung ist, dass Ihr Handy eine Bildschirmsperre hat, denn Google verlangt sie für diese Anmeldeart ausdrücklich. Nach der Anmeldung sollten Sie sich auf einem fremden Gerät wieder abmelden und keine Passkeys oder Anmeldedaten dort speichern.

Vorhängeschloss mit Schlüssel als Symbol für Schlüsseltechnik
Ein Passkey funktioniert wie ein Schlüsselpaar: Nur der öffentliche Schlüssel liegt beim Dienst, der private bleibt auf dem Gerät. Foto: Shillings1005 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Synchronisiert oder gerätegebunden: Was ist der Unterschied?

Nicht jeder Passkey verhält sich gleich. Synchronisierte Passkeys werden über Ihr Anbieter-Konto, etwa den iCloud-Schlüsselbund oder den Google Passwortmanager, Ende-zu-Ende-verschlüsselt auf alle Ihre Geräte übertragen. Richten Sie ein neues Handy ein und melden sich mit demselben Konto an, stehen die Passkeys dort sofort bereit. Gerätegebundene Passkeys dagegen leben nur auf einem Gerät, etwa in Windows Hello oder auf einem FIDO2-Sicherheitsschlüssel, und verlassen es nie.

Auf kleinen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich verschieben.

Art Wo gespeichert Vorteil Nachteil
Synchronisiert iCloud-Schlüsselbund, Google Passwortmanager, Microsoft Passwortmanager Auf allen Geräten des Anbieters verfügbar, neues Gerät übernimmt sie automatisch An das Anbieter-Konto gebunden
Gerätegebunden Windows Hello lokal, FIDO2-Sicherheitsschlüssel Verlässt das Gerät nie, Schlüssel ist zusätzlich tragbar Bei Geräteverlust ohne Ersatz weg, neuer Passkey nötig

Für den Alltag sind synchronisierte Passkeys meist die bessere Wahl, weil sie den Gerätewechsel abfedern. Gerätegebundene Passkeys sind die strengere Variante für besonders schützenswerte Konten, verlangen aber Disziplin: Sie brauchen dann unbedingt ein zweites Anmeldeverfahren oder einen zweiten Schlüssel als Ersatz.

Ein offener Punkt bleibt der Wechsel zwischen den Ökosystemen. Der Austausch von Passkeys zwischen Apple, Google und Microsoft über das neue FIDO-Austauschprotokoll (Credential Exchange Protocol) ist technisch vorbereitet, aber Stand November 2026 noch nicht flächendeckend in den drei Systemen verfügbar. Wer von iPhone auf Android wechselt oder umgekehrt, muss seine Passkeys daher vorerst neu erstellen und die alten löschen. Planen Sie einen Wechsel, richten Sie vorher ein zweites Anmeldeverfahren ein, damit Sie während des Umzugs nicht ausgesperrt sind.

Gerät verloren: Was tun?

Zuerst gilt: Ruhe bewahren, aber schnell handeln. Ein Finder kann Ihren Passkey nur nutzen, wenn er Ihr Gerät entsperren kann, denn ohne Fingerabdruck, Gesicht oder PIN gibt das Gerät den Schlüssel nicht frei. Sperren oder löschen Sie das verlorene Gerät trotzdem sofort über die Fernsuche des Anbieters, also „Wo ist?“ bei Apple oder die Geräteverwaltung bei Google, und ändern Sie bei Bedarf die Kontosicherheit.

Nutzen Sie synchronisierte Passkeys, melden Sie sich einfach auf einem anderen Gerät mit demselben Anbieter-Konto an: Die Passkeys sind dort bereits verfügbar. Löschen Sie anschließend den Passkey des verlorenen Geräts in den Kontoeinstellungen, bei Google unter den Passkey-Einstellungen, bei Apple in der Passwörter-App und bei Microsoft unter den erweiterten Sicherheitsoptionen. Haben Sie kein zweites Gerät mit synchronisierten Passkeys, greift die Kontowiederherstellung über Ihr Passwort oder ein anderes hinterlegtes Verfahren, denn Passkeys ersetzen diese Verfahren nicht. Genau deshalb sollten Sie immer mindestens ein zweites Anmeldeverfahren hinterlegt lassen und es nicht löschen, nur weil der Passkey so bequem ist.

Person meldet sich per Gesichtserkennung am Computer an
Auch am Arbeitsplatz ersetzt die Gesichtserkennung das eingetippte Passwort, sobald ein Passkey eingerichtet ist. Foto: Intel Free Press / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0.

Passkey, Passwort oder Zwei-Faktor-Authentifizierung?

Das klassische Passwort allein ist die schwächste Variante: Es kann erraten, abgefischt oder aus einem Datenleck wiederverwendet werden, und Menschen wählen aus Bequemlichkeit oft dasselbe Passwort für viele Dienste. Ein Passwortmanager löst das Merken, aber nicht das Grundproblem, dass bei der Anmeldung ein Geheimnis übertragen wird, das abgefangen werden kann.

Passwort plus Zwei-Faktor-Authentifizierung ist deutlich stärker, weil ein Angreifer zusätzlich den zweiten Faktor braucht. Doch auch Einmalcodes per SMS oder aus einer App lassen sich auf gefälschten Seiten abfischen oder per SIM-Tausch umleiten, und die Anmeldung bleibt umständlich. Der Passkey vereint beide Faktoren in einem Schritt: Der Besitz des Geräts und Ihre Entsperrung ersetzen Passwort und Code zugleich, ohne dass ein Geheimnis übertragen wird.

Das bedeutet nicht, dass Passwörter morgen verschwinden. Viele Dienste bieten noch keine Passkeys an, und als Rückfall bei Geräteverlust bleibt das Passwort vorerst wichtig. Der sinnvolle Weg ist daher gestaffelt: Richten Sie Passkeys dort ein, wo sie angeboten werden, behalten Sie Passwort und zweites Verfahren als Rückfall, und prüfen Sie bei jedem neuen Dienst zuerst die Passkey-Option, bevor Sie ein weiteres Passwort vergeben.

Wo Passkeys (noch) nicht funktionieren

Passkeys sind kein Allheilmittel, und es gibt Situationen, in denen sie heute noch nicht helfen. Wer das weiß, vermeidet Frust und falsche Erwartungen.

  • Nicht jeder Dienst bietet Passkeys an. Viele Banken, Behördenportale und kleinere Websites arbeiten weiterhin nur mit Passwort, teilweise aus regulatorischen Gründen.
  • Geteilte Computer, Leihgeräte und öffentliche Rechner sind tabu: Erstellen Sie dort niemals einen Passkey, sondern nutzen Sie höchstens die QR-Anmeldung mit dem eigenen Handy.
  • Bei Schul- und Arbeitskonten kann der Administrator Passkeys einschränken oder vorschreiben, welche Verfahren erlaubt sind. Fragen Sie im Zweifel die IT-Abteilung, bevor Sie etwas umstellen.
  • Sehr alte Geräte und Browser ohne FIDO2-Unterstützung können keine Passkeys erzeugen. Hier bleibt nur das klassische Passwort, idealerweise mit Zwei-Faktor-Authentifizierung.
  • Der Wechsel zwischen Apple-, Google- und Microsoft-Ökosystem ist noch umständlich, weil der passkeyübergreifende Austausch noch nicht flächendeckend verfügbar ist.

Ein weiterer Punkt betrifft die Verantwortung: Wer sein Gerät ohne Bildschirmsperre nutzt oder seine Entsperrung an andere weitergibt, hebelt den Schutz des Passkeys selbst aus. Google warnt ausdrücklich, dass jeder, der Ihr Gerät entsperren kann, sich auch mit Ihren Passkeys anmelden kann. Behandeln Sie die Gerätesperre daher genauso ernst wie früher das Passwort.

Häufige Fragen

Ist ein Passkey sicherer als ein Passwort?

Ja. Beim Passkey gibt es kein Geheimnis, das gestohlen oder abgefischt werden könnte, und der Schlüssel gilt nur für die echte Domain des Dienstes. Die FIDO Alliance stuft einen Passkey allein als sicherer ein als Passwort plus Einmalcode. Voraussetzung ist eine aktive Bildschirmsperre, denn ohne sie könnte jeder mit dem Gerät in der Hand die Passkeys nutzen.

Brauche ich nach dem Einrichten noch mein Passwort?

Vorläufig ja, als Rückfall. Bei Google wird die Anmeldung zwar passkey-first, doch Passwort und Wiederherstellungsmethoden bleiben bestehen und werden nicht ersetzt. Löschen Sie das Passwort nicht voreilig: Bei Geräteverlust ist es oft der einzige Weg zurück ins Konto.

Was passiert, wenn ich mein Handy verliere?

Bei synchronisierten Passkeys melden Sie sich auf einem anderen Gerät desselben Anbieters an und nutzen die Passkeys dort weiter. Löschen Sie danach den Passkey des verlorenen Geräts in den Kontoeinstellungen. Ohne zweites Gerät greift die Kontowiederherstellung über Passwort oder ein anderes hinterlegtes Verfahren.

Kann ich einen Passkey auf mehreren Geräten nutzen?

Synchronisierte Passkeys ja: Sie stehen auf allen Geräten bereit, die mit demselben Anbieter-Konto angemeldet sind. Gerätegebundene Passkeys dagegen leben nur auf einem Gerät oder einem Sicherheitsschlüssel. Als Brücke zwischen Geräten dient die QR-Anmeldung, bei der das Handy den Passkey für den Computer bereitstellt, ohne ihn dort zu speichern.

Funktioniert ein Passkey auch auf einem fremden Computer?

Ja, über die QR-Anmeldung: Wählen Sie „Anderes Verfahren“ und „Passkey verwenden“, scannen Sie den QR-Code mit dem Handy und bestätigen Sie dort. Erstellen Sie auf dem fremden Computer aber niemals einen eigenen Passkey und speichern Sie dort keine Anmeldedaten.

Kann ich einen Passkey wieder löschen?

Ja, jederzeit. Bei Google löschen Sie ihn in den Passkey-Einstellungen des Kontos, bei Apple in der Passwörter-App und bei Microsoft in den erweiterten Sicherheitsoptionen. Sichern Sie vorher ein Ersatzverfahren, etwa Ihr Passwort oder einen zweiten Passkey, damit Sie sich nicht selbst aussperren.

Fazit

Passkeys machen die Anmeldung schneller und deutlich sicherer, weil es kein Passwort mehr gibt, das gestohlen oder abgefischt werden könnte. Der Einstieg kostet wenige Minuten pro Konto und lohnt sich zuerst bei den drei großen Konten Google, Apple und Microsoft, weil dort die meisten anderen Anmeldungen dranhängen. Behalten Sie Passwort und zweites Verfahren als Rückfall, erstellen Sie Passkeys nur auf eigenen Geräten und prüfen Sie bei jedem neuen Dienst zuerst die Passkey-Option. Dann gehört das Passwort-Chaos der Vergangenheit an.

Weitere Hintergründe zum Standard finden Sie bei der FIDO Alliance, die die Passkey-Technik entwickelt hat, sowie in den offiziellen Hilfeseiten von Google, Apple und Microsoft, die oben in den jeweiligen Abschnitten verlinkt sind.

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Emilia Emil

Emilia Emil schreibt für Sharp Magazine über Persönlichkeiten, Film und Kultur. Auf der Profilseite finden Sie die zugeordneten Beiträge sowie den Kontakt für Hinweise und Korrekturen.

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