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Curling Regeln: Ends, Hammer, Free Guard Zone und Wertung

Emilia Emil17 Min. Lesezeit

Beim Curling entscheiden Millimeter und Nerven: Zwei Teams mit je vier Spielern schieben abwechselnd Granitsteine über eine 45 Meter lange Eisfläche, das sogenannte Sheet, und versuchen, ihre Steine näher an den Mittelpunkt des Zielkreises zu bringen als der Gegner. Weil jeder Stein zählt und jeder Fehler teuer wird, gilt Curling als „Schach auf dem Eis“ – ein Präzisionssport, in dem Taktik mindestens so wichtig ist wie ein ruhiger Arm. Die Curling Regeln bestimmen, wie ein End abläuft, wer den letzten Stein hat und wann ein Stein aus dem Spiel genommen wird.

Curlingspielerinnen und Curlingspieler bei der Mixed-Doubles-WM 2015 in Sotschi
Mehrere Bahnen im Einsatz beim Viertelfinale der Mixed-Doubles-WM 2015 in Sotschi – die Steine liegen dicht am Haus. Foto: Sergei Kazantsev / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
In diesem Artikel
  1. Wie sieht die Curlingbahn aus?
  2. Wie schwer ist ein Curlingstein?
  3. Wie ist ein Curlingteam aufgebaut?
  4. Wie läuft ein End ab?
  5. Wie wird beim Curling gezählt?
  6. Was ist der Hammer?
  7. Was ist die Free Guard Zone?
  8. Was ist die No-Tick-Regel?
  9. Wie funktioniert das Fegen?
  10. Welche Regeln gelten im Mixed Doubles?
  11. Wie lange dauert ein Curlingspiel?
  12. Curling bei den Olympischen Spielen
  13. Woher kommt Curling?
  14. Welche Regelverstöße kommen am häufigsten vor?
  15. Häufige Fragen zu den Curling Regeln
  16. Weiterlesen auf Sharp Magazine

Dieser Leitfaden erklärt die aktuellen Regeln auf dem Stand des Regelwerks von World Curling vom 1. September 2026 – der ersten Ausgabe nach den Olympischen Winterspielen von Mailand und Cortina. Viele deutschsprachige Erklärungen stammen noch aus der Zeit der Spiele von Peking 2022; sie sind veraltet. Während Eishockey Tempo und Körperkontakt lebt, ist Curling ein ruhiger Sport der kleinen Entscheidungen: ein Guard hier, ein Take-out dort, ein Stein, der um Millimeter näher am Button liegt als der des Gegners.

Wie sieht die Curlingbahn aus?

Die Curlingbahn, im Englischen Sheet genannt, ist eine rechteckige Eisfläche mit zwei Zielkreisen, den Häusern, an beiden Enden. Gespielt wird jeweils in eine Richtung: Ein Team spielt seine Steine von einem Ende zum Haus am anderen Ende, danach wechselt die Spielrichtung. Die Bahn ist von Linien durchzogen, die im Spiel ständig eine Rolle spielen – die Hog Line, die Tee Line und die Back Line markieren, wo ein Stein losgelassen sein muss und wo er noch im Spiel ist.

Eine Curlingbahn mit dem Haus und den Steinen am Abgabeende
Eine Curlingbahn mit dem Haus am Ende und den Steinen am Abgabeende – in der Mitte verläuft die Mittellinie. Foto: Earl Andrew / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.

Die aktuellen Curling Regeln schreiben die Maße der Bahn genau vor. Die Länge beträgt mindestens 45,720 Meter, nur wenn die Halle es nicht anders zulässt, darf sie auf 44,501 Meter verkürzt werden. Die Breite liegt zwischen 4,420 und 4,750 Metern. Das Haus besteht aus vier konzentrischen Kreisen: Der äußerste Ring hat einen Radius von 1,829 Metern, dann folgen 1,219 und 0,610 Meter, und der kleinste Kreis um den Mittelpunkt, den Button, misst 0,152 Meter. Die Hog Line ist 102 Millimeter breit; ihre Innenkante liegt 6,401 Meter vom Mittelpunkt der Tee Line entfernt. Die Back Line verläuft 1,829 Meter hinter der Tee Line.

Auf kleinen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich verschieben.

Element der Bahn Maß nach World Curling (2026)
Länge des Sheets mindestens 45,720 m (44,501 m bei beengten Hallen)
Breite des Sheets 4,420 bis 4,750 m
Haus (vier Ringe) Radien 1,829 / 1,219 / 0,610 / 0,152 m
Hog Line 102 mm breit; Innenkante 6,401 m von der Tee Line
Tee Line Mittelpunkt 17,375 m von der Mitte des Sheets
Back Line Außenkante 1,829 m hinter der Tee Line

Wie schwer ist ein Curlingstein?

Die Curling Regeln schreiben vor, dass ein Stein zwischen 17,24 und 19,96 Kilogramm wiegt – ein Granitblock mit einem Griff, dessen Umfang höchstens 914 Millimeter betragen darf und dessen Höhe mindestens 114 Millimeter misst. Jedes Team spielt mit acht Steinen, die alle den Griff in derselben Farbe tragen – so ist auf den ersten Blick klar, welcher Stein zu welchem Team gehört. Wettkampfsteine werden aus Granit von der schottischen Insel Ailsa Craig gefertigt, der als besonders widerstandsfähig gilt.

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Eigenschaft Vorgabe
Gewicht 17,24 bis 19,96 kg (mit Griff und Schraube)
Umfang höchstens 914 mm
Höhe mindestens 114 mm
Steine pro Team 8 (zwei pro Spieler und End)
Material Granit, für Wettkampfsteine von Ailsa Craig

Die Steine sind nicht einfach rund geschliffen: Ihre Unterseite ist leicht konkav eingewölbt, sodass nur ein schmaler Ring von etwa 6 bis 13 Millimetern Breite auf dem Eis aufliegt, damit sie über das Eis gleiten, ohne zu kippen. Vor dem Spiel werden die Steine zudem mit einer feinen Wassertropfenschicht, den sogenannten Pebbles, vorbereitet – winzige gefrorene Tropfen auf dem Eis, auf denen die Steine laufen. Ohne diese Schicht würde der Stein am Eis kleben statt gleiten. Der Griff dient nicht nur zum Halten: An ihm dreht der Spieler den Stein beim Abgeben an, damit er auf dem Weg zum Haus eine Kurve beschreibt, den sogenannten Curl.

Wie ist ein Curlingteam aufgebaut?

Ein Curlingteam besteht aus vier Spielern und einem Ersatzspieler. Jeder Spieler gibt pro End zwei Steine ab, und zwar in einer festen Reihenfolge, die vor dem Spiel bekannt gegeben wird. Der erste Spieler heißt Lead, dann folgen Second und Third; der vierte Spieler ist der Skip. Der Third ist zugleich der Vize-Skip: Er übernimmt die Aufgaben des Skips, wenn dieser selbst einen Stein spielt. Ein Spiel darf mit mindestens drei Spielern begonnen und fortgesetzt werden, fällt ein vierter Spieler aus, rückt die Reihenfolge entsprechend nach.

Skip John Epping zeigt mit dem Besen das Ziel an
Skip John Epping zeigt beim Grand-Slam-Turnier Elite 10 2018 in Winnipeg mit dem Besen das Ziel für den nächsten Stein an. Foto: Krazytea / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Der Skip ist der Kopf des Teams: Er steht am Haus, zeigt mit dem Besen das Ziel an und entscheidet, welcher Stein gespielt wird. Die anderen drei Spieler fegen, sobald der Stein unterwegs ist, und geben dem Skip Rückmeldung über Tempo und Linie. Weil der Skip die meisten taktischen Entscheidungen trifft, gilt er als wichtigste Position – doch ein End gewinnt das Team, nicht der Skip allein. Der Lead legt mit den ersten beiden Steinen oft die Guards, die das eigene Haus schützen; Second und Third räumen gegnerische Steine weg oder legen präzise Draws ins Haus.

Wie läuft ein End ab?

Ein Spiel besteht aus Ends, den Spielabschnitten des Curlings. Zu Beginn wird ausgelost oder per Last Stone Draw entschieden, welches Team im ersten End den letzten Stein spielt. Danach wechseln sich die Teams ab: Erst spielt ein Spieler des einen Teams einen Stein, dann ein Spieler des anderen Teams – so lange, bis alle 16 Steine gespielt sind. Jeder Spieler gibt pro End zwei Steine ab, immer abwechselnd mit dem Gegner: Wer zwei Steine direkt hintereinander spielt, begeht einen Verstoß – der zweite Stein wird aus dem Spiel genommen. Die Reihenfolge der Spieler bleibt innerhalb eines Ends gleich.

Curling Regeln: Die US-Mannschaft fegt bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin einen Stein ins Haus
Die Mannschaft der USA fegt bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin einen Stein ins Haus – der Button trägt die olympischen Ringe. Foto: Feddar / Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Der Spieler gibt den Stein vom Hack ab, der Startvorrichtung am Ende der Bahn. Rechtshänder starten vom linken Hack, Linkshänder vom rechten. Der Stein muss am Griff abgegeben und vor der Hog Line am Abgabeende losgelassen werden. Er ist im Spiel, sobald er die Tee Line am Abgabeende erreicht hat. Berührt der Spieler nach der Tee Line noch den Granit des Steins, wird der Stein als berührter bewegter Stein aus dem Spiel genommen. Auch ein Stein, der die Hog Line am Spielende nicht vollständig überquert, wird entfernt – es sei denn, er trifft einen anderen Stein. Überquert ein Stein die Back Line oder berührt er die Seitenlinie, ist er ebenfalls aus dem Spiel.

Wie wird beim Curling gezählt?

Die Curling Regeln schreiben vor: Gezählt wird erst, wenn alle 16 Steine eines Ends gespielt sind. Einen Punkt bekommt das Team für jeden eigenen Stein, der im Haus liegt oder es berührt und näher am Button liegt als jeder Stein des Gegners. Nur ein Team kann in einem End punkten; das andere geht leer aus. Liegt kein Stein im Haus, endet das End 0:0 – ein sogenanntes Nuller-End. Kann ein Stein nicht eindeutig zugeordnet werden, wird gemessen: Ein Messgerät bestimmt, welcher Stein näher am Mittelpunkt liegt. Bei exakt gleichem Abstand wird das End genullt, wenn es um den Punkt geht, oder es zählen nur die Steine, die eindeutig näher liegen.

In einem End sind theoretisch bis zu acht Punkte möglich, wenn alle acht Steine eines Teams im Haus liegen und näher am Button sind als jeder gegnerische Stein. In der Praxis sind schon drei oder vier Punkte ein starkes Ergebnis; ein End mit fünf oder mehr Punkten ist eine Seltenheit und meist das Ergebnis eines groben Fehlers des Gegners. Ein Team, das ohne den letzten Stein punktet, hat ein End „gestohlen“ – ein Steal, der dem Gegner doppelt weh tut, weil er den Hammer nicht ausnutzen konnte. Steht es nach den regulären Ends unentschieden, werden so lange Zusatzends gespielt, bis ein Team punktet und damit gewinnt.

Was ist der Hammer?

Der Hammer ist das Recht auf den letzten Stein eines Ends – und damit der größte taktische Vorteil im Curling. Wer den Hammer hat, spielt den letzten Stein und kann ein End noch drehen, wenn alles andere schon liegt. Im ersten End wird der Hammer ausgelost oder per Last Stone Draw bestimmt, bei großen Turnieren wird er festgelegt. Danach gilt eine einfache Regel: Das Team, das ein End gewinnt, spielt im nächsten End zuerst – das unterlegene Team behält den Hammer. Wer ein End verliert, bekommt also den letzten Stein zurück.

Bei einem Nuller-End wechselt der Hammer nicht: Bleibt das Haus leer, behält das Team mit dem Hammer sein Recht für das nächste End. Deshalb verzichtet ein Team mit dem Hammer manchmal bewusst auf den einzigen noch möglichen Punkt und räumt stattdessen das Haus komplett leer – ein blankes End ist besser, als den Hammer für einen einzigen Punkt herzugeben. Umgekehrt will das Team mit dem Hammer möglichst zwei oder mehr Punkte schreiben, denn mit einem einzigen Punkt verliert es den Vorteil sofort. Diese Abwägung – einen Punkt nehmen oder das Haus leer räumen – ist eine der zentralen Entscheidungen im Curling.

Was ist die Free Guard Zone?

Die Free Guard Zone ist der Bereich zwischen der Tee Line und der Hog Line am Spielende, ohne das Haus selbst. Steine, die dort liegen, stehen unter einem besonderen Schutz: Die sogenannten Fünf-Steine-Regel besagt, dass vor dem sechsten Stein eines Ends kein gegnerischer Stein aus dieser Zone herausgespielt werden darf. Erst ab dem sechsten Stein darf ein Team einen Guard des Gegners aus der Free Guard Zone entfernen. Die Regel soll verhindern, dass ein Team gleich zu Beginn eines Ends alle Steine des Gegners wegräumt und das Spiel damit langweilig macht.

Verstößt ein Team gegen die Fünf-Steine-Regel, wird der gespielte Stein sofort aus dem Spiel genommen, und die verschobenen Steine werden an ihre ursprünglichen Positionen zurückgelegt. Der Schutz gilt nur für gegnerische Steine: Eigene Steine darf ein Team jederzeit aus der Zone spielen, etwa um einen eigenen Guard zu verbessern. Die Curling Regeln haben mit der Free Guard Zone das Spiel taktisch verändert: Guards sind heute ein festes Element des Spiels, und Teams bauen ihre Ends bewusst um diese Schutzsteine herum auf. Wer die Zone beherrscht, kontrolliert oft das ganze End.

Was ist die No-Tick-Regel?

Die No-Tick-Regel ergänzt die Free Guard Zone: Vor dem sechsten Stein eines Ends darf ein gegnerischer Stein, der in der Free Guard Zone auf der Mittellinie liegt, nicht seitlich von der Mittellinie weggeschoben werden. Ein solcher Stein heißt Tick-Guard, und er ist besonders wertvoll, weil er genau auf der Linie zum Button liegt. Wird er trotzdem verschoben, darf das nicht betroffene Team wählen: Entweder wird der gespielte Stein entfernt und alle Steine werden zurückgelegt, oder das Spiel geht mit den neuen Positionen weiter.

Die Regel gilt nicht im Rollstuhlcurling und nicht im Mixed Doubles, wo eigene Schutzregeln gelten. Sie wurde eingeführt, weil Teams begonnen hatten, die Free Guard Zone zu umgehen, indem sie Guards nicht aus dem Spiel nahmen, sondern nur leicht von der Mittellinie stießen – technisch kein Verstoß gegen die Fünf-Steine-Regel, aber gegen ihren Sinn. Die No-Tick-Regel schließt diese Lücke: Ein Guard auf der Mittellinie bleibt bis zum sechsten Stein dort, wo er liegt, und das Team, das ihn gelegt hat, kann sich darauf verlassen.

Wie funktioniert das Fegen?

Fegen ist die sichtbarste Arbeit im Curling – und die anstrengendste. Die Spieler des Teams, das gerade spielt, dürfen den eigenen Stein überall vor der Tee Line am Spielende fegen. Das Fegen erwärmt das Eis minimal und lässt den Stein weiter gleiten und gerader laufen; wer kräftig fegt, kann einen Stein noch um Meter verlängern. Der Gegner darf erst hinter der Tee Line fegen, und nur, wenn der Stein diese Linie bereits erreicht hat. Hinter der Tee Line darf pro Team nur ein Spieler fegen: Beim spielenden Team ist das jeder Spieler, beim Gegner nur der Skip oder der Vize-Skip.

Die Regeln schreiben auch vor, wie gefegt werden darf: Der Besenkopf darf vor einem laufenden Stein nicht angehoben werden, und es darf kein Schmutz auf dem Eis hinterlassen werden. Bei einem ersten Verstoß gegen die Fegeregeln gibt es eine offizielle Verwarnung; danach darf das nicht betroffene Team entscheiden, wie es weitergeht. Auch beim Abgeben selbst gibt es eine wichtige Klarstellung aus dem Regelwerk von 2026: Wer den Griff des Steins vor der Hog Line am Abgabeende zweimal berührt, begeht keinen Verstoß – erst eine Berührung nach der Hog Line ist verboten. Diese Klarstellung folgte auf die Diskussionen um Abgabeverstöße bei den Spielen von Mailand und Cortina.

Welche Regeln gelten im Mixed Doubles?

Die Curling Regeln für das Mixed Doubles weichen in mehreren Punkten ab: Zwei Spieler – eine Frau und ein Mann – spielen gegen ein anderes Zweierteam. Ein Spiel geht über acht Ends, und jedes Team spielt pro End fünf Steine statt acht. Der Spieler, der den ersten Stein eines Ends spielt, spielt auch den letzten Stein desselben Ends. Zu Beginn jedes Ends werden zwei Steine fest positioniert: Der Stein des startenden Teams liegt entweder auf Position A, zentral auf der Mittellinie, oder auf Position B; der Stein des anderen Teams kommt auf die jeweils andere Position. Wer im ersten End die Positionen festlegt, wird per Last Stone Draw entschieden; danach entscheidet das Team, das das vorherige End nicht gewonnen hat.

Die bekannteste Besonderheit des Mixed Doubles ist das Power Play: Einmal pro Spiel darf ein Team die fest positionierten Steine an den Rand der Bahn verlegen lassen, um eine andere Spielsituation zu erzwingen – in Zusatzends ist das Power Play nicht erlaubt. Auch der Schutz der Guards gilt hier in angepasster Form: Vor dem vierten Stein eines Ends darf kein zuvor gespielter oder positionierter Stein aus dem Spiel genommen werden. Das Mixed Doubles ist seit den Spielen von Pyeongchang 2018 olympisch und hat sich zu einer eigenen Disziplin mit eigenen Turnieren und Weltmeisterschaften entwickelt.

Wie lange dauert ein Curlingspiel?

Im Vierer-Curling sind bei großen Turnieren zehn Ends vorgesehen, bei kleineren Wettbewerben acht. Gespielt wird mit Thinking Time: Jedes Team hat 38 Minuten Bedenkzeit für ein Zehn-End-Spiel, 30 Minuten für ein Acht-End-Spiel und 22 Minuten im Mixed Doubles. Die Uhr läuft, solange ein Team überlegt, und wird angehalten, sobald der gespielte Stein die Tee Line am Abgabeende überquert hat. Für ein Zusatzend stehen jedem Team 4:30 Minuten zur Verfügung, im Mixed Doubles 3:00 Minuten. Wer seine Zeit überschreitet, verliert das Spiel – auch wenn er in Führung liegt.

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Spielform Ends Thinking Time Zusatzend
Vierer, großes Turnier 10 38 Minuten 4:30 Minuten
Vierer, kleinerer Wettbewerb 8 30 Minuten 4:30 Minuten
Mixed Doubles 8 22 Minuten 3:00 Minuten

Ein Team darf ein Spiel nur aufgeben, wenn es selbst am Zug ist – also gerade einen Stein abgeben müsste – und erst nach einer Mindestzahl gespielter Ends: Bei Zehn-End-Spielen sind das acht Ends in den Playoffs und sechs Ends in anderen Spielen, bei Acht-End-Spielen sechs Ends. In der Praxis dauert ein Zehn-End-Spiel etwa zwei bis zweieinhalb Stunden. Die Thinking Time hat das Spiel fairer gemacht: Teams, die viele langsame Draws und Guards spielen, haben dadurch keinen Nachteil mehr gegenüber Teams, die schnelle Take-outs spielen.

Zuschauer und mehrere Bahnen beim Brier 2025 in Kelowna
Volle Halle beim Brier 2025 in Kelowna: Auf mehreren Bahnen wird gleichzeitig gespielt, im Vordergrund fegt ein Team. Foto: Other justin / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Curling bei den Olympischen Spielen

Curling ist seit Nagano 1998 eine offizielle olympische Sportart. Das Turnier von Chamonix 1924 wurde erst im Februar 2006 vom Internationalen Olympischen Komitee nachträglich als offizieller Wettbewerb anerkannt – Sieger war damals Großbritannien. Bei den Spielen 1932, 1988 und 1992 war Curling nur Demonstrationssport. Das Mixed Doubles kam bei den Spielen von Pyeongchang 2018 dazu, und auch das Rollstuhlcurling ist seit den Paralympics 2006 in Turin fester Bestandteil des Programms. Das Wirken des damaligen Präsidenten des Weltverbandes, Günther Hummelt, brachte die Sportart zurück auf die olympische Bühne.

Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina wurde vom 4. bis zum 22. Februar im Olympiastadion von Cortina gespielt – 112 Athletinnen und Athleten aus 14 Nationen, je zehn Teams pro Wettbewerb. Bei den Männern gewann Kanada Gold vor Großbritannien und der Schweiz; bei den Frauen siegte Schweden vor der Schweiz und Kanada. Im Mixed Doubles holte Schweden Gold, die USA Silber und Italien Bronze. Die Spiele waren auch ein Regelthema: Beiden kanadischen Teams wurde vorgeworfen, den Stein nach der Hog Line noch zu berühren, und World Curling änderte während der Spiele das Protokoll der Schiedsrichter. Das Regelwerk vom 1. September 2026 klärt die Abgabe danach ausdrücklich.

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Wettbewerb Mailand/Cortina 2026 Gold Silber Bronze
Männer Kanada Großbritannien Schweiz
Frauen Schweden Schweiz Kanada
Mixed Doubles Schweden USA Italien

Deutschland war in Cortina erstmals seit Sotschi 2014 wieder mit einem Männerteam dabei. Das Team um Skip Marc Muskatewitz vom CC Füssen – mit Benjamin Kapp, Felix Messenzehl und Johannes Scheuerl sowie Mario Trevisiol als Ersatzspieler – hatte sich als Europameister von 2024 qualifiziert: In Lohja schlug es im Finale Schottland um Skip Bruce Mouat mit 9:7. In Cortina reichten vier Siege bei fünf Niederlagen für den siebten Platz in der Vorrunde, die Playoffs wurden verpasst. Die deutschen Männer waren bereits siebenmal Europameister; die Frauen – angeführt von Andrea Schöpp – holten zwei Weltmeistertitel und acht Europameistertitel, sieben davon mit Schöpp als Skip. Mehr über das deutsche Team schreibt Team Deutschland, und World Curling berichtet über den EM-Titel 2024.

Woher kommt Curling?

Curling ist ein schottischer Sport mit einer Geschichte von über 500 Jahren. Der älteste erhaltene Curlingstein stammt aus dem Jahr 1511 und trägt die Inschrift „St. Js B Stirling“. Die erste schriftliche Erwähnung datiert auf Februar 1541, als in einem Kloster in Paisley ein Spiel mit einer abgeflachten Kanonenkugel beschrieben wurde. Pieter Bruegel der Ältere zeigt in seinem Gemälde „Die Jäger im Schnee“ (1565) Menschen, die auf einem zugefrorenen See Curling spielen. Das Wort „Curling“ selbst taucht erstmals 1620 in einem Gedicht von Henry Adamson auf.

Der erste Curlingclub wurde 1716 in Kilsyth gegründet und stellte die ersten Regeln auf. Seit 1876 werden Wettkampfsteine von einer schottischen Firma in Ayrshire aus Ailsa-Craig-Granit gefertigt, unter dem Handelsnamen „Ailsite“ – ein Wettkampfstein kann bis zu 1.300 Euro kosten, Vereinssteine gibt es ab etwa 450 Euro. In Schottland spielen rund 15.000 Menschen Curling, in Kanada etwa 800.000, in den USA rund 23.500 und in der Schweiz rund 8.000. Mehr zur Geschichte steht im Artikel über Curling in der deutschsprachigen Wikipedia.

Welche Regelverstöße kommen am häufigsten vor?

Der häufigste Verstoß ist die Hog-Line-Verletzung: Der Stein wird erst nach der Hog Line am Abgabeende losgelassen und ist damit ungültig. Ebenfalls häufig ist das Berühren des Granits nach der Tee Line am Abgabeende – ein Moment der Unachtsamkeit, der den Stein sofort aus dem Spiel nimmt. Beides sind Abgabefehler, die in der Regel ohne Absicht passieren, aber konsequent geahndet werden, weil die Abgabe der einzige Moment ist, in dem ein Spieler den Stein direkt beeinflusst.

Daneben sind es die taktischen Verstöße, die ein Spiel entscheiden können: ein Guard, der vor dem sechsten Stein aus der Free Guard Zone gespielt wird, oder ein Tick-Guard, der von der Mittellinie gestoßen wird. Auch das Fegen wird kontrolliert: Wer als Gegner vor der Tee Line fegt oder hinter der Tee Line mit zwei Spielern gleichzeitig arbeitet, riskiert eine Verwarnung. Und schließlich der falsche Hack: Rechtshänder müssen vom linken Hack abgeben, Linkshänder vom rechten – wer das verwechselt, spielt den Stein ungültig. Die Schiedsrichter achten bei großen Turnieren auf jeden dieser Punkte, und seit den Spielen von 2026 gilt zusätzlich: Die Abgabe wird auf Antrag der Teams von Schiedsrichtern überwacht.

Häufige Fragen zu den Curling Regeln

Wie viele Ends hat ein Curlingspiel?

Bei großen Turnieren dauert ein Spiel im Vierer-Curling zehn Ends, bei kleineren Wettbewerben acht Ends. Das Mixed Doubles wird über acht Ends gespielt. Steht es nach den regulären Ends unentschieden, werden so lange Zusatzends gespielt, bis ein Team punktet und das Spiel damit gewinnt.

Was bedeutet der Hammer beim Curling?

Der Hammer ist das Recht auf den letzten Stein eines Ends. Wer ein End gewinnt, spielt im nächsten End zuerst, und das unterlegene Team behält den Hammer. Bei einem Nuller-End wechselt der Hammer nicht. Ein Team mit dem Hammer räumt das Haus lieber leer, als den Vorteil für einen einzigen Punkt herzugeben.

Was ist die Free Guard Zone?

Die Free Guard Zone ist der Bereich zwischen der Tee Line und der Hog Line am Spielende, ohne das Haus. Vor dem sechsten Stein eines Ends darf kein gegnerischer Stein aus dieser Zone herausgespielt werden – die sogenannte Fünf-Steine-Regel. Wer dagegen verstößt, verliert den gespielten Stein, und die Steine werden zurückgelegt.

Wie viele Punkte kann man in einem End machen?

Theoretisch bis zu acht Punkte, wenn alle acht Steine eines Teams im Haus liegen und näher am Button sind als jeder gegnerische Stein. In der Praxis sind drei oder vier Punkte schon ein starkes Ergebnis; fünf oder mehr Punkte in einem End sind eine Seltenheit und meist die Folge eines groben Fehlers des Gegners.

Wie schwer ist ein Curlingstein?

Ein Curlingstein wiegt zwischen 17,24 und 19,96 Kilogramm, einschließlich Griff und Schraube. Sein Umfang darf höchstens 914 Millimeter betragen, seine Höhe mindestens 114 Millimeter. Wettkampfsteine werden aus Granit von der schottischen Insel Ailsa Craig gefertigt.

Seit wann ist Curling olympisch?

Curling ist seit den Spielen von Nagano 1998 eine offizielle olympische Sportart. Das Turnier von Chamonix 1924 wurde erst 2006 nachträglich als offiziell anerkannt. Das Mixed Doubles ist seit Pyeongchang 2018 olympisch, das Rollstuhlcurling seit den Paralympics 2006 in Turin.

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Emilia Emil schreibt für Sharp Magazine über Persönlichkeiten, Film und Kultur. Auf der Profilseite finden Sie die zugeordneten Beiträge sowie den Kontakt für Hinweise und Korrekturen.

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